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Mein dunkler Gefährte von Susan Squires

Rezension von Christel Scheja

 

Oftmals wirken die Vampir-Liebesromane, die nicht in der Jetztzeit angesiedelt sind wie Ideen oder Manuskripte, die die entsprechenden Autorinnen zu früherer Zeit nicht mehr bei den Verlagen unterbringen konnten und jetzt entsprechend umgeschrieben haben. Dementsprechend gering kann der paranormale Anteil an der Geschichte sein. Manchmal gelingt es den Autorinnen aber auch, das ganze in einen Glücksfall zu verwandeln, da sie sich von den gängigen Klischees und Handlungsmustern lösen und ungewöhnliche Wendungen oder Hintergründe einbringen. Das ist zum Beispiel bei „Mein dunkler Gefährte“ von Susan Squires der Fall.

 

Nordafrika im Jahr 1818. Für zwei junge Menschen erfüllt sich ein Schicksal, dass sie bald unwiederbringlich aneinander ketten wird. Da ist zum einen die junge Elizabeth Rochewell, die ihr erfülltes und abenteuerliches Leben verliert, als ihr Vater überraschend bei einer archäologischen Expedition in die Wüste stirbt. Bisher hatte sie ihn überall hin begleitet und ihm beim Übersetzen, Entschlüsseln und Interpretieren alter Texte geholfen, weil sie die Hieroglyphenschrift erlernt hat.

Doch nun ist es für eine alleinstehende junge Frau nicht mehr schicklich, allein unter Männern zu leben, die nicht mit ihr verwandt sind, oder gar zu arbeiten. Sie soll nach England reisen, um sich dort in die Obhut ihrer Tante zu begeben und eine gute Partie zu machen und wird deshalb vom Partner ihres Vaters auf ein Schiff in Richtung London gesetzt.

Doch Elizabeth bezweifelt, dass sie sich dort wohl fühlen wird, da sie als Tochter eines Engländers und einer Ägypterin immer eine Außenseiterin sein wird. Trost findet sie nur in alten Schriften, die sie noch nicht entziffert hat und in den Gesprächen mit einem verschlossen wirkenden Mann in ihrem Alter, den eine geheimnisvolle Aura umgibt. Schon bald stellt sich heraus, dass er mehr als nur ein Mensch sein muss, denn er entwickelt bei der Zurückschlagung eines Piratenüberfalls ungeahnte Körper- und Heilkräfte.

Tatsächlich hat Ian Rufford einiges hinter sich: einen überfall, die Verschleppung in die Sklaverei, einen gnadenlosen Marsch in das Herz der Sahara, grausame Demütigungen durch eine unbekannte Schöne und schließlich die Verwandlung in einen Vampir. Er will sich nicht damit zufrieden geben, in diesem Zustand zu verharren und sucht deshalb Hilfe in seinem Heimatland.

Doch die Begegnung mit Elisabeth verändert seine Präferenzen, denn nicht nur, dass er sie anziehend findet, in ihrem Besitz sind auch Schriften, die das Geheimnis um die Vampire und die versunkene Stadt Kivah, die Beths Vater suchte, lösen könnten.

 

Auf weite Strecken liest sich das Buch tatsächlich wie ein historischer Liebesroman. Während der Fahrt nach England lernen sich ein Mann und eine Frau kennen, die das Abenteuer bereits gekostet haben. Während Elisabeths Geschichte geradlinig erzählt wird, erfährt man nur in Rückblenden und Erinnerungen, wie es Ian ergangen ist. Da aber beide Handlungsstränge aufeinander zuarbeiten, verknüpfen sie sich schließlich gelungen miteinander. Auch hier sind die Vampire keine Untoten, sondern Menschen, die sich durch das Blut eines Außerirdischen in Unsterbliche verwandelt haben. Wie sie damit umgehen steht auf einem anderen Blatt, denn neben der verdorbenen und dominanten Asharti gibt es auch noch den rätselhaften Fedeyah, der ihr zwar dient, aber dennoch ein wenig Ehre im Leib zu haben scheint. Durch diese beiden alten Vampire wird deutlich, dass da noch andere sind, die irgendwo leben, aber eine friedliche Koexistenz mit den Menschen bevorzugen – genug Hintergrund also um weitere Romane zu verfassen. Daher werden viele Dinge erst einmal nur angedeutet, sofern sie für die Handlung wichtig sind.

Diese lässt natürlich auch die Beziehung zwischen den beiden Helden nicht außer Acht, die so angelegt sind, dass sie gut zueinander passen – der seelisch tief verletzte, weil gedemütigte, Mann, der eine Frau an seiner Seite benötigt, die ihn und sein Wesen begreifen kann, und die junge Heldin, die zu selbstbewusst und eigenständig ist, um sich in das gesellschaftlich vorgegebene Leben als Ehefrau und Mutter zu fügen. Das ganze wird noch mit ein paar erotischen Szenen gespickt, die nur dann nicht in die Tiefe gehen, wenn es für die Durchschnittsleserin zu pervers werden könnte.

Besonders phantastisch wird die Geschichte allerdings nie, aber das ist vermutlich auch nicht die Absicht der Autorin.

 

Alles in allem ist „Mein dunkler Gefährte“ ein flott zu lesender und unterhaltsamer paranormaler Liebesroman vor historischer Kulisse, der sich durch den ungewohnten Ansatz und die Nähe zum Abenteuerroman ein wenig von der Masse vergleichbarer Werke abhebt.

 

Eure Meinung:


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Mein dunkler Gefährte

Autorin: Susan Squires

broschiert, 493 Seiten

Bastei Verlag, erschienen Februar 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Ulrike Morenn

Titelbildgestaltung von Guter Punkt

ISBN-10: 3404187474

ISBN-13: 978-3404187478

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 11.04.2010, zuletzt aktualisiert: 31.08.2018 17:18