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Merlins Drache von T.A. Barron

Rezension von Christel Scheja

 

Auf der Grundlage keltisch-britannischer Mythen und einem ausgeprägten Umweltbewusstsein hat T. A. Barron eine Fantasywelt geschaffen, in der er spannende Abenteuer mit Anregungen verknüpft, die Natur bewusster wahrzunehmen und sich mehr mit dem Wechselspiel, zwischen Pflanzen, Tieren und Menschen zu beschäftigen. Besonders die Bäume nehmen eine wichtige Rolle in seinen Zyklen um Merlin und Avalon ein.

Schilderte er in der ersten Saga noch den Aufstieg des berühmten Magiers und in Avalon das Schicksal der Welt, die er seinen Nachfahren hinterließ, so hat er jetzt mit „Merlins Drache“ eine Trilogie begonnen, die beide Zyklen miteinander verbinden soll.

 

Protagonist ist der treue Weggefährte des mächtigen Zauberers – der Drache Basilgarrad. Doch der Anfang seines Lebens ist von Blut und Dunkelheit überschattet. Nur dem Schicksal hat er es zu verdanken, dass sein Ei aus dem Fluss gerettet wird und zwischen den Wurzeln eines sprießenden magischen Baumes landet.

In dessen Wurzelwerk verbringt die frisch geschlüpfte und winzige Echse ihre ersten Lebensjahre. Doch ihr macht zu schaffen, dass sie gegenüber den anderen Tieren so klein bleibt und nicht wirklich weiß, welche Aufgabe sie übernehmen soll, da sie zu winzig und schwach ist. So macht sie sich voller Unruhe auf eine lange Reise, den Stamm hinauf, um die Orte und Länder zu erkunden, die mittlerweile in dem Ast- und Blattwerk des mächtigen Baumes entstanden sind.

Dabei begegnet er zweimal Merlin, einmal bei dessen Hochzeit und später auf einer Klippe. Beide Male rettet Basilgarrad, ohne es zu beabsichtigen das Leben des Zauberers und der Menschen, die ihm nahe stehen.

Doch er ist zu bescheiden und schüchtern, um Dank anzunehmen und wandert erst einmal weiter. Erst Jahre später soll es zu einer neuen und schicksalhaften Begegnung der beiden kommen. Doch der Grundschock für eine tiefe Freundschaft ist bereits gelegt.

 

Man sollte jetzt nicht das große und actionreiche Abenteuer erwarten, denn das ist „Merlins Drache“ ganz und gar nicht. Stattdessen erzählt er die Geschichte einer Selbstfindung. Erst muss Basil eine Reise unternehmen und durch die vielen Gefahren und Schwierigkeiten lernen, dass ein kleines und schwaches Wesen vielleicht die meiste Zeit nicht viel tun kann als selbst zu überleben, aber dass auch für ihn oder sie eines Tages die große Stunde schlägt, der Moment in dem es gerade wichtig ist, klein und zart zu sein.

Basil lernt durch die Geschehnisse auf sich selbst, seinen Verstand und sein Herz zu vertrauen. Er handelt selbstlos und wird dadurch in den Augen derer, auf die es ankommt zu einem Helden. Und genau das ist die Botschaft, die der Autor an seine Leser weitergeben möchte. Zudem erfährt man eine Menge über Merlin und das heranwachsende Land Avalon, so dass sich das Buch auch für Neueinsteiger eignet. Selbst Fans der beiden anderen Zyklen werden zwischen den Zeilen Facetten der Geschichte heraus lesen können, die sie bisher noch nicht so kannten.

Die Protagonisten sind liebevoll ausgearbeitet und vielschichtig angelegt. Man wird schnell mit Basil und den anderen warm, kann sich aber immer noch von ihnen überraschen lassen.

Das ganze ist dann auch noch mit einer ordentlichen Prise Humor garniert, so dass die Lektüre alles in allem sehr leicht und beschwingt wirkt.

 

So wendet sich „Merlins Drache“ an alle Fans mythisch-poetischer Fantasy, die ihre Geschichten charakterzentriert und ein wenig verspielt mögen und Gewalt nur als letztes Mittel mögen, um Spannung zu erzeugen.

 

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Buch:

Merlins Drache

Reihe: Drachen-Trilogie

Autor: T. A. Barron

dtv, erschienen Oktober 2009

384 Seiten

Übersetzung aus dem Englischen von Irmela Brender

Titelbild von Ludvig Glazer-Naude Karten von T. A. Barron und Schoenherr

ISBN-10: 3423713828

ISBN-13: 978-3423713825

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 06.04.2010, zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49