In ihren Kriminalromanen lässt sich Alexandra Weber nicht unbedingt auf feste Schauplätze, Themen oder Personen festlegen. Das merkt man auch ihrem neusten Buch Meilengrab an, das als »Roadtrip-Thriller« daher kommt und auf berühmten Routen der USA spielt.
Eigentlich war Ben in die USA gekommen, um als Koch Karriere zu machen. Aber mit seiner kleinen Pastabar kommt er nicht gerade weit und gerät auch noch in die Fänge eines Mafiabosses. Ehe er sich versieht ist er einer der Kronzeugen, um in einem aufsehenerregenden Prozess gegen »Bill« auszusagen.
Doch bevor es so weit ist, die Verhandlung beginnt, müssen er und andere vor dem Zugriff und den Racheaktionen der Mafia geschützt werden. Da ein Safe-House keine wirkliche Option ist, fahren die Männer und Frauen nun durch die Wüsten im Südwesten der USA, in der Hoffnung nicht erwischt zu werden.
Doch wie sich schnell zeigt ist dieser Wunsch trügerisch. Denn nicht nur, dass über die nächsten Tage zehn sehr unterschiedliche Charaktere auf engstem Raum und unter miesen Bedingen aufeinander hocken müssen, einige hüten natürlich auch noch dunkle Geheimnisse und sind mehr als sie scheinen.
Erzählt wird das ganze natürlich aus der Sicht von Ben, der keinen kriminellen Hintergrund hat und eigentlich bisher auch keine Berührungspunkte mit dem organisierten Verbrechen, Korruption, Drogendealern, und Killern.
Durch seine Sicht lernen wir nach und nach die illustren anderen Figuren rund um ihn herum kennen. Und wie man sich denken kann, überleben auch nicht unbedingt alle Charaktere den Roadtrip, denn mit jedem Toten wächst das Misstrauen untereinander.
Das Buch lebt durch die Interaktion, weniger durch das Setting. Die Figuren sind sehr unterschiedlich, was zu interessanten Gesprächen und nicht zuletzt auch Konfrontationen führt. Allerdings zieht sich das ganze etwas im Mittelteil, so dass man schon ein wenig Geduld mitbringen muss, um einige später wichtige Andeutungen nicht zu verpassen.
Zum Ende hin zieht das Tempo aber noch einmal deutlich an, denn neben ein paar weiteren Toten kommen nun auch die Querverbindungen ans Licht, die den Roadtrip so mörderisch machten.
Die Geschichte lebt vor allem durch die Interaktion der Figuren, die Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen und die dramatischen Momente, die eine Hommage an andere Road-Trips darstellen. Der Hintergrund selbst bleibt eher vage, was zwar schade ist, aber nicht weiter stört.