Steinkreise, Hünengräber und vergleichbare Megalith-Bauten erwecken stets die Aufmerksamkeit des heutigen Menschen. Sowohl die meist imposanten Steinsetzungen selbst als auch die damit oft verbundenen Rätsel wecken die Neugier. Deshalb ranken sich um solche Zeugnisse unserer Vorfahren auch oft Legenden.
Von genau dieser Seite geht Tankred Kiesmann das Thema an. Im Zentrum dieses Buches stehen nicht die Hünengräber oder Steinkreise selbst, sondern die sich um diese rankenden Sagen. So sind die erwähnten – und keinesfalls auch nur annähernd vollständigen – Hinterlassenschaften aus der Vorzeit in diesem Buch auch nicht geografisch oder nach wissenschaftlich-systematischen Merkmalen, sondern nach den Themen der jeweiligen Sagen sortiert.
Beispielsweise findet sich da ein Kapitel, in dem kreuz und quer durch die geografischen Regionen alle die Megalith-Bauten zusammengefasst sind, die in der mythischen Überlieferung mit dem Teufel in Zusammenhang gebracht werden.
Die konkreten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum jeweiligen Kandidaten bleiben – sofern überhaupt vorhanden – eher knapp. Gelegentlich werden auf das Thema spezialisierte Forscher aus den letzten beiden Jahrhunderten kurz vorgestellt, ohne dabei ins Detail zu gehen. Auch wenn hier die Geschichten im Vordergrund stehen, hätte ich mir an manchen Stellen schon ein paar mehr wissenschaftliche Hintergründe gewünscht.
Auf die vom Autor selbst geschriebenen Kurzgeschichten hätte ich persönlich dagegen verzichten können.
Die mythischen Erklärungsversuche unserer Vorfahren für die für sie nicht realistisch erklärbaren Hinterlassenschaften noch viel weiter zurückliegender Vorfahren sind dagegen durchaus interessant und geben Einblicke in die oft religiös geprägte Denkweise vergangener Jahrhunderte.