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Mekong - Leben am Großen Fluss

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Einer der längsten Flüsse ist der Erde ist der Mekong in Südostasien, der auf seinem Weg vom Quellgebiet im Hochland von Tibet bis hin zu seinem Delta am Südchinesischen Meer nicht nur sechs Länder verbindet, nämlich China, Burma, Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam, sondern auch eine Vielzahl von Landschaften und Kulturen.

 

In vier Episoden stellt die Dokumentation „Mekong – Leben am Großen Fluss“, die tier und Pflanzenwelt zu beiden Seiten des Ufers und im Wasser vor, wirft aber auch einen Blick auf die Menschen, die von und mit ihm Leben. Anders als man es gewohnt ist, beginnt die Reise im Delta, das auch heute noch ein einzigartiges Feuchtgebiet ist, trotz der Eingriffe durch Menschenhand. Tiere und Pflanzen haben auch die Schrecken des Krieges im Vietnamkrieg gesehen und heute weiß noch so manch ein Veteran davon zu berichten. Dennoch haben sie ihren Mut nicht verloren und versuchen nun wieder wie früher mit der Natur zu leben und sie zu bewahren. Von den fruchtbaren Sedimenten, die sich ins Meer ergießen profitiert auch die dem Festland vorgelagerte Insel Con Dao.

Der Flusslauf in Kambodscha weist viele abgeschiedene Wälder auf, in denen noch heute Tiger, Elefanten und die für den Menschen eigentlich ungefährlichen Siam-Krokodile leben. Auch wenn die letzteren von vielen Dorfbewohnern wegen ihrer Haut unter unwürdigen Bedingungen gezüchtet und gehalten werden, so betreiben die Krokodilfarmer doch eine Art Umweltschutz, da sie unbewusst für den Weiterbestand der Art sorgen. Allerdings gibt es inzwischen auch viele Menschen, die den Sinn der Nationalparks erkennen und mithelfen wollen, ein Zeichen, dass sich das Land, dass immer noch Spuren des Regimes der Roten Khmer zeigt, immer mehr der modernen Welt öffnet.

Allerdings führt man durch die Rodung der Wälder auch einen Kampf gegen die wild lebenden Elefanten, die sich aus Ermanglung anderer Nahrungsquellen an den Feldfrüchten gütlich tun.

Weiter flussaufwärts geht die Landschaft langsam in Steppe über. An den klaren Bergseen lebt das Volk der Karen, die eine besondere Art des Fischfangs pflegen – mit Kormoranen. Hier gedeiht auch der Mekong Riesenwels am besten, der durch den massiven modernen Fischfang mit Netzen vom Aussterben bedroht ist.

Dem Quellgebiet nähert man sich über Myanmar (Birma) und gelangt schließlich nach Osttibet, wo auch heute noch Nomaden auf den weiten Ebenen herum ziehen und ihre Yaks züchten, welche die wichtigste Nahrungsquelle für sie darstellen. Wie die anderen Tibeter sind sie streng gläubig und ehren die Götter und Geister ihrer Lebenswelt mit großer Achtung.

 

Auch wenn die Dokumentation darauf achtet aktuelle politische Gegebenheiten nicht zu erwähnen, gerade was China und Tibet angeht, so werden doch die Schatten der Vergangenheit, die auch die Ufer des Mekong zu spüren bekommen haben, nicht verschwiegen, insbesondere der Vietnamkrieg. Die Verbrechen der USA werden dabei nicht in Frage gestellt.

Aber alles in allem bleiben die Dokumentationen eher unpolitisch. Sie zeigen das Alltagsleben der einfachen Menschen, die trotz aller Not und Schlichtheit der Umgebung glücklich sein können. Sie zeigt aber auch, dass es unter ihnen bereits jetzt Naturschützer gibt, die mit Herz und Seele dabei sind, wie der Abt eines kleinen Klosters, der die Fledermäuse auf dem Areal seiner Gemeinschaft schützt und sich wünscht, dass sie nicht aussterben, die Krokodilfarmer, die durchaus wissen, dass ihre Zukunft nicht mehr in der Produktion von Krokodilleder liegen muss, sondern auch im Schutz der Natur und einer aussterbenden Gattung.

Vor allem die beeindruckenden und einzigartigen Tierarten der Region werden vorgestellt und deutlich gemacht, wie sehr manche von ihnen vom Aussterben bedroht sind. All das ist in stimmungsvolle Bilder und Musik gebettet. Zwar bettet die Dokumentation nicht jeden Aspekt ab, der möglich gewesen wäre, gerade in Tibet wird eine romantische und heile Welt ohne Repressionen dargestellt, aber sie kann dennoch recht gut unterhalten.

 

 

Fazit:

 

Wer mehr über die Region erfahren will, die einer der beeindruckendsten Flüsse der Welt durchquert, der kann getrost nach „Mekong – Leben am großen Fluss“ greifen. Gerade weil diese Region im Westen kaum bekannt und mit vielen falschen oder uralten Vorstellungen behaftet ist, erhält man so einen spannenden Einblick in Kultur und Leben der Menschen dort – und nicht zuletzt einen atemberaubend schönen Blick auf die fremdartige und exotische Natur in diesem Teil von Südostasien.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2023020518014717a5fca2
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DVD:

Mekong - Leben am Großen Fluss

USA 2009

4-teilige Filmdokumentation

Regisseur: Dean Johnson, Joe Pontecorvo

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9

Anzahl Disks: 1

FSK: ohne

Polyband & Toppic Video/WVG, 26. Juni 2009

Spieldauer: 200 Minuten (4 Episoden a ca. 50 min)

 

ASIN: B00274S702

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 09.08.2009, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01