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Medium – Die letzte Staffel (DVD)

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

In den letzten zehn Jahren ist es schon als große Leistung anzusehen, wenn eine Serie mehr als vier Staffeln vorweisen kann. Das beweist, dass die Macher das richtige Händchen gehabt haben, um immer genug Zuschauer anzusprechen. Das trifft wohl auch auf „Medium“ zu, deren siebte und letzte Staffel nun auf DVD erschienen ist.

 

Noch immer dreht sich alles um Allison Dubois. Sie ist Mutter dreier Kinder und hat ihren Plan, Anwältin zu werden zugunsten der Familie und ihres Mannes zurückgestellt. Dennoch arbeitet sie im Büro des Staatsanwalts Manuel Devalos.

Mittlerweile haben die Kollegen ihre besondere Gabe akzeptiert und gehen auch ihren Hinweisen nach, wenn sie im Schlaf oder bei der Berührung von Gegenständen Visionen von Ablauf eines Mordes, den Tätern oder den Opfern hat. Das ist ihre Art mit den Geistern der Verstorbenen zu kommunizieren.

Leider sind ihre Wahrnehmungen oft so bruchstückhaft, dass manchmal auch falsche Schlüsse daraus gezogen werden und Allison um ihre Glaubwürdigkeit kämpfen muss.

Dazu kommen alltägliche Familienprobleme. Wie überall muss auch sie sich mit ihren eigenwilligen Teenager-Töchtern herumschlagen, die erwachsener sein wollen als sie sind, ärgert sich, wenn sie wieder einmal ihre Wünsche zurückstellen muss, nur weil ihr Mann sein Fortkommen im Beruf als wichtiger erachtet.

In der letzten Staffel arbeitet alles auf den Abschied von der Heldin und ihrer Familie hin. Wie es ist im Körper ihrer ältesten Tochter Ariel zu stecken, bekommt Allison gleich in der ersten Folge zu spüren. Doch wie kann man diesen Körpertausch rückgängig machen – und gibt es vielleicht einen wichtigen Grund, warum das passiert ist?

In einer anderen Folge tauchen Symbole über den Köpfen von Menschen auf. Alles deutet auf die Machenschaften einer Partnervermittlung hin – oder vielleicht auch auf ein Verbrechen?

Dann wieder kümmert sich Allison intensiver um ihren Kollegen Detective Scanlon, der von seinem verstorbenen Bruder heimgesucht wird. Kann es sein, dass dieser sich noch aus dem Grab heraus an ihm rächen will?

Dann bedient sich ein Chirurg der Toten, um all billige Organe zum Transplantieren zu kommen, was auch Allison unangenehm zu spüren bekommt. Zudem muss sie sich damit abfinden, dass ihre Töchter nicht nur ihre Gaben geerbt haben, sondern Ariel inzwischen bereit dazu ist, das Elternhaus zu verlassen und aufs College zu gehen – weit weg von ihnen.

Nicht zuletzt wird auch sie noch einmal auf die Probe gestellt, als ein Sexualverbrecher in die Nachbarschaft zieht. Als kurze Zeit später ein Mädchen verschwindet und nur noch ihre Leiche gefunden wird, ist auch sie bereit, zu glauben, dass er der Schuldige ist, auch wenn ihre Gabe etwas anderes sagt.

 

Allein die letzte Folge fällt aus dem Rahmen, wagt sie doch einen Blick in die Zukunft ... und erlaubt sich ein, zur Serie passendes Ende. Man merkt schon, dass die Serie mehr oder weniger am Ende ist, denn die Folgen sind nicht mehr ganz so prickelnd und aufregend wie am Anfang. Vieles ist vertraut – die verwirrenden Visionen ebenso, wie die Fehldeutungen, die familiären Kabbeleien und die Momente, in denen Allison mehr als alles andere die Liebe ihrer Familie braucht.

Die Handlung einer Folge dreht sich fast immer um ein Kapitalverbrechen, mit dem Allison früher oder später durch ihre Visionen in Berührung kommt. Anders als in Serien wie „Ghost Whisperer“ nimmt sie so gut wie gar nicht Kontakt zu den Toten auf, sondern kann nur die Bilder analysieren, die in ihrem Kopf erscheinen.

Dabei ist es angenehm mitzuerleben, dass Allison auch schon einmal falsch liegen darf und damit mehr Unheil als Segen anrichtet, dass sie durch Fehlverhalten schwere Schuld auf sich lädt. Gerade im Fall des Sexualstraftäters wird das sehr deutlich. Das macht sie zu einer menschlichen Heldin mit Fehlern und Schwächen.

Allerdings steht das Verbrechen nicht so im Mittelpunkt wie in anderen Krimiserien – auch der familiäre Teil bekommt einen angemessen Anteil an der Sendezeit. Auch wenn die Familie zusammenhält, eine heile Welt birgt auch das Haus der Dubois nicht immer.

Der übernatürliche Teil ist hier eher Mittel zum Zweck und wird auch nur verhalten eingesetzt – so dass der Mystery-Anteil eher gering bleibt. Es mag zwar sein, dass die Visionen bei der Aufklärung von Fällen helfen, Kern der Geschichte sind sie aber nicht.

Alles in allem ist die siebte Staffel der Serie ein runder Abschluss von Medium – gerade weil das Schicksal der Heldin in sich geschlossen ist und auch romantische Herzen zufrieden stellen dürfte. Zwar mag sich inzwischen vieles wiederholen, die Macher haben die Fälle aber immer noch mit neuen Facetten und Aspekten ausgestattet, die ihnen wenigstens etwas Spannung geben.

Die DVD liegen in einer Amaraybox vor, Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit. Auch die Extras können sich sehen lassen, bieten sie doch noch einmal einen Rückblick auf die Serie, beleuchten einen Charakter genauer und erzählen, was sich die Autoren mit den letzten Folgen gedacht haben. Dem Fan wird das gefallen.

 

 

Fazit:

 

„Medium“ findet in der siebten Staffel einen angemessenen Abschluss, auch wenn die restlichen Folgen nur guter Durchschnitt sind. Wer also eine gute Mischung aus Familiendrama und Krimi mit einem Schuss Mystery mag, wird mit der Serie sicherlich nicht daneben greifen.

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Eure Meinung:

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DVD:

Medium – Die letzte Staffel

USA 2011

13 Folgen

Regisseure: Aaron Lipstadt und Larry Teng

Format: PAL, Surround Sound, RC 2

Sprache: Englisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch (Dolby Surround)

Untertitel: Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch, Niederländisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 4 DVDs

FSK: 16

Paramount Home Entertainment, 5. Juli 2012

Spieldauer: 541 Minuten

Extras:

 

  • Making of
  • Erinnerungen an Medium
  • Medium – Schatten und Licht
  • Ein Treffen mit Detective Lee Scanlon
  • Medium weltweit
  • Patzer

 

 

ASIN: B0083QKJPY

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Patricia Arquette

Miguel Sandoval

David Cubitt

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Erstellt: 11.07.2012, zuletzt aktualisiert: 02.08.2020 16:26