Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Mont Saint Michel, Das Geheimnis des verschwundenen Buches

Rezension von Bine Endruteit

 

In Mont-Saint-Michel ist das „verschwundene Buch“ wieder aufgetaucht! Doch nicht komplett, sondern in Form von einzelnen Seiten und Fragmenten. Eine Gruppe von Detektiven macht sich zum Klosterberg in der Normandie auf, um diese zu finden. Natürlich will jeder die meisten Stücke bekommen. Darum ermitteln sie verdeckt und verkleiden sich als Mönche, so dass sie nicht mehr zu erkennen sind. Wer von ihnen wird am Ende das Rätsel des „verschwundenen Buches“ lösen können?

 

 

Verständlichkeit der Spielregeln

Das beiliegende Heft, in dem die Spielregeln erklärt werden, macht optisch sehr viel her. Es ist mit wunderschönen Illustrationen versehen und in drei Sprachen (Deutsch, Französisch und Italienisch) gehalten. Leider ist der Inhalt nicht so überzeugend. Die grundsätzlichen Regeln lassen sich zwar leicht verstehen, aber beim Sortieren der Karten wird es schwierig. Zwei Kartenstapel, die sich kaum unterscheiden, müssen auf eine bestimmte Art gemischt werden: erst die eine Hälfte, dann einige Karten aussortieren, von anderen Karten nur eine von der Spieleranzahl abhängige Anzahl nehmen, drei Karten unter den vorhanden Stapel legen…. Da schwirrt einem der Kopf, man versteht kaum, was verlangt wird, und hat auch nach drei Versuchen immer noch etwas falsch gemacht.

 

Spielziel

Ziel des Spiels ist es, am Ende so viele Punkte wie möglich mit den Buchseiten gesammelt zu haben. Aber natürlich auch mit der eigenen Figur. Das ist mit verschiedenen Schwierigkeiten verbunden, da man seine eigene Spielfigur meist gar nicht kennt oder erst nach einer Weile findet und man dann trotzdem nicht offen spielen kann, um dem Gegnern nicht zu verraten, wer man ist.

 

Spieldauer

Die Spieldauer ist mit 50-60 Minuten angegeben, was eine realistische Einschätzung ist. Nachdem die Regeln und die Sortierung der Karten einmal verstanden wurden, kann die Partie auch schneller beendet sein.

 

Spielvorbereitung

Das Schwierigste ist das richtige Mischen der Karten, allerdings nur beim ersten Spielen. Irgendwann hat man begriffen, wie es geht, dann ist auch das schnell erledigt. Die Spielfiguren sind etwas ganz Besonderes. Der untere Teil ist farbig, die „Mönchskutte“ in grau gehalten. Beide Teile können getrennt werden und haben einen Hohlraum. Es kommen immer alle sechs Figuren zum Einsatz, egal, wie viele Leute mitspielen. Vor dem Spielbeginn schreibet jeder seinen Namen auf einen kleinen Zettel. Zusätzlich gibt es weitere Zettel, die für jede Figur, die sonst leer bleiben würde, mit einem X versehen werden. Die Papiere werden zusammengerollt, gemischt und dann auf die Figuren verteilt. Jeder der Detektive hat also seine Identität „unter der Kutte“ versteckt. Keiner weiß, wer mit welcher Farbe spielt, nicht mal sich selbst kennt man. Vor Spielbeginn darf jedoch jeder Spieler in eine Figur hineinschauen. Auf einem vorgedruckten Blatt kann man vermerken, welche Identität sich hinter der Farbe befindet und wer sich welche Figur angesehen hat.

 

 

Spielablauf

Alle Figuren starten im Dorf. Zusätzlich gibt es weitere sechzehn Orte, die aufgesucht werden. Ist man an der Reihe, deckt man immer eine Orts-Karte und eine Buchseiten-Karte auf. Auf der Orts-Karte sieht man den Namen und die Nummer des Ortes, der als nächstes aufgesucht werden muss. Welche Figur man dazu benutzt, ist egal. Auf der Buchseiten-Karte ist durch Punkte angezeigt, ob man einen oder zwei Orte weiterziehen darf. Wenn eine Figur den gewünschten Ort erreicht hat, bekommt sie die Buchseiten-Karte. Diese kann Plus- oder Minuspunkte zeigen. Die Karten werden für jede Farbe gesondert am Spielrand gesammelt.

 

 

Es gibt zusätzliche Sonderoptionen. Zwischen den Buchseiten-Karten sind auch Identitäts-Karten versteckt. Wenn man eine solche gezogen hat, darf man in eine beliebige Figur hineinschauen. Dies ist pro Person dreimal pro Spiel möglich. Hat man Pech, dauert es lange, bis man eine solche Karte zieht, und man bekommt erst ganz am Ende der Runde wichtige Informationen.

 

Des Weiteren gibt es Wasser-Karten, mit denen man zusätzliche Züge machen kann, die über das Meer führen. Außerdem dürfen nie zwei Figuren auf einem Feld stehen. Ist dies der Fall, muss die dort stehende Figur weitergeschoben werden. Man kann in einem Zug also viele Figuren gleichzeitig bewegen. Ein Sonderfeld auf dem Plan erlaubt es den Spielern, sich von dort aus um bis zu zwei weitere Felder zu bewegen. Alle Sonderaktionen können miteinander kombiniert werden.

 

 

Spielspaß

Leider hält sich der Spielspaß stark in Grenzen. Alles hängt davon ab, ob man seine Figur oder die der Gegner entdecken kann. Dies geschieht durch die Identitätskarten oder genaue Beobachtungen. Da man aber nie wissen kann, ob der Gegner seine Figur bereits kennt, kann man dabei ganz schön auf die Nase fallen. Hat ein Spieler durch Zufall am Anfang seine eigene Figur erwischt und ein anderer bis zuletzt keine Ahnung, welche Farbe ihm gehört, ist das gesamte Spiel extrem unausgeglichen und unfair. Es kommt nur darauf an, Glück zu haben. Schon die erste Spielrunde ist nicht sehr überzeugend, auf die Dauer wird es eher noch langweiliger als spannender. Man kann kaum planen und es ist ziemlich egal, was man tut, solange man seine eigene Figur nicht kennt. Und selbst dann muss man so handeln, dass die anderen Spieler das nicht erkennen. Es bleibt einen höchstens die Optionen, gegen eine andere Figur zu spielen, die man kennt.

 

 

Altersgruppe

Trotz der stellenweise recht schwer verständlichen Spielregeln ist das Spiel ab 8 Jahren zu empfehlen, wie auf der Packung angegeben.

 

Anzahl von Mitspielern

Bis zu fünf Leute können mitmachen, für zwei Spieler gibt es jedoch besondere Regeln. Je mehr Personen, desto besser, denn dann bekommt man garantiert Informationen zu mindestens drei Identitäten, die kein „Mr. X“ sind.

 

Fazit

Leider ist Mont-Saint-Michel trotz seiner wunderschönen Aufmachung nicht zu empfehlen. Zwar sind der Spielplan, die Karten und die Figuren optisch ein Vergnügen, aber das hat leider keinen Einfluss auf das Spiel selbst. Der Glücksfaktor nimmt hier eine große Rolle ein und sorgt dafür, dass die Spielrunden extrem ungerecht verlaufen können. Meist hat man keine Ahnung, wer man selbst oder wer die anderen sind, und selbst wenn, nutzen einem diese Informationen nicht immer etwas. Man kann also nichts wirklich planen und zieht wahllos die Figuren über das Brett. Eine schöne Spielidee, die leider nicht gut umgesetzt wurde.

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Brettspiel:

Mont Saint Michel, Das Geheimnis des verschwundenen Buches

von Schmidt Spiele GmbH

Spieler: 2 bis 4

Dauer: 50-60 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

ASIN: B000FQW12O

Erhältlich bei: Amazon

 

 

 

 


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 11.07.2007, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50