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Moonshine – Stadt der Dunkelheit von Alaya Johnson

Rezension von Christel Scheja

 

Die 1982 geborene Alaya Johnson machte 2004 ihren Abschluss in ostasiatischer Sprache und weilte eine Weile in Japan, kehrte dann aber wieder nach New York zurück, wo sie noch heute lebt und arbeitet. Da sie Bücher liebt, fing sie irgendwann selbst an zu schreiben. „Moonshine – Stadt der Dunkelheit“ ist ihr erster in Deutschland veröffentlichter Roman.

 

Die „Roaring Twenties“ sind auch für die Bewohner New Yorks eine aufregende Zeit, denn auch wenn sich die Sitten gelockert haben und der Fortschritt selbst bis in die Elendsviertel gelangt, so gibt es doch auch weiterhin gesellschaftliche Probleme und nicht zuletzt die strengen Gesetze der Prohibition. Alkohol darf nicht mehr öffentlich verkauft werden. So sind die Liebhaber von Hochprozentigen gezwungen in die Illegalität zu gehen, sei es nun als Betreiber oder als Besucher versteckter Bars und Clubs.

Dazu kommen Korruption und Gewalt. Vor allem die, die sich am wenigsten wehren können, werden ausgebeutet und gequält – egal ob es sich dabei um Einwanderer, Frauen – oder Vampire - handelt.

Hier kommt Zephyr Hollis ins Spiel. Die selbstbewusste junge Frau gehört den sogenannten „Defenders“ an, die um die Welt der Dunkelheit und die übernatürlichen Geschöpfe Bescheid weiß.

Sie tritt offen für die Rechte der Unterdrückten ein und wagt dabei auch schon einmal den ein oder anderen ungewöhnlichen Auftritt.

Amir, ein Djinn amüsiert sich köstlich über ihre Bemühungen, die irgendwie nicht viel zu bringen scheinen. Immerhin scheint sie ja nicht einmal einen Jungen im Zaum halten zu können, der nicht einmal in der Pubertät ist und schon von Unbekannten zum Vampir gemacht wurde.

Aber dennoch bittet er sie schließlich um Unterstützung im Kampf gegen den mächtigen Drogenboss und Vampir Rinaldo, der für so manches Unrecht und Elend in der Stadt verantwortlich zu sein scheint. Doch es ist schwierig, Beweise für seine Schuld zu finden – und schon bald steckt Zephyr mitten in einem Machtkampf der nicht nur mit Schusswaffen und Gewalt geführt wird.

 

Die Idee die Handlung ihres Romans in die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts zu verlegen ist sicherlich interessant, da die Uhren damals noch etwas anders liefen und auch in New York rassische und soziale Schranken eine Rolle spielten.

Allerdings nutzt Alaya Johnson das Setting nicht so weit aus, das wirklich die eigentümliche Atmosphäre dieses Jahrzehnts entsteht. Hin und wieder gibt es Anklänge an die Grenzen der Gesellschaft und Technik – aber die meiste Zeit merkt man gar nicht, dass man sich in den „zwanziger Jahren“ befindet, was dem Hintergrund einiges an Kraft nimmt.

Die Geschichte ist eher durchschnittlich zu nennen. Hollis ist eine selbstbewusste und freche Kämpferin für das Recht der Schwachen, aber auch sie lässt sich von dem geheimnisvollen Amir umgarnen, der zunächst eine sehr ambivalente Rolle spielt.

Allerdings spielt die Romanze eine nicht so große Rolle in der Geschichte wie man vermuten könnte. Viel mehr steht der Kampf gegen die Machenschaften des Mafia- und Drogenbosses im Mittelpunkt, der den Helden immer wieder einen Schritt voraus zu sein scheint. Aber auch da zeigen sich sehr schnell schwächen, denn wenn die Helden etwas heraus bekommen, dann meistens durch Zufall.

Gerade in der ersten Hälfte des Buches tappen sie im Dunklen und wissen nicht wirklich wo sie anfangen sollen. Auch der Showdown enttäuscht, kommt doch etwas ans Licht, was vorher nicht einmal angedeutet wurde, denn auch Hollis ist etwas mehr als ein einfacher Mensch. Aber eine wirkliche Charakterentwicklung gibt es weder bei ihr noch bei anderen Figuren des Buches.

 

Alles in allem ist „Moonshine – Stadt der Dunkelheit“ zwar sehr solide geschrieben, inhaltlich aber nicht wirklich überzeugend, um lange zu fesseln, da weder die Spannung stimmt, noch der Hintergrund oder die Figuren Tiefe besitzen und auch das Ende nicht ganz zufrieden stellen will.

 

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Moonshine – Stadt der Dunkelheit

Autorin: Alaya Johnson

Knaur, erschienen August 2010

Klappbroschur, 425 Seiten

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Christiane Meyer

Titelbild: Diverse Motive von corbis & finepic

ISBN-10: 3426507161

ISBN-13: 978-3426507162

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 16.09.2010, zuletzt aktualisiert: 31.08.2018 17:18