Göttlicher Gangster knüpft nahtlos an die Ereignisse des Vorgängerbandes an. Der Mondritter befindet sich also nach einem verlorenen Kampf in der Gewalt des Gangsterbosses Achilles Fairchild. Der hatte sich überraschend als (zu) schlagkräftiger Ase erwiesen. Nun müssen Hunter’s Moon und Co. einspringen, um den widerspenstigen Avatar des Khonshu aus einer brenzligen Lage zu befreien. Doch es warten noch weitere Herausforderungen.
Jed MacKay (Auferstanden aus der Asche) darf seine Geschichte um Marc Spector alias Moon Knight und sein Team weiter gestalten. Dabei erreichen die ersten beiden Hefte, die der Top-Autor im Rahmen des Bandes präsentiert, leider nicht ganz die gewohnte Qualität. Das liegt nicht nur daran, dass das Superheldenteam einen haarsträubenden Plan ersinnt und die Tochter eines Verbündeten dabei in Lebensgefahr bringt, was mindestens unnötig scheint. Der Verbündete ist dann auch zufällig gleich zur Stelle und zeigt sich lammfromm. Auch die Idee, etwas Klamauk mit der vermeintlichen Schurkentruppe »8 Ball und die Pool Party« in die Handlung zu bringen, geht nicht auf. Im düsteren Setting um den Mondritter wirkt das wie ein Fremdkörper.
Zum Glück findet MacKay in den restlichen drei Heften des Bandes zu alter Stärke zurück. Denn hier rückt die Konfrontation mit Achilles Fairchild mit einem nachvollziehbaren Plan in den Fokus. Zudem gibt es einen Blick in die derangierte Psyche von Marc Spector, verbunden mit einem Wagnis, das genau zu seinem Charakter passt. Das Finale bilden dann zahlreiche Auseinandersetzungen, bei denen auch der Rest der Mondtruppe mitmischen darf. Der Band endet dann auch dieses Mal mit einem starken Cliffhanger.
Leider ist Allessandro Cappucio, der den letzten Band maßgeblich visuell gestaltet hatte, nicht länger Teil des Zeichnerteams. Dafür dürfen mit Domenico Carbone und Devmayla Pramanik immerhin zwei Künstler die Zeichenfeder schwingen, die bereits den Avatar des Knonshu gestaltet haben.
Allerdings hatten beide bereits letztes Mal nicht das Niveau von Cappucio erreicht und das setzt sich fort. Besonders die – auch erzählerisch schwächeren – ersten beiden Hefte, für die Carbone verantwortlich ist, enttäuschen teilweise. Zwar ist die Gestaltung von Mondgott und Avataren gelungen. Das Figurendesign von Achilles Fairchild kann jedoch nicht überzeugen. Auch die düstere Atmosphäre, die zur Mondritter-DNA gehört, fehlt über weitere Strecken. Besser macht vieles immerhin Pramanik. Die Stimmung im zweiten Teil, den er gestaltet, ist nicht nur erzählerisch, sondern auch visuell dunkler. Dazu kommen spannende Ideen. So werden unter seiner Zeichenfeder Dinge, die an Marc Spector nagen, buchstäblich zu Panelumrandungen in Form von Reißzähnen. Insgesamt zeigt sich Paramanik im Vergleich zum letzten Band verbessert. An einigen Stellen hätte man sich im Band trotzdem Cappucio als Zeichner gewünscht.