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Mord ist kein Kinderspiel von Alan Bradley

Reihe: Flavia de Luce, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Bereits mit ihrem ersten Band gewann die junge Heldin „Flavia de Luce“ viel Lob bei Autoren und Kritikern. Nun legt Alan Bradley ein zweites Buch nach, in dem seine elfjährige Heldin wieder einen Fall lösen darf, nämlich „Mord ist kein Kinderspiel“.

 

In dem kleinen beschaulichen Ort Bishop’s Lacy passiert nur selten Außergewöhnliches. Auch Fremde verirren sich kaum in den kleinen Ort, in dem jeder jeden kennt – oder zu kennen scheint.

Eines Tages ändert sich dass, denn ein aus dem Fernsehen bekannter, fahrender Puppenspieler und seine Gehilfin stranden in dem Dorf, weil ihr Wagen einen Motorschaden hat. Bis die entsprechenden Ersatzteile da sind, müssen sie so lange in Bishop’s Lacy bleiben.

Da kommt es ihnen sogar ein wenig recht, dass der Dorfpfarrer ihnen das Angebot macht, doch eine spontane Aufführung im Gemeindehaus zu gestalten.

Flavia, die immer interessiert an Neuem ist, freundet sich mit dem Puppenspieler und der jungen Frau an und merkt schon bald, dass die beiden auch ihre Geheimnisse haben. Doch diese scheinen eher harmlos – bis zu dem Moment, in dem ausgerechnet bei der Aufführung einer der beiden zu Tode kommt.

Flavia sieht sich den Schauplatz des Unfalls genauer an und erkennt ziemlich schnell, das Mord dahinter steckt. Mit Hilfe ihrer guten Beobachtungsgabe und gewissen Kenntnissen im Bereich der organischen und anorganischen Chemie kommt sie schon bald hinter das Geflecht aus Lügen und Geheimnissen, das hinter allem steckt, auch wenn sie einen weiteren Mord erst einmal nicht verhindern kann ...

 

Alan Bradley erfindet keine neue Geschichte, denn altkluge junge Damen in einem eher beschaulichen und spießigen Umfeld, das wie aus einer anderen Zeit wirkt, gibt es in der englischen und amerikanischen Geschichte einige – die bekannteste ist wohl Wenesday Addams aus der gleichnamigen Fernsehserie.

Es ist die liebenswerte Art, in welcher der Autor die Geschichte erzählt. Gespickt mit schwarzem Humor und einer ordentlichen Prise Sarkasmus, vergisst er doch nie das makabere in eine eher harmlose Gestalt zu hüllen, deren wahres Aussehen man erst bei genauerem Hinsehen erkennt.

Auch wirkt die Geschichte zunächst sehr geradlinig – je mehr sie aber fortschreitet lässt sich das Konstrukt aus Querverbindungen erkennen, die das Abenteuer durchzieht. So kommt es immer wieder zu netten kleinen Überraschungen, die neue Würze in die Geschichte bringen.

Die Figuren sind vielleicht nicht sonderlich ausgearbeitet, lassen sich aber gut durch ihre Macken und Eigenheiten voneinander unterscheiden.

Während Kinder und Jugendliche sich gut mit der Heldin identifizieren können, die trotz ihrer altklugen Art auch kindliche Züge hat, finden Erwachsene zwischen den Zeilen noch eine ganze Menge mehr.

Die phantastischen Elemente sind eher verhalten, aber das stört am wenigsten, da die Erzählung sehr viel Atmosphäre entwickelt und in den Bann zu schlagen weiß.

 

Das macht „Mord ist kein Kinderspiel“, den zweiten Band von „Flavia de Luce“ zu einem gelungenen Roman, der Jung wie Alt durch seine abwechslungsreiche Geschichte und gelungene Atmosphäre ansprechen dürfte.

 

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Buch:

Mord ist kein Kinderspiel

Autor: Alan Bradley

Reihe: Flavia de Luce, Bd. 2

Penhaligon, erschienen September 2010

gebunden, 369 Seiten

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Gerald Jung und Katharina Orgaß

Titelbild von Iacopo Bruno

ISBN-10: 3764530294

ISBN-13: 978-3764530297

Erhältlich bei: Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 05.03.2011, zuletzt aktualisiert: 09.09.2019 19:03