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Merlin – Die neuen Abenteuer Vol. 6

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Das sechste Volume von “Merlin – Die neuen Abenteuer” beinhaltet die Folgen acht bis dreizehn der dritten Staffel der britischen Erfolgsserie. Die Neuinterpretation der Artus-Sage bedient sich zwar immer an Elementen aus dem Sagenkreis, hat aber inzwischen eine eigene Dynamik entwickelt, sind Merlin und Artus doch im selben Alter und nicht weiser Lehrmeister und gehorsamer Schüler, sondern Leibdiener und Prinz.

 

Mehr denn je wird Uther hellhörig, wenn es um Magie, geht, denn mit Morgause, der Schwester seiner verstorbenen Frau Igraine hat er eine gefährliche Feindin, die immer wieder daran arbeitet, Camelot zu zerstören und sogar andere Könige auf ihre Seite bringt.

Was niemand außer Gaius und Merlin weiß ist, dass die Hohepriesterin der alten Religion und mächtige Zauberin schon seit längerem eine Verbündete im Palast hat.

Morgana kennt mittlerweile ihr Erbe und ihre Bestimmung und hat die Magie in sich willkommen geheißen. Sie ist an den Hof Uthers, von dem sie nun weiß, dass er auch ihr Vater ist, zurückgekehrt, um gemeinsam mit ihrer Tante an seinem Niedergang zu arbeiten, das Reich und ihn nach und nach zu zerstören.

Doch zunächst muss sie sich immer noch bedeckt halten und kann nur kleine Intrigen wirken lassen. So gibt sie Arthur ein Amulett mit, als dieser aufbricht, um eine Queste zu erfüllen, die seine Eignung als König beweisen soll. Doch wird ihm „Das Auge des Phönix“ wirklich auf der Suche nach dem Dreizack des „Fischerkönigs“ beistehen?

Eine weitere Stunde für ihre Machenschaften schlägt, als Morgana davon träumt, dass Gwen eines Tages mit Arthur auf dem Thron Camelots sitzen wird. Da sie das nicht ertragen kann, tut sie alles, um nicht nur das Liebespaar zu zerstören, sondern auch Vater und Sohn zu entzweien. Ihre Machenschaften scheinen Erfolg zu haben – wäre da nicht Merlin, der alles dafür tut, um seinen Freund und seine Liebe zu beschützen.

Dieser wird an sich selbst erinnert, als er einem jungen Mann begegnet, der mit Magie in einem Turnier bestehen und dadurch seinen Weg finden will – etwas, was auf Camelot und im Duell mit dem König tödlich sein kann.

Schließlich ist der Tag der Entscheidung gekommen. Mit dem „Kelch des Lebens“, der derzeit in den Händen von Druiden ist und einem Ritter Camelots das Leben rettete, wollen Morgause und König Cenred eine unbesiegbare Armee schaffen. Ein Wettrennen um den Kelch beginnt, den diesmal aber die Feinde gewinnen, weil sie in der Überzahl sind und viel skrupelloser vorgehen als Arthur.

So fällt Camelot in die Hände von Cernred und Morgause, während Merlin im Wald um das Leben des schwer verwundeten Arthur kämpft und die Getreuen zusammenrufen, die bisher noch nicht an den Hof Camelots gekommen sind, aber sich schon als Freunde in der Not bewiesen haben.

„Arthurs Stunde schlägt“, als Camelot besiegt ist, und ein durch den Verrat seiner Tochter gebrochener Uther mit ansehen muss, wie Morgana zur neuen Königin gekrönt wird und keinen Hehl mehr daraus macht, auf wessen Seite sie die ganze Zeit seit ihrer Rückkehr gestanden hat.

 

Somit ist die zweite Hälfte der dritten Staffel von dem entscheidenden Kampf um die Macht in Camelot und Morganas entgültigem Wechsel auf die dunkle Seite geprägt. Schwarze Magie, Verrat und Hass behalten für lange Zeit die Oberhand und lassen die Episoden dieser Box sehr düster erscheinen. Tatsächlich gibt es auch kaum Humor, alles macht dem Drama Platz, das sich nun in voller Größe entfaltet und einige Charaktere bis ins Mark erschüttern wird.

Ebenso wie die Liebe zwischen Gwen und Arthur wächst und zu einem wichtigen Teil seines Wesens wird, bekommt der junge Prinz immer mehr Verantwortung in die Hand gelegt, die er für Camelot tragen muss. Aber im Geheimen wächst auch Merlin an den Schwierigkeiten, die er bewältigen muss, ohne seine Fähigkeiten und sein Wissen auszuspielen, da offen ausgeübte Magie immer noch seinen Tod bedeuten kann

Man merkt, dass auch Morgana immer eigenständiger wird. War sie am Anfang noch die willfährige Schülerin ihrer Tante Morgause, die das Mädchen nach ihrem Bild geformt und mit Hass auf Uther und Camelot vergiftet hat, so trifft sie nun auch schon gelegentlich eigene Entscheidungen und wird zu einer ernstzunehmenden Gegnerin.

Interessant ist in diesem Zusammenhang nur, dass sie trotz ihres Hasses auf Merlin macht sie keinen Hehl immer noch nicht heraus bekommt, dass er wie sie zaubern kann. Das ist wohl das einzige Manko, dass man der Serie anlasten kann – obwohl der junge Zauberer immer mehr Magie und diese auch noch offener als früher einsetzt, kommt ihm immer noch keiner von den anderen auf die Schliche. Lancelot bleibt weiterhin der einzige, der das Geheimnis kennt und bewahrt.

Ansonsten führt die Serie in diesen letzten Folgen der dritten Staffel erste wichtige Eckpunkte der Artus-Sage ein. Das bisher in einem See verborgene Excalibur wird am Ende der Staffel zum Schwert im Stein und in einer alten Burg begründet Arthur mit seinen wenigen Getreuen eine ganz besondere Tafelrunde.

Diese Box führt also die offenen Fäden aus Vol. 5 zusammen und bringt die Geschichte auch in der Mythologie ein weiteres Stück vorwärts, denn zu den bisherigen Helden stoßen weitere Freunde, deren Namen auch aus der Sage bekannt sind, wichtige Elemente wie Excalibur und die Tafelrunde werden positioniert.

In den letzten Folgen der dritten Staffel überwiegen Abenteuer mit vielen Kämpfen und dem Aufeinandertreffen von heller und dunkler Magie, so dass vor allem Fans von spannender Action nicht zu kurz kommen, denen es nicht dramatisch und episch genug sein kann. Vor allem der finale Kampf um die Macht fordert noch einmal alles von den Helden und ihren Mitstreitern.

Zwar bieten dabei nur wenige Folgen wirklich überraschende Wendungen, sie sind aber durch die straffe Inszenierung dennoch nicht langweilig, weil sie der Geschichte neue, ungewohnte Facetten hinzufügen und vor allem die Figuren weiter ausarbeiten.

An Bonus-Material gibt es wie auf der englischen Ausgabe Bloopers, ein Making-Of, Trailer und nicht zuletzt Deleted Scenes, bei denen aber leider eine Zuordnung zu den Folgen fehlt. Bild und Ton sind von der Qualität her wieder auf der Höhe der Zeit.

 

 

Fazit:

 

Das sechste Volume von „Merlin – Die neuen Abenteuer“ beinhaltet sehr dramatische und actionreiche Entwicklungen auf Camelot, die nun auch schon die Weichen für kommende Staffeln stellen und die zentralen Charaktere – Helden wie Gegenspieler auf den Weg dafür bringen.

Geschickt werden Elemente des Sagenstoffes in die Handlung miteingebunden , so dass auch Fans des Mythos sich diesmal darüber freuen dürfen, dass die Wurzeln von Arthur, Merlin und Co. nicht ganz außer Acht gelassen werden.

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Eure Meinung:


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DVD:

Merlin – Die neuen Abenteuer Vol. 5

Merlin, GB 2010

Regisseur(e): Ed Fraiman, James Hawes und andere

Komponist: Rob Lane, Rohan Stevenson, James Gosling

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 3

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Erscheinungstermin: 5. Januar 2012

Spieldauer: 270 Minuten

 

ASIN: B00565B0JY

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Extras:

 

  • Deleted Scenes
  • Outtakes
  • Making of
  • Originaltrailer

 

 

Darsteller:

 

  • Colin Morgan
  • Bradley James
  • Richard Wilson
  • Angel Colby
  • Kate Musgreave
  • Antony Head

 

 


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Erstellt: 21.01.2012, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56