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Muster lesen von Clive Edwards

Rezension von Christel Scheja

 

Muster begleiten unser Leben, seit den Anfängen der menschlichen Zivilisation. Sie sind nicht mehr aus unserem Umfeld wegzudenken, auch wenn ihre Gestaltung natürlich immer wieder auch dem Geschmack der Zeit angepasst wird. Aber ohne sie könnten wir vermutlich auch nicht auskommen, weil sie subtile Botschaften verbreiten. Um diese zu verstehen hat Clive Edwards „Muster lesen“ zusammengestellt.

 

Nach der Einleitung stellt der Autor bereits die Frage „Muster: wie und wofür“. Was verrät uns der Blick in die Geschichte. Waren Muster wirklich immer nur dekorativ oder erfüllten sie sogar einen besonderen Zweck, sei er nun aus der Religion oder dem Aberglauben geboren? Erzählen sie nicht vielleicht auch Geschichten und übermitteln kleine Botschaften über Rang und Namen der Person, die dieses Muster auszeichnet? Und welchen Einfluss hat das Handwerk auf die Entwicklung der Muster gehabt?

Muster lassen sich meistens bestimmten Gruppen zuordnen. Schon in den frühsten Kulturen orientierten sich die Menschen an der Natur und gaben diese wieder – sei es nun durch Landschaftsdarstellungen, die Abbildung von Pflanzen und Tieren. Mit der Zeit begann man diese Muster auch abstrakter zu zeichnen – zu stilisieren. Leichter umzusetzen waren wohl Geometrische Muster wie Linien, Quadrate, Kreise und Dreiecke ... verwandelten sich später in abstrakte Muster, die wir heute als modern betrachten.

Natürlich fanden sich auch Objekte auf den Stoffen wieder – Spielzeug, Gegenstände des täglichen Bedarfs und so fort. Und nicht zuletzt wurde der Mensch in die Darstellungen auf den Stoffen eingebunden neben Rastern und Streifen.

 

Man merkt, in der Katalogisierung konzentriert sich der Autor auf die Muster von Stoffen und nicht von Gegenständen. Kultureller Geschmack, aber auch die Entwicklung der Web- und Drucktechnik haben Muster maßgeblich beeinflusst, egal ob die Stoffe nun auf der Haut getragen wurden oder aber das eigene Heim als Teppich, Wandbehang und Decke wohnlich machen sollten.

Zwar sind die einzelnen Motive in Kategorien eingeteilt, man merkt aber auch, dass die Übergänge fließend sind – Die Technik bestimmt den Detailreichtum eines Motivs und den Verwendungszweck des Werkstücks, nehmen wir nur als Beispiel die Wandteppiche, die mit einer besonderen Technik hergestellt wurde und oft aktive Szenen mit Menschen darstellten, umgeben von einem stilisierten Rand.

Wie in anderen Büchern der Reihe verzichtet der Autor auch hier, ins Detail zu gehen. Es geht ihm darum, die Aufmerksamkeit der Leser zu wecken, sie die Motive mit anderen Augen betrachten und hinterfragen zu lassen. Daher sind die Texte sehr kurz und knackig gehalten, auch für Laien verständlich und mit vielen Bildbeispielen garniert.

Heraus kommt ein spannendes Nachschlagewerk, das eine gute Übersicht über die Muster der Welt ermöglicht – gerade diejenigen, die den westlichen Kulturkreis betreffen. Es erlaubt, die Phantasie spielen zu lassen und weitere Rückschlüsse zu fassen.

 

„Muster lesen“ wendet sich daher an alle kulturgeschichtlich interessierten, die mehr über die Muster auf Stoffen erfahren und einen ersten Einblick in die Materie erhalten wollen. Da das Buch ohne all zu viele Fachbegriffe auskommt, ist es auch für aufmerksame Laien mehr als interessant.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Muster lesen

Autor: Clive Edwards

gebunden, 256 Seiten

Haupt Verlag, September 2013

Titelbild und Fotos: Verschiedene Quellen

ISBN-10: 3258600716

ISBN-13: 978-3258600710

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 05.01.2014, zuletzt aktualisiert: 23.08.2019 12:38