Wanda malte immer gerne, aber seit einem Unfall im letzten Jahr fehlt ihr die Inspiration. Als sie sich endlich wieder entschließt, einen Pinsel zur Hand zu nehmen, sitzt plötzlich ein fremder Mann in ihrer Wohnung. Und der wundert sich dann auch noch, dass sie ihn sehen kann. Neo ist Wandas Muse und eigentlich unsichtbar. Als er schließlich gehen will, stellen er und Wanda fest, dass sie sich nicht weit voneinander entfernen können. Sie sind plötzlich magisch verbunden. Um das Problem zu lösen, muss Wanda Neo zunächst in seine Dimension folgen.
Schon diese kurze Inhaltsangabe verrät natürlich sofort, dass wir uns mit Malou Bichons Trilogie-Auftakt im Bereich der Urban Fantasy bewegen. Dass Romantasy-Elemente dabei eine Rolle spielen, ist natürlich auch schon zu erahnen. Die Handlung nimmt zunächst auch recht schnell Schwung auf. Spätestens als die Protagonistin ihrer Muse in seine Dimension folgt, verspricht die Geschichte interessant zu werden. Später entwickelt sich alles allerdings eher verworren. Wieso Co-Protagonist und Muse Neo ein verschwundenes Artefakt auffinden muss, um die magische Bindung an Wanda (die ihm wegen eben jener Bindung dabei natürlich begleiten muss) lösen zu können, erschließt sich mit nicht ganz.
Auf der Suche, die durch magische Portale quer durch Europa führt, kommen weitere Charaktere hinzu, die durchaus den Rang weiterer Co-Protagonisten einnehmen. Auch hier entpuppt sich das Geschehen immer wieder als verwirrend. Stellenweise muss man sich beim Lesen bemühen, nicht den Überblick zu verlieren. Trotz manch interessanter Elemente bin ich mir unsicher, ob ich diese Trilogie weiter verfolgen werde.
Die Autorin wechselt erzählerisch zwischen den Perspektiven verschiedener Charaktere, die in den jeweiligen Kapiteln jeweils als Ich-Erzähler agieren. Leider verwendet Malou Bichon häufig Gender-Formulierungen wie beispielsweise Hütende statt Hüter, was den (oder zumindest meinen) Lesefluss stört.