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My dear Sherlock – Wie alles begann von Heather Petty

Rezension von Christel Scheja

 

Die amerikanische Autorin Heather Petty lebt mit Mann, Tochter und vier Katzen in Nevada. „My dear Sherlock – Wie alles begann“ ist ihr erster Roman und vermutlich auch der Auftakt zu einer ganzen Serie von Geschichten um Sherlock „Lock“ Holmes und James „Mori“ Moriarty, die in ihrer Welt ein siebzehnjähriger Junge und ein sechzehnjähriges Mädchen sind, die sich zufällig kennenlernen und dann einem brisanten Fall nachgehen müssen.

 

Als Genie genießt Sherlock in seiner Schule einen gewissen Sonderstatus, während die ein Jahr jüngere James Moriarty eher dafür sorgt, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Denn im Moment hat sie es nicht gerade einfach. Nach dem Tod ihrer Mutter ist ihr Vater Detective Sergeant Moriarty zum Trinker geworden und schlägt mit Vorliebe ihre kleinen Brüder.

Schon bei ihrem ersten Treffen sind beide voneinander fasziniert, treffen doch zwei ebenbürtige Geister aufeinander, zwischen denen es auch noch anderweitig funkt.

Der Mord im „Regent's Park“ berührt die beiden zunächst nur am Rande, auch wenn in ihnen das verlangen erwacht, das Rätsel zu lösen, nachdem die Polizei sich eher unfähig anstellt. Doch als Mori bei der Trauerfeier entdeckt, dass der Ermordete auch ihre Mutter zu kennen scheint, wird sie hellhörig und macht sich noch intensiver auf die Suche.

Nach und nach taucht sie zusammen mit „Lock“ immer tiefer in die Vergangenheit ihrer eigenen Familie ein und macht eine ernüchternde Entdeckung, die nur eine Vermutung zulässt: Denn nachdem der Tote nicht das erste Opfer ist, das auf recht brutale Weise starb und alle früher mit ihrer Mutter zu tun gehabt hatten, legt den schrecklichen Verdacht nahe, dass ihr brutaler Vater mehr mit den Morden zu tun und vielleicht noch weitere Menschen im Visier hat.

 

Das Titelbild hat nicht umsonst Ähnlichkeit mit einem sehr bekannten Standfoto aus einer der derzeit beliebtesten britischen Serie, denn man merkt, dass die Autorin Heather Petty genau den „Sherlock“ im Kopf hat, den Benedict Cumberbatch verkörpert – verschroben und bissig aber nicht steif sondern eher ein wenig durchgeknallt. Als Fanservice kommt dann natürlich ein besonders feinfühliges Verhalten gegenüber der Heldin dazu

„James Moriary“ ist hier weiblich – ein Mädchen, dass es in seinem normalen Leben nicht gerade leicht hat, und deshalb dazu neigt, selbst den dunklen Pfad einzuschlagen. Die Geschichte ihrer Familie wird in diesem Band enthüllt und legt vermutlich auch den Grundstock für die kommenden Bände – ob es dabei jedoch zu dem extremen Zerwürfnis zwischen den beiden kommt, wird abzuwarten sein.

Die Geschichte ist gar nicht so einfach gestrickt, wie man im ersten Moment denken mag, hat sich die Autorin doch einiges zum Fall ausgedacht und verwebt ihn außergewöhnlich spannend und dramatisch mit dem Hintergrund ihrer Heldin, die das Mitgefühl der Leser sicher hat.

Allein mit den Charakteren neben „Lock“ und „Mori“ macht es sich Heather Petty etwas einfacher, diese sind auf die notwendigsten Charakterzüge reduziert, so dass mehr Raum für die beiden Protagonisten bleibt.

Kriminalgeschichte und Romanze gehen Hand in Hand. Beidem wird angemessener Raum zugewiesen , so dass sich vermutlich vor allem junge Leserinnen angesprochen fühlen, die nicht nur den modernen „Sherlock“ im Fernsehen anhimmeln, sondern auch nichts gegen eine Liebesgeschichte einzuwenden haben, die mit einem spannenden Krimi samt Familiendrama verknüpft wurde.

 

„My dear Sherlock – Wie alles begann“ ist vieles – Krimi und Familiendrama, aber auch Liebesgeschichte und eine freche Hommage an die „Sherlock“-Serie der BBC, vielleicht auch an das amerikanische Pedant „Elementary“, in der die Protagonisten Sherlock Homes und James Moriarty noch Jugendliche und unterschiedlichen Geschlechts sind. Puristen werden vermutlich entsetzt sein, schwärmerisch veranlagte Leserinnen jedoch die Geschichte genießen, die spannend und kurzweilig durch einen aufwühlenden Fall führt und dabei die Weichen für weitere Abenteuer stellt.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

My dear Sherlock – Wie alles begann

Autorin: Heather Petty

gebunden , 320 Seiten

cbj, September 2015

Übersetzerin: Anne Brauner

 

ISBN-10: 3570171523

ISBN-13: 978-3570171523

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00XRCD42E

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.06.2016, zuletzt aktualisiert: 22.06.2019 15:54