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Marvel Must-Have: Wolverine: Old Man Logan

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Am Ende gewinnen in Superheldencomics immer die Guten? Bei Marvel Must-Have: Wolverine: Old Man Logan scheint das anders auszusehen. In einem postapokalyptischen Szenario haben nämlich die Superschurken die Oberhand behalten. Logan – früher besser als Wolverine bekannt – ist einer der wenigen ehemaligen Superhelden, die überlebt haben. Nun schlägt er sich mit seiner Familie auf einer kleinen Farm am Rande vom Nirgendwo mehr schlecht als recht durch. Doch die Geldnot zwingt ihn, einen verrückten Auftrag von einem anderen Ex-Helden anzunehmen, der beide quer durch die ehemaligen Vereinigten Staaten und die Reviere gleich mehrerer Superbösewichte führt.

 

Der schicke Hardcover-Sammelband enthält die Folgen 66 bis 72 der 2003 erschienene Serie Wolverine sowie den sechs Jahre später erschienen Abschluss Wolverine: Old Man Logan. Panini hat das Ganze unter dem Label »Marvel Must-Have« neu aufgelegt, das Werken mit einer besonders hohen Qualität vorbehalten ist. Zu Recht?

 

Erschaffen hat das ungewöhnliche Szenario niemand Geringeres als der schottische Autor Mark Millar, der auch für Meilensteine wie Civil War, Kingsman – The Secret Service oder Kick-Ass verantwortlich ist. Herausgekommen ist ein spannendes und düsteres Setting, das aber dennoch realistisch wirkt. Eine Inspiration für Millar war dabei offensichtlich der Spagetti-Western. Allerdings schafft er daraus etwas ganz Eigenes und fügt zahlreiche Mosaikstücke aus dem Marvel-Universum hinzu, sodass sich ein überzeugendes Gesamtbild einer dystopischen Zukunftswelt ergibt, in dem es für Fans zahlreiche Details zu entdecken gibt. Dazu liefert der schottische Autor eine Story mit überraschenden Wendungen und packender Action. Selbst wenn er dabei an einer Stelle vielleicht etwas überzieht, ist das Gesamtbild herausragend und hat wiederum zahlreiche Werke – nicht nur den letzten Wolverine-Film – inspiriert.

 

Bei der Illustration arbeitet Mark Millar ein weiteres Mal mit Steve McNiven zusammen. Wie gut die beiden Künstler zusammen harmonieren, haben sie unter anderem bereits bei »Civil War« bewiesen. Auch hier liefert McNiven eine herausragende Arbeit ab. Seine Panels wirken durch den gezielten Einsatz und Wechsel von Perspektiven sowie Zooms sehr filmisch. Gleichzeitig schafft er es, den einzelnen Figuren durch eine sehr plastische Mimik und ausdrucksstarke Gestik Leben einzuhauchen. Dank der zahlreichen Details, die in seinen Zeichnungen auftauchen, wirkt seine Welt absolut real.

 

Einen echten Mehrwert bietet der Anhang. Hier erfahren Leserinnen und Leser mehr über die Künstler, die Timeline sowie andere Werke, die mit der Story in Verbindung stehen. Skizzen, Variant-Cover sowie Anmerkungen runden den Band ab und sorgen dafür, dass keine Wünsche offen bleiben.

 

Fazit:

»Wolverine: Old Man Logan« ist sowohl in erzählerischer als auch in visueller Hinsicht düster, packend und mitreißend inszeniert – ein Genuss bei der Lektüre und wirklich ein echtes »Must-Have«.

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Eure Meinung:

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Comic:

Marvel Must-Have: Wolverine: Old man Logan

Autor: Mark Millar

Zeichner: Steve McNiven

Panini, Juli 2020

Hardcover, 236 Seiten

Übersetzer: Jürgen Petz

 

ISBN-10: 374161663X

ISBN-13: 978-3741616631

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 29.08.2020, zuletzt aktualisiert: 23.10.2020 16:12