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Micro Mutants

Rezension von Bine Endruteit

 

Summt etwas in Ihrem Kopf? Schwirrt Ihnen etwas um die Ohren? Das können nur die mutierten Insekten aus „Mirco Mutans“ sein, die versuchen, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Schlüpfen Sie in die Rolle der Flyborgs, Chitinier, Sowjetopter oder USArthropoden und zeigen Sie den anderen mal so richtig, wie es rund geht. Verzeihung, ich meinte natürlich, wie es rund hüpft, denn bei diesem außergewöhnlichen Spiel handelt es sich um nichts anderes, als eine Art „Flohhüpfen delux“. Insektenchips werden über eine Spielfläche geschnippst und versuchen so, den Stürzpunkt des Gegners auszuschalten.

 

Spielziel

 

Das Ziel des Spiel ist klar: Mache deinen (oder deine) Gegner platt. Das gelingt, indem man zwei der drei Stützpunkte ausschaltet.

 

Ausstattung

 

Wenn man die „Micro Mutants“-Box öffnet, sticht einem als erstes das Spielfels ins Auge. Es ist nicht aus Pappe, wie man es gewohnt ist, sondern ist eine recht große, grüne Stoffmatte. Man muss ausreichend Platz haben, um sie auf einem Tisch ausbreiten zu können und dann auch noch genügend Zugriff darauf zu haben. Zur Not legt man sie einfach auf dem Boden, auch wenn es sich dort nicht ganz so komfortabel „hüpfen“ lässt. Da sie gefaltet ist, hat sie leider einige Knicke, die sich in die Höhe wölben, und die schon mal für ungewollte Hindernisse sorgen. Da aber alle Spieler diese Hürde nehmen müssen, kann man darüber hinwegsehen. Bei einem harten Untergrund sollte man zusätzlich eine Tischdecke oder etwas ähnliches unterlegen, damit die Insekten richtig gut hüpfen können.

 

Es sind vier verschiedene Insektenarmeen vorhanden. Jede besteht aus den Insektenchips, zwei Würfeln und den Stützpunkten. Dazu bekommt jeder Spieler einen Schnippser. Die Insekten sind aus stabilem Plastik, so dass sie auch bei etwas rüder Behandlung keinen Schaden nehmen. Zusätzlich gibt es Karten, auf denen die speziellen Fähigkeiten eines jeden Krabbeltiers erklärt sind. Jede Armee hat ihre ganz speziellen Eigenarten, die man erst kennen lernen muss. Doch die Verschiedenartigkeit ergeben sich spannende und immer wieder andere Duelle.

 

Spielregeln / Spielverlauf

 

Es gibt für „Micro Mutants“ einige verschiedene Kombinationsmöglichkeiten und Spezialvarianten, die dem Spiel zusätzliche Schwierigkeitsgrade verpassen, das Basisspiel ist jedoch denkbar einfach: Jeder Spieler hat drei Stützpunkte, die er auf den dafür vorgesehenen Feldern platziert. Seine Insekten kann er frei in dem Bereich drumherum anordnen. Das Ziel ist es, gegnerische Insekten auszuschalten und die Stützpunkte des Gegenübers zu zerstören. Dafür muss man sein Insekt so schnippsen, dass es auf einem anzugreifenden Chip liegen bleibt. Ein Insekt gilt dann sofort als besiegt und kommt aus dem Spiel, ein Stützpunkt muss zweimal getroffen werden, bevor er ausgeschaltet ist.

 

Mit welchen beiden Insekten man sein Glück pro Runde versuchen darf, zeigen die beiden Würfel, die man zu Beginn eines jeden Zuges wirft. Ist eines davon nicht mehr im Spiel, darf man es in der Umgebung von einem der eigenen Stützpunkte wieder einsetzen.

 

Es gibt einige Sonderregeln, die das Spiel noch spannender gestalten. Einige Insekten haben zwei unterschiedliche Seiten, liegt die Spezialseite oben, kann es eine Zusatzfunktion ausführen. Es ist dann zum Beispiel für bestimmte andere Insekten nicht mehr angreifbar oder darf ein Geschoss abfeuern. Diese Geschosschips funktionieren wie die Insekten selbst und sehen auch so aus. Sie werden einfach neben den Insektenchip gelegt und genauso geschnippst, wie man es gewohnt ist.

 

Wenn man dieses Grundspiel beherrscht, kann man es durch das Expertenspiel ersetzen oder es mit den Geländemarkern aufwerten. Beim Expertenspiel gibt es zusätzliche Vorräte, die auf dem Spielfeld verteilt werden. Diese kleinen Chips kann man erobern, indem man sein Insekt wie gewohnt auf ihnen platziert. Mit den Vorräten kann man dann die eigenen Stützpunkte aufwerten, von denen zwei zu Anfang des Spiel lediglich einen Treffer aushalten würden. Mit dem Aufrüsten erhält man zusätzliche Sonderfunktionen.

 

Die Geländemarker, also Säuregrube, Gavitationsmanipulator und Wurmloch, können zusätzlich auf dem Spielfels ausgelegt werden. Landet ein Insekt in einem solchen Gelände, ist es aus dem Spiel. Allerdings darf man beim Gavitationsmanipulator einen Meteorschauer auslösen, der gegnerische Insekten ausschalten kann. Es werden aus der Hand vier Meteorchips geworfen. Geworfene Wurmlochmarker erlauben das setzen von eigenen Insekten an die Stelle, an der diese gelandet sind.

 

Das Basis- und das Expertenspiel und die Geländemarker können beliebig miteinander kombiniert werden.

 

 

Spielspaß

 

Jeder, der als Kind Spaß am Flohhüpfen hatte, wird auch an „Micro Mutants“ seine Freude haben. Man sollte ein wenig Geschick im Umgang mit dem Schnippser mitbringen. Der Ausdruck „wenig“ ist hier tatsächlich wörtlich gemeint, denn darauf kommt es gar nicht an. Auch wer einfach auf gut Glück schnippst, landet jede Menge Treffer. Der Spielspaß nimmt bei mehreren Spielern deutlich zu, trifft man doch öfter was, umso mehr Insektenchips im Spiel sind. Außerdem lernt man schnell, welche Chips am besten hüpfen und wie man sie am schnellsten an die gewünschte Stelle befördert. Ein paar Übungsminuten sollte sich jeder vor Spielbeginn nehmen, um den Anfangsfrust zu vermeiden.

 

Doch was genau haben wir hier nun eigentlich? Ein Glücksspiel, weil die Chips doch immer landen, wo sie wollen? Sicher nicht, denn man kann sie schon zu einem guten Stück steuern. Ist es doch Taktik, die überwiegt? Nein, denn selbst, wenn man sich überlegen kann, welchen Stützpunkt man angreift oder welche Zusatzfähigkeit die beste ist, passiert doch zu viel Unerwartetes. Also ist „Micro Mutants“ vielleicht doch ein Geschicklichkeitsspiel? Ganz sicher nicht, dafür spielen zu viele andere Faktoren eine Rolle, auch wenn man natürlich etwas besser fährt, wenn man ein guter „Schnippser“ ist. Es ist die gelungene Mischung aus all diesen Bereichen, die das Spiel unterhaltsam und für wirklich jeden zu einem großen Spaß macht.

 

Übrigens: Es wird in der Anleitung angedeutet, dass es sich lediglich um die erste Box des Spiels handelt. Man darf sich also auf weitere Mutanten-Insekten-Armeen mit noch ausgefalleneren Sonderfähigkeiten freuen.

 

Fazit

 

„Micro Mutants“ ist ein Spiel, das auf dem einfachen Prinzip des Flohhüpfens beruht. Das einfache Schnippsen der Chips wurde jedoch großartig aufgewertet. Durch eine tolle Optik, verschiedene Chipgrößen, eine gute Geschichte und die zahlreichen Zusatzfunktionen ist ein ganz neues Vergnügen entstanden. Wer wird das Rennen machen? Verzeihung, ich meinte natürlich, wer wird den Hüpfer machen?

 

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Brettspiel:

Micro Mutants

Heidelberger Spieleverlag / Fantasy Flight Games

Autor: M. Maggi, F. Nepitello

Spielerzahl: 2 bis 4

Spieldauer: mindestens 30 Minuten

Mindestalter: ab 10 Jahre

ASIN: B000WH1Y4C

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 1 Spielmatte
  • 4 Plastikschnipsser
  • 39 kleine runde Insektenchips
  • 12 große runde Insektenchips
  • 12 eckige Insektenchips
  • 4 Geschosskarten
  • 8 Würfel
  • 20 Typkarten
  • 4 Lineale
  • 20 Vorratsmarker
  • 16 Evolutionskarten
  • 3 Netzmarker
  • 12 Stützpunkte
  • 8 kleine Stützpunkte
  • 3 Geländemarkierungen
  • 4 Wurmlochmarker
  • 4 Meteormarker
  • 1 Spielregel

 


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Erstellt: 26.04.2008, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50