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Mein erstes Wörterbuch: Feuerwehr von Susanne Gernhäuser

Rezension von Björn Backes

 

Feuerwehrbücher sind derzeit der große Renner in der Bilderbuchabteilung. Wer sich einmal genauer umsieht, wird feststellen, dass die uniformierten Feuerlöscher mittlerweile fast sogar den beliebten Bauarbeitern den Rang abgelaufen haben. Für den Konsumenten, in der Regel das junge Elternpaar, bedeutet diese große Auswahl natürlich, aus de Vollen schöpfen zu können und sich hier das Beste herauszusuchen. Eine Art Hausnummer scheint in diesem Zusammenhang die Serie „Mein erstes Wörterbuch“ aus dem Hause Ravensburger zu sein. Kapitel für Kapitel wird hier pädagogisch sinnvoller, interessant aufgemachter Stoff für die jüngsten Leseratten geboten. Die neueste Ausgabe beschäftigt sich nun mit besagter Feuerwehr. Auf 24 Seiten werden der Beruf, das Arbeitsfeld und natürlich die Männer mit Helm vorgestellt.

 

Und natürlich wird dieser Bereich erst einmal mit all seinen offensichtlichen Details vorgestellt. Der Leser erhält einen Einblick in das Treiben auf der Feuerwache, bekommt kurze Eindrücke über den Trubel bei einem Einsatz und darf schließlich miterleben, wie dramatisch der Ernstfall sein kann. So weit, so gut. Allerdings behält sich Texterin Susanne Gernhäuser vor die begleitenden Worte auf das nötigste zu reduzieren und die kurzen Geschichten etwas dürftig aufzubereiten. Zwar mag das Ganze bewusst einfach gehalten sein, doch hier und dort fragt man sich bei der Fülle der Illustrationen, ob eine besser detaillierte Vorgehensweise nicht von Vorteil gewesen wäre. So werden recht viele Begrifflichkeiten in den Raum gestellt, für die das Zielpublikum zunächst einmal keine Verwendung finden wird. Wozu benötigt man das Feuerwehrbeil? Welche Rolle spielt der Schwimmsperranhänger? Und warum benutzt man zu gegebenen Anlässen das Hohlstrahlrohr? Der Text gibt manchmal leider nicht das her, was die vielen Einzelheiten an Handlung oder Erzählung erfordern, was in dieser Reihe wirklich unüblich ist.

Leider sind die einzelnen Abschnitte auch nur wenig zusammenhängend geschrieben. Es ist sinnvoll, die vielen Nebenschauplätze der Feuerwehrarbeit zu beleuchten, beispielsweise den Einsatz im Zirkus oder am Entstehungsort eines Autounfalls. Aber auch hier gibt der Text jetzt nicht sonderlich viel her. Auf der anderen Seite könnte man nun natürlich behaupten, dass in einem Bilderbuch nun eben auch die Bilder für sich sprechen sollten und ein Text letztendlich nur eine Art Lückenfüller ist. Sicherlich, da ist was dran. Aber da es hier auch um eine kleine Wortschatz-Auffrischung geht, wird man den Erwartungen, die man aufgrund der sehr guten Erfahrungen mit dieser Serie gemacht hat, letzten Endes nicht ganz gerecht.

 

All dies bedeutet aber keinesfalls, dass auch diese Ausgabe der „Mein erstes Wörterbuch“-Serie keine lohnenswerte Sache ist. Die Illustrationen sind fantastisch und die jüngste Generation wird hier auch eine Menge aufschnappen können, was das Leben eines Feuerwehrmannes ausmacht. Im Vergleich zu den bisherigen Ausgaben gibt es eben nur die stark reduzierten Texte zu bemängeln – alles andere ist auf gewohnt hohem Niveau.

 

 

Fazit:

„Mein erstes Wörterbuch – Feuerwehr“ ist vielleicht nicht das spannendste Feuerwehr-Bilderbuch, aber mitunter eines der informativsten. Die sehr positive Serientradition wird mit schönen Bildern und wertvollen neuen Begriffen aufrechterhalten und lediglich von einer etwas schmalen Textausgabe getrübt. Ansonsten kann man auch dieses Buch bedenkenlos weiterempfehlen.

 

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Eure Meinung:

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Mein erstes Wörterbuch: Feuerwehr

Autor: Susanne Gernhäuser

Gebundene Ausgabe: 24 Seiten

Verlag: Ravensburger Buchverlag; Auflage: 1 (1. Juni 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3473314781

ISBN-13: 978-3473314782

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 04.12.2008, zuletzt aktualisiert: 10.01.2015 15:50