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Mirrorscape - Gefangen im Reich der Bilder von Mike Wilks

Rezension von Linda Dannenberg

 

Rezension:

Der junge Mel ist ein begnadeter Künstler. Obwohl seine Eltern recht arm sind und er deshalb seine Zeichenmaterialien meist improvisieren muss, gelingen ihm beeindruckende Bilder. So schön sind diese, dass der alte Priester des Dorfes, in dem Mel wohnt, beschließt, einige Zeichnungen von Mel einem Experten zu schicken, damit dieser sie beurteilen. Tatsächlich erregen Mels Bilder auch bei dem berühmten Meister Ambrosius Blenk Aufmerksamkeit, sodass er seinen Hausverwalter Dirk Tot in Mels Dorf schickt, um mit seinen Eltern zu reden. Blenk leitet eine Schule für junge Künstler. Normalerweise müssen Studienplätze dort bezahlt werden – teuer bezahlt, ein einfacher Bürger kann sie sich für gewöhnlich nicht leisten. Doch Mels außerordentliches Talent soll nicht vergeudet werden, weshalb Blenk im ein kostenloses Studium gewährt.

 

Mels Eltern sind nicht begeistert von dieser Idee. Sie lehnen ab, schicken Dirk Tot zurück in die Stadt Vlam und machen Mel damit zutiefst unglücklich. Einige Tage darauf kommen Mitglieder der fünften Gilde in das Dorf. Die Gilden sind korrupte Handelsinstitutionen, die alles besteuern und für sich beanspruchen, was über das Lebensnotwendige hinausgeht. So auch Farben und Kunst. Weil der Priester Mels Bilder ausgestellt hat, wird er halb zu Tode geprügelt und auch Mel wollen die Gildenmitglieder drangsalieren. In letzter Minute wird er von Dirk Tot gerettet und aus dem Dorf gebracht. Nun kommt er doch noch auf die Akademie des Meisters. Aber auch dort lauern mehr Gefahren, als Mel ahnen kann ...

 

„Mirrorscape“ ist der erste Roman des Künstlers, Illustrators und Sachbuchautors Mike Wilks. Die Liebe zur Kunst, die der Autor verspürt, kommt nicht nur in seiner zauberhaften Geschichte, sondern auch in kleinen, liebevollen Zeichnungen innerhalb des hübsch aufgemachten Buches zur Geltung.

 

Das Buch bildet den Auftakt einer Trilogie, dennoch geschieht schon eine ganze Menge mehr als nur die Einführung der Charaktere und das Stellen der Weichen für die spätere Handlung. Wilks erzählt teilweise in recht rasantem Tempo, lässt ein spannendes Abenteuer auf das nächste folgen, dabei bleibt allerdings die Charakterentwicklung manchmal auf der Strecke, Mel und alle anderen Haupt- und Nebenfiguren wirken doch recht blass und flach.

Stets wiederkehrendes Motiv ist natürlich die Rolle der Kunst, der Farben und Bilder, von denen eine ganze Menge Magie ausgeht. So lernt Mel beispielsweise, wie man in ein Bild hinein gelangen kann – und welche Konsequenzen das mitunter hat. Wilks beweist hierbei, dass er nicht nur mit dem Pinsel kreativ sein kann, sondern auch mit Worten phantastische Bilder in die Köpfe seiner Leser zaubert.

 

Trotz vieler wunderbarer Ideen gibt es in „Mirrorscape“ doch einige Mankos. Zu oft gibt es nicht nachvollziehbare Zufälle, die die Handlung beeinflussen und nicht minder oft verhalten sich die Charaktere vollkommen unlogisch. So gehen Mel und seine Freunde beispielsweise ein Risiko nach dem anderen ein, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten, manchmal provozieren sie nahezu Ärger. Die Handlung wirkt deshalb einfach zu konstruiert und verliert somit manchmal ihren Reiz.

 

Nichtsdestotrotz ist „Mirrorscape“ ein gelungenes Debüt. In kurzweiligem Stil hat Mike Wilks eine interessante, kreative Fantasy-Geschichte geschrieben, in der er seine große Vorstellungskraft unter Beweis stellt, die besonders junge Leser begeistern wird und Kunstfreunden sicher das ein oder andere Schmunzeln entlockt.

 

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Mirrorscape - Gefangen im Reich der Bilder

Autor: Mike Wilks

Oetinger, August 2008

Hardcover, 446 Seiten

Übersetzer: Bettina Münch

ISBN-10: 3789151254

ISBN-13: 978-3789151255

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 30.08.2008, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53