Sir Reginald will allen seinen potenziellen Erben sein geändertes Testament verkünden. Als neutralen Zeugen lädt er den Privatdetektiv Inspector Crowe auf sein Herrenhaus Ashcombe Manor ein. Bevor Sir Reginald jedoch dazu kommt, seine Absichten zu offenbaren, stirbt er. Crowe ist sich sicher, dass es ein Giftmord war und beginnt mit den Ermittlungen.
Ein abgelegenes Herrenhaus, eine herrschaftliche Familie, die zusammengekommen ist, ein Mord und ein Unwetter, dass alle am Verlassen des Hauses hindert – das alles bildet ein klassisches Ambiente für das Cosy-Crime-Genre. Die Handlungszeit wird zwar nicht konkret genannt, doch spricht alles für das frühe 20. Jahrhundert.
Auch der Erzählstil Wolfgang Ruetz’ passt gut zu dem, was der Leser von klassischen Cosy-Crime-Stories erwartet. Dazu kommt, dass der Fall elegant konstruiert ist und es zahlreiche Charaktere gibt, die ein mögliches Motiv gehabt hätten sowie eine Auflösung des Falls, mit der wohl niemand gerechnet hätte.
Allerdings gibt es auch einige Kritikpunkte zu vermerken: Obwohl der eigentliche Fall ›funktioniert«, fallen diverse Unstimmigkeiten ins Auge. Der Protagonist Inspector Crowe ist ein ehemaliger Polizist, der den Dienst quittiert hat und jetzt als Privatdetektiv arbeitet. Aber wieso wird er dann noch ständig und auch im Titel mit seinem polizeilichen Dienstrang angeredet? Die einzige Straße, auf der man Ashcombe Manor verlassen könnte, ist überflutet, weswegen vor dem Morgen keine Hilfe herbeigeholt werden kann. Aber was hat die Überflutung mit dem morgendlichen Hellwerden zu tun? Nach einem Blitzschlag flackert das Licht und leuchtet danach nur noch schwach. Der Butler wechselt die Sicherung. Wenn die Sicherung durchgebrannt wäre, würde das Licht aber natürlich gar nicht mehr leuchten. Etliche derartige Logiklücken schmälern das Lesevergnügen in der Summe dann doch deutlich. Hier wäre eine gründliche Überarbeitung angeraten, die dieses Buch zu einer gelungenen Cosy-Crime-Geschichte machen könnte.