Metropolis-Konvoi (Mark Brandis 27)
 
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Metropolos-Konvoi

Reihe: Mark Brandis 27

Hörspiel

 

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

„Metropolis-Konvoi“ heißt die 27. Folge aus der erfolgreichen Science-Fiction-Hörspielserie „Mark Brandis“, die wie gewohnt nach einer Romanvorlage von Nikolai von Michalewsky entstand. Die Adaption umfasst zwar nur eine CD. Diese ist aber mit einer Laufzeit von 73 Minuten wirklich „randvoll“.

 

Nach der Zerstörung des Asteroiden Ikarus im letzten Teil sind große Bereiche der Erde in einen Staubschleier gehüllt, sodass die lebensspendende Sonnenstrahlen hier nicht mehr auf den Planeten vordringen können. Die Folge sind erhebliche Ernteausfälle und sogar Hungersnöte. Besonders in der auf Nahrungsmittellieferungen angewiesenen Stadt Metropolis wird die Situation immer prekärer. Verzweifelt geht Mark Brandis, mittlerweile Leiter der Gesellschaft zur Rettung Raumschiffbrüchiger, einem Mythos nach und sucht nach einem Lebensmitteldepot, das noch aus der Zeit der Schreckensherrschaft von Gordon B. Smith stammen soll.

 

Von Anfang an werden die Hörer in die Handlung förmlich hereingezogen. Die Macher lassen das Hörspiel nämlich geschickt nur mit Sounds beginnen, die sich allmählich zu einem immer komplexeren Klangteppich verbinden, der so etwas wie einen akustischen Rahmen bildet. Zuerst ist nur das Wasserrauschen und das Zirpen von Grillen zu vernehmen, dann folgen Schüsse, Schreie und Sirenen. So wird das Publikum auf die Situation eingestimmt, ohne dass ein einziges Wort gefallen ist. Die unheimliche Stimmung im ungewöhnlichen Gefängnis wird kurz darauf sehr passend durch windartig klingende Hintergrundgeräusche unterstrichen. Dieser hervorragend gestaltete und komponierte Einsatz von vielseitigen Effekten ist und bleibt eine große Stärke der Reihe „Mark Brandis“. Lediglich die Demonstration in Metropolis - mit dem etwas hölzern klingenden Parolen - klingt insgesamt etwas zu dünn. Dafür lassen die Macher diese auch während des Gesprächs von Mark Brandis und John Harris noch ganz zart im Hintergrund erklingen, was der Atmosphäre zu gute kommt.

 

Auch das Spannungsniveau ist sofort weit oben angesiedelt. Warum bricht Mark Brandis in ein Gefängnis ein? Und was für eine seltsame Anstalt - ohne echte Gefangene, die befreit werden könnten - ist das überhaupt? Zwar fällt das Spannungsniveau nach dieser Anfangssequenz erst einmal wieder ab. Wenn sich Mark Brandis mit seiner Mannschaft dann aber auf die Suche nach dem Nahrungslager macht, wird es schnell wieder spannend - zumal der Plot einige Überraschungen bietet. Überhaupt ist die Geschichte sehr ansprechend gestaltet und weiß - trotz ihres Alters - zu fesseln. Dabei baut sie konsequent auf den Ereignissen in den früheren Folgen auf. Lediglich die „Sicherung“ des Lagers ist wenig überzeugend und wirkt sogar etwas albern. Dafür ist das emotionale Finale - auf dessen Höhepunkt Synthesizersounds, die Stimmen der Sprecher und diverse Soundeffekte übereinander gelegt werden - ein echtes Highlight der Serie.

 

Michael Lott als Stimme von Mark Brandis liefert wie üblich eine herausragende Leistung ab. Auch Sprecher-Veteran David Nathan ist wieder mit von der Partie und legt die Rolle des Grischa Romen vor allem zu Beginn perfekt als sympathisches Schlitzohr an. Unbedingt gelobt werden muss aber auch die Sprecherleistung von Philipp Brammer, der die Unsicherheit und Befangenheit der Figur Gaston Weygand hervorragend durch seine Stimme auszudrücken vermag.

 

Das Booklet ist - im Vergleich zu früheren Folgen - etwas spartanisch gestaltet. Neben einer Übersicht der Folgen, Sprecher und Verantwortlichen enthält es es nur eine Erklärung der - für die Handlung wichtigen - Gordonischen Sperre.

 

Fazit:

„Metropolis-Konvoi“ bietet mit formidablen Soundeffekten, gewohnt guten Sprechern, einer interessanten Story und dem toll gestalteten Finale sehr viel fürs Ohr.

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Hörspiel

Metropolis-Konvoi

Reihe: Mark Brandis 27

Dauer: ca. 73 Minuten

Umfang: 1 CD

Romanvorlage: Nikolai von Michalewsky

Manuskript: Balthasar von Weymann

Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker und Balthasar von Weymam

Sounddesign und Musik: Jochim-C. Redeker

Folgenreich/: Interplanar, Januar 2014

 

ASIN: B00G4PV1QC

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Sprecher:

Michael Lott

David Nathan

Philipp Brammer

Mira Christine Mühlenhof

Tanya Kahana

u. v. m.

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240226104511fa285fd7
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Erstellt: 11.07.2014, zuletzt aktualisiert: 12.02.2024 15:44, 13620