Armor Wars (Autor·innen: Bob Layton, David Michelinie und Barry Windsor-Smith; Marvel Must-Have – Iron Man)
 
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Armor Wars von Bob Layton, David Michelinie und Barry Windsor-Smith

Reihe: Marvel Must-Have – Iron Man

 

Rezension von Ingo Gatzer

 

Tony Stark hat bekanntlich keine Superkräfte, sondern kann nur dank der von ihm entwickelten Rüstung als Superheld agieren. Umso schockierter ist das Genie, als es erfahren muss, dass seine Technologie gestohlen wurde. Stark fühlt sich für den mit seinem Know-how (potenziell) angerichteten Schaden verantwortlich und trifft eine folgenreiche Entscheidung. Diese bringt ihn nicht nur in Bedrängnis, sondern sogar in Lebensgefahr.

 

Fans von Iron Man dürfte dieser Plot ziemlich bekannt vorkommen: Genau, es handelt sich um die legendären Armor Wars. Die entsprechenden Hefte erschienen bereits 1987/88. Sie hießen ursprünglich Stark Wars – vielleicht, weil die Macher an den Erfolg der ähnlich klingenden Filmreihe Star Wars anknüpfen wollten. Panini hat die Serie unter Armor Wars neu aufgelegt. Glänzt die Rüstung nach fast vier Jahrzehnten immer noch oder hat sie mittlerweile Rost angesetzt?

 

Die Story stammt vor allem von David Michelinie (Die ruhmreichen Rächer) und Boy Layton. Das Autorenduo rückt  reizvoll den Menschen Tony Stark und seine Schuldgefühle in den Fokus. Ein Gegengewicht zur psychischen Innenschau bieten Iron Mans Kämpfe mit anderen Rüstungsträgern. Dabei gibt es bis zum finalen Showdown gegen den unvermeidlichen Gegenspieler eine klassische klimaktische Struktur – vom Kampf gegen Schurken über den Konflikt mit anderen Gesetzeshütern bis zur Auseinandersetzung mit einem Freund. Das alles liest sich auch heute noch weitgehend packend. Allerdings wirken einige Annahmen über Computer und digitales Wissen aus heutiger Perspektive überholt oder sogar naiv. Letzteres gilt in dieser Geschichte auch (noch) für eine schillernde Figur wie Nick Fury. Zudem standen Michelinie und Layton vor der Herausforderung, die Prämissen von Tony Starks Handeln zu Beginn jedes Hefts zu wiederholen. Schließlich waren die Stark Wars ja nicht als dicker Band konzipiert. Das machen sie teilweise geschickt – etwa wenn Tony Stark die Avengers über die Situation informiert. Teilweise wirken die Einlassungen allerdings bei der Lektüre des Gesamtbandes eben doch ziemlich redundant.

 

Als Ergänzung zum eigentlichen Event gibt es noch einen vor allem von Barry Windsor-Smith (Meister der mystischen Mächte) erdachten Epilog. Der erweist sich allerdings als ziemlich überflüssig. Denn er zeigt praktisch nur die wenig überraschenden psychischen Auswirkungen der Auseinandersetzung auf Tony Stark. Insgesamt liefert er keinen besonderen Mehrwert.

 

Bis auf diesen Epilog – den Windsor-Smith immerhin ansprechend und ausdrucksstark zeichnet – ist Mark Bright für die visuelle Gestaltung verantwortlich. Der Künstler kann vor allem bei der Gestaltung der Mimik seiner Hauptfigur und der Choreografie der Kämpfe punkten. Er hätte gerne etwas häufiger Panels im Großformat präsentieren dürfen – was er aber immerhin bei der Präsentation der ikonischen neuen Rüstung von Iron Man tut. Hier liefert Windsor-Smith im direkten Vergleich mehr – hat aber gleichzeitig weniger visuell zu erzählen. Aus heutiger Sicht wirken die von Bright gestalteten Hintergründe etwas lieblos und seine Darstellung eines E-Autos sorgte wohl schon damals eher für ein Schmunzeln. Abgesehen davon sind seine Zeichnungen gut gealtert.

 

Wie von Veröffentlichungen aus der Marvel Must-Have-Reihe gewohnt gibt es noch Bonusmaterial. Dies ordnet die Armor Wars nicht nur in die Historie ein, sondern liefert auch einige interessante Hintergrundinformationen über den Entstehungsprozess.

Fazit

»Armor Wars« ist auch Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung noch lesenswert und bleibt – mit kleinen Abstrichen – eines der Highlights in der Historie des streitbaren Avengers. Oldie, but goldie.

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Comic:

Armor Wars

Reihe: Marvel Must-Have – Iron Man

Original: Iron Man #225–231, 1968

Autor·innen: Bob Layton, David Michelinie und Barry Windsor-Smith

Zeichner: Mark Bright und Barry Windsor-Smith

Übersetzung: Alexander Rösch

Taschenbuch, 220 Seiten

Panini Verlag, 2026

 

ISBN-10: ‎ 3741647128

ISBN-13: ‎ 978-3741647123

 

Erhältlich bei Amazon

 


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Erstellt: 18.05.2026, zuletzt aktualisiert: 24.05.2026 15:36, 26327