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Morgenrot von Tanja Heitmann

Rezension von Tamara Nahm

 

Inhalt:

(Klappentext)

Dichter Schneefall und eisiger Wind begleiten die Studentin Lea auf ihren Weg in die Villa ihres Professors. So hatte sich die junge Frau ihr Auslandssemester nicht vorgestellt. Nicht so einsam. Nicht so kalt. Doch dann begegnete sie Asam, einem Freund des Professors. Adam ist nicht nur schweigsam und unwirklich schön – ein dunkles Geheimnis scheint ihn zu umgeben.

Lea ist vom ersten Anblick an wie gebannt. Ohne sich dagegen wehren zu können, fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Aber Adam verhält siech seltsam. Mal weist er Lea schroff zurück, mal sucht er wie getrieben ihre Nähe. Was sich hinter Adams mysteriösen Verhalten verbirgt, erfährt Lea eines Nachts, als sie ihn schwer blutend neben ihrem Bett vorfindet: Adam ist von einem Dämon besessen, der ihm die Unsterblichkeit verleiht – doch dafür einen hohen Preis fordert.

 

 

Zitat:

(Kapitel 3: Blut und Schnee; Seite 56)

Nach du nach verwandelte sich das unnatürliche Dröhnen in ein gleichmäßiges Ticken. Ein schwaches Geräusch, das seinen Weg in Leas Träume fand, um sie zu rufen. Sie erwachte auf der Seite liegend, ihre Schulter bohrte sich schmerzhaft durch die dünne Matratze. Ihre nackten Knie klebten aneinander. Das Trägershirt haftete nass geschwitzt am Rücken, und trotzdem mochte Lea sich nicht rühren. Erschöpft lauschte sie ihrem rasenden Atem, spürte ihr Herz wild pochen.

Welcher Albtraum auch immer ihr den Angstschweiß auf die Stirn getrieben hatte, mittlerweile hatte er sich verflüchtigt.

Lea fuhr mit der Zungenspitze über die ausgetrockneten Lippen und blinzelte. Stockfinstere Nacht umgab sie. Für einen kurzen Moment spielte sie mit dem Gedanken, eine bequemere Position zu suchen und noch einmal ins Reich der Träume hinab zu steigen. Doch das Adrenalin rauschte durch ihre Adern, kribbelte in den Zehen uns lies sie zur Lampe neben der Matratze greifen.

Leas schlaftrunkener Blick schweifte durchs Zimmer, nahm den umgekippten Bücherstapel sowie die benutzten Teetassen wahr – und nackte Männerbeine. Bevor ihr Verstand diese Unmöglichkeit begriff, war ihr Blick bereits weitergewandert und schnellte nun ruckartig zu den Beinen zurück.

Panisch rappelte Lea sich auf, kam wankend auf Händen und Knien hoch, den Mund vor Überraschung offen stehend.

Drei Schritte von ihr entfernt saß Adam im Halbdunkeln, eine Decke um den nackten Körper geschlungen, sodass lediglich Schultern, Arme und Beine zu sehen waren. Um den einen Unterarm, der locker auf seinem Schoß lag, hatte er ein Tuch gewickelt, das er mit der freien Hand umschlossen hielt.

 

 

Kritik:

„Morgenrot“ ist – wie es der erste Blick schon vermuten lässt – hauptsächlich ein Werk für Frauen.

Die Geschichte läuft nur schleppend an, sodass es mir schwer fiel, ein Gefühl für die Personen und zu der Handlung zu bekommen. Gegen Ende hat sich das Tempo und die Ideen für das Geschehen jedoch immer mehr gesteigert, was dem Leser ein interessantes und kreatives Finale bietet.

Ihre Personen hat Tanja Heitmann gut beschreiben können. Vor allem der charismatische und zur Arroganz neigende Adam ist ihr nach meiner Meinung gut gelungen.

Die Sprache der Autorin ist flüssig und im Allgemeinen auch leicht verständlich. Trotzdem würde ich das Buch nicht jungen Leserinnen empfehlen, da es am Anfang recht langatmig ist. Außerdem häufen sich gegen Ende des Buches Szenen, die mir nur bedingt für Jugendliche unter 13 Jahren geeignet scheinen.

 

 

Fazit:

„Morgenrot“ ist – alle Beschönigungen einmal weggelassen – ein typischer Frauenroman. Eine junge Frau verliebt sich unsterblich in einen starken, arroganten Mann, der von einem Dämon besessen ist und sich ihr somit nicht hingeben kann ohne sie zu gefährden. Die Frau fürchtet sich gleichermaßen vor der dunklen Seite des Mannes, kann sich ihm jedoch nicht entziehen. So oder so ähnlich hörten sich schon viele Plots an.

Allerdings hat sich meine Befürchtung nicht bestätigt, dass es sich bei dem Roman um einen Abklatsch der Bis(s) – Reihe handelt. Tanja Heitmann hat eine eigene, von dieser Serie unabhängige Handlung geschaffen.

Für Fans des Vampir-Genres, die sich auch durch 50 und mehr Romanseiten beißen, ohne dass in der Handlung viel Spannendes passiert, lohnt es sich, das Buch zu kaufen. Anderen, die lieber einmal in das Genre „schnuppern“ wollen, würde ich raten, auf die Taschenbuchausgabe zu warten.

 

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Morgenrot

Autor: Tanja Heitmann

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten

Verlag: Heyne (16. Oktober 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3453266056

ISBN-13: 978-3453266056

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.12.2008, zuletzt aktualisiert: 31.08.2018 17:18