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Mitternachtspalast von Carlos Ruiz Zafón

Rezension von Heike Rau

 

Es ist der Tag des Abschiedsfestes, als die elegant gekleidete Dame in Begleitung einer Mädchens zum Waisenhaus kommt. Aryami Bosé übergibt Direktor Carter ein Medaillon und so weiß er, dass er die Frau vor sich hat, die vor sechzehn Jahren Ben vor der Tür des Waisenhaus abgelegte, zusammen mit einem Brief, in dem sie um Hilfe bat, das Baby zu schützen.

Sie ist nach so langer Zeit noch einmal gekommen, um Mr Carter davon zu überzeugen, dass der Junge nach wie vor in Gefahr ist.

 

Ben unterdessen kann nicht an sich halten. Er spricht das Mädchen, das draußen auf seine Großmutter warten soll, an. Er erzählt ihr von der Showbar Society, die nun aufgelöst werden soll, weil die Zeit im Waisenhaus für die 16-jährigen zu Ende ist. Noch einmal wollen sich Ben, Ian, Isobel Seth, Michael, Siraj und Roshan in ihrem Geheimversteck, dem Mittenachtspalast, treffen. Sheere darf dabei sein, wenn sie eine Geschichte erzählt, die sie noch niemandem zuvor anvertraut hat.

 

Sheere erzählt ihre eigene Geschichte. Sie berichtet, was sie von ihrem Eltern, die beide nicht mehr am Leben sind, weiß. Sie erzählt von dem Buch, das ihr Vater geschrieben hat und dem Haus, das er gebaut haben muss. Sheere glaubt, dass es existiert. Und so wird die Auflösung des Geheimbundes verschoben, denn alle wollen mit suchen helfen.

In der Nacht hat Ben eine merkwürdige Erscheinung. Er hört Kinderstimmen. Als er dem seltsamen Phänomen nachgeht, wird er Zeuge eines Zugunglücks. Man kann dies nur für einen Albraum halten.

Sheere kann ihrer Großmutter entwischen und so hört auch sie von dem seltsamen Vorkommnis, als Ben seinen Freunden davon erzählt.

 

Unterdessen explodiert das Büro des Direktors. Mr Carter ist wird schwer verletzt. Aber er kann Ben noch warnen und ihm raten mit Aryami Bosé zu sprechen. Er erzählt ihm von Jawahal, der die Explosion zu verantworten hat, und der Bedrohung, die von ihm ausgeht. Das Leben Bens glaubt Mr Carter in Gefahr.

Noch nimmt Ben den Ernst der Lage nicht an. Doch bald muss er seine Meinung ändern. Es ist tatsächlich jemand hinter ihm her und auch hinter Sheere, die seine Schwester ist. Bald ist die ganze Gruppe in Gefahr.

 

Die Geschichte spielt in Kalkutta im Jahre 1932. Der Autor lässt den erwachsenen Ian die Geschichte im Rückblick aus der Erinnerung erzählen, wobei sich Ian zwischendurch aus der Ich-Perspektive direkt an den Leser wendet.

 

Es ist die Vergangenheit, die Ben und Sheere einholt. Die Bedrohung geht von Jawahal aus, dessen wahre Identität lange im Dunkeln bleibt. Man kann ihn als bösen Geist oder Dämon sehen. Er ist wahnsinnig und treibt ein böses Spiel mit den Jugendlichen. Er hat eine Macht, die nicht zu erklären ist. Und so wird der Leser von immer neuen unerklärbaren Szenen überrascht. Mit den von Jawahal ausgehenden Bedrohungen umzugehen, ja diese zu überleben, erfordert die gesamte Kraft der Showbar Society. Als Leser wird man in einen Strudel des Grauens gezogen. Das ist natürlich ungeheuer spannend. Man muss aber auch sagen, dass manche Szenen, was die Brutalität betrifft, überzogen sind. Für ab 12jähre ist das nicht unbedingt geeignet. Besser ist es, etwas älter zu sein.

 

Die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Jawahal ist ein geheimnisvoller Mann von dem ein ungeheures Grauen ausgeht. Die Jugendlichen sind in ihrem Charakter sehr unterschiedliche. Doch ist ihre Freundschaft ihnen viel wert und daher sehr fest. Würde nicht einer für den anderen einstehen, hätten sie wohl keine Chance.

 

Fazit:

Es ist das Unberechenbare, das einen mit atemloser Faszination die Geschichte erleben lässt. Man liest und gruselt sich mit Begeisterung.

 

 

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MEDIUM:

Mitternachtspalast

Autor: Carlos Ruiz Zafón

Aus dem Spanischen von Lisa Grüneisen

Fischer FJB, Oktober 2010

400 Seiten, gebunden, 18,95 Euro

ab 12 Jahren

ISBN-10: 3841440029

ISBN-13: 978-3841440020

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 01.12.2010, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06