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Miss Fishers mysteriöse Mordfälle Staffel 3

Filmkritik von Christel Scheja

 

Drei Staffeln durfte die australische Krimiserie „Miss Fishers mysteriöse Mordfälle“ überdauern, danach war leider Schluss. Nun legt Polyband auch die letzte auf, genau so aufgemacht und ausgestattet wie die ersten beiden Staffeln. Allerdings gibt es diesmal nur acht statt dreizehn Episoden.

 

In der dritten Staffel klärt Phryne Fisher auch weiterhin geheimnisvolle und verzwickte Mordfälle auf. Begleitet von ihrer treuen Freundin und Gesellschafterin Dot. Aber diesmal geht ihr der ein oder andere auch an die Substanz, da sie es mehr als einmal auch mit ihrem chaotischen Vater zu tun bekommt. Der hat sich – verantwortungslos wie immer – abgesetzt und verprasst Geld mit unsinnigen Investitionen und im Spiel.

Zudem wird er nun auch noch von einem geheimnisvollen Fremden verfolgt, der ihn aus irgendwelchen Gründen zerstören will. Was nun aber genau hinter diesen Rachegedanken genau dahinter steckt soll am Ende auch Phryne bis ins Mark erschüttern.

Da sind die Fälle, mit denen sie es zu tun bekommt schon weniger persönlich, auch wenn sie einen alten Freund aus Kriegstagen dabei unterstützen soll, einen seiner Piloten aufzuspüren und zugleich den Mord an einer jungen Frau aufzuklären. Dann unterstützt sie ihre Tante Prue, die sich einen seltsamen Psychologen ins Haus geholt hat, untersucht den Tod einer Varietékünstlerin oder schlägt sich mit der italienischen Camorra herum, die sich inzwischen auch auch Australien verlaufen hat. Und letztendlich bietet auch ein Grand Hotel seine düsteren Geheimnisse.

Derweil bereiten Dot und Hugh, der junge Assistent von Inspektor Jack Robinson ihre Hochzeit vor und versuchen letzte Unstimmigkeiten zu klären, was nicht immer einfach ist, hat erstere doch durch Phryne gelernt, dass sie eine Frau nicht alles gefallen lassen muss.

Und schließlich kommen sich auch Jack und Phryne näher, erkennen im Verlauf der Folgen, was sie einander wirklich bedeuten und geben es letztendlich auch zu.

 

Auch in der letzten Staffel gibt es einen losen roten Faden – das Geheimnis, das Phrynes Vater und den Teil der Familiengeschichte betrifft, den er ihr bisher verschwiegen hat. In drei der acht Folgen wird das mehr oder weniger zum Thema gemacht und beweist, dass es auch Momente gibt, in denen die sonst so souveräne Phryne ihre Fassung verlieren kann. Eine Person schafft es wunderbar auf ihren Nerven herum zu tanzen und dabei keine Gewissensbisse zu haben.

Und natürlich entwickeln sich auch die Hauptfiguren wieder etwas mehr aufeinander zu. Dot und Hugh, die ja schon in der zweiten Staffel ihre Verlobung feierten, werden nun noch einmal mit den letzten Missverständnissen und Schwierigkeiten konfrontiert, die ein junges Paar zu dieser Zeit durchaus haben kann, zumal es nicht selbstverständlich ist, dass die Frau auch in der Ehe noch weiter arbeitet. Dot hat sich tatsächlich emanzipiert und steht für ihre Wünsche ein, was Hugh erst einmal verarbeiten muss.

Und auch Phryne zeigt jetzt mehr und mehr, dass sie nicht nur mit Jack Robinson spielen will, sondern es durchaus ernst mit ihm meint. Auch der sonst so reservierte Inspektor kommt ein wenig aus seinem Schneckenhaus heraus.

Ansonsten ist alles beim alten, zwei Taxifahrer, ein Butler und natürlich Tante Prue ergänzen den Reigen der wiederkehrenden Personen und tragen ihren Teil dazu bei, die Zeit und das Umfeld lebendig werden zu lassen.

Einige der Themen sind zwar nicht mehr neu, aber sie gehören einfach zu dieser Zeit und werden ansprechend präsentiert und variiert, so dass keine Langeweile aufkommt. Dennoch merkt man zum Ende hin, dass die Episodenanzahl in dieser Staffel auch mehr als ausreicht, da viele der Nebenhandlungen langsam aber sicher ausgereizt sind.

Insgesamt wirken die Folgen nicht mehr ganz so leichtfüßig wie die ersten, was teilweise auch an den ernsteren Themen – wie die Überwindung von Traumata liegt, die gerade Frauen stark in die Depression reißen.

Alles in allem stimmt aber auch weiterhin das Ambiente und der Zeitkolorit. Man fühlt sich nicht nur inhaltlich in die „Goldenen Zwanziger“ zurückversetzt, sondern auch bei dem, was man sieht – Kulissen und Kostüme sind erstklassig gewählt.

Bild und Ton sind wie immer auf der Höhe der Zeit, die Extras auf den DVDs können sich wie auch das Booklet sehen lassen.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem weiß „Miss Fishers mysteriöse Mordfälle“ auch in der dritten und letzten Staffel zu gefallen, zumal die Geschichte durchaus in sich geschlossen ist und die wichtigen Handlungsstränge ihren Abschluss finden. Das Lokal- und Zeitkolorit ist wie immer so stimmig, dass man sich geradewegs in die Zwanziger zurückversetzt fühlt – zusammen mit all den kleinen aber feinen gesellschaftlichen Problemen, die man damals hatte.

 

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Eure Meinung:

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DVD:

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle, Staffel 3

Regisseur(e): Tony Tilse, Mat King und andere

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch, Englisch

Untertitel: Deutsch, Englisch

Anzahl Disks: 3

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 30. September 2016

Produktionsjahr: 2014

Spieldauer: 432 Minuten

ASIN: B01HQWOMG2

 

Erhältlich bei: Amazon

Darsteller:

  • Essie Davies
  • Nathan Page
  • Ashleigh Cummings
  • Hugo Johnstone-Burt
  • Miriam Margolyes

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Erstellt: 27.09.2016, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56