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Myrkgard

Reihe: Midgard

Rezension von Patrick Müller

 

Die Kampagne „Der Zyklus der zwei Welten“ behandelt eine wichtige Entwicklung in der Geschichte Midgards. In ihr wird die düstere Parallelwelt Myrkgard geschaffen. Lang mussten sich die MIDGARD – Spieler ihr eigenes Bild dieser Welt machen und offen liegende Fragen blieben unbeantwortet. Doch nun, ein Jahr nach dem Auftauchen der Kampagnenbox erscheint das Quellenbuch Myrkgard, von dem sich viele Spieler die Beantwortung ihrer Fragen erhoffen.

 

Das Buch ist ein wenig anders aufgebaut, als man es von anderen Quellenbüchern gewohnt ist. Der größte Unterschied sticht sofort ins Auge – Das Buch ist im Prinzip eine Sammlung vieler kurzer Quellenbücher. Jedes Kapitel befasst sich mit einem anderen Land der Welt Myrkgard. Dabei fällt auch die überdurchschnittlich hohe Anzahl an Autoren auf, fast jedes Kapitel wurde von einem andern Autor verfasst, was dann eine Zahl von vierzehn Autoren ergibt!

 

Nach einer kurzen Einleitung, die auf vier Seiten das am meisten Wissenswerte über Myrkgard zusammenfasst, beginnt auch schon die Reise durch die Kulturen der düsteren Welt. In sechzehn Kapiteln wird auf alle Länder Myrkgards mehr oder weniger ausführlich eingegangen. Die Kapitel unterscheiden sich stark in Länge und auch Inhalt. Während Valian zum Beispiel auf rund 30 Seiten beschrieben wird und auch eine Stadtbeschreibung von Thalassa bietet, wird Serendib auf nur vier Seiten behandelt und bietet dementsprechend auch weniger Details. Immer enthalten sind jedoch wichtige Informationen wie Geschichte, die Bevölkerung, Regierungsformen und Ähnliches.

 

Dieses Quellenbuch hat sich in zumindest für Midgard-Verhältnisse unerkundete Gebiete gewagt. So viele Autoren waren noch nie an einem Midgard–Quellenbuch beteiligt. Doch gerade das ist es, was dieses Quellenbuch so interessant macht. Es vereinigt viele verschiedene Schreibstile und Interpretationen der Welt Myrkgard in sich. Dadurch, dass wirklich jedes noch so kleine Land ein eigenes Kapitel zugeteilt wird, kann nicht auf jeden noch so geringen Aspekt einer Kultur oder einer Region eingegangen werden. Doch das ist auch gut so, bietet das Buch so den benötigten Grundstock an Informationen, um eine Kampagne auf Myrkgard gut ausarbeiten zu können, lässt kreativen Spielleitern aber noch genügend Spielraum, um seiner Phantasie in der Ausarbeitung freien Lauf zu lassen. Auch für nachfolgende Autoren wird dies interessant sein, sind sie doch auf der Welt Midgard durch das gut ausgearbeitete Weltbild stark eingeschränkt und können sich nur auf Myrkgard „austoben“.

 

Doch so positiv das nun alles klingt, Myrkgard ist keineswegs perfekt. Das Buch wirkt teilweise unübersichtlich und nicht ganz verständlich. Oft ist es nötig, einen Absatz mehrmals zu lesen und auch in anderen Midgard–Werken nachzuschlagen, um ihn komplett verstehen zu können. Wer nicht gerade ein wandelndes Midgard–Lexikon ist, wird seine Schwierigkeiten haben, alles zu verstehen; das liegt vor allem an der komplizierten Darstellung von Regierungsformen und ähnlichem. Die Erklärungen könnten gut durch Diagramme, Zeichnungen und andere Arten der bildlichen Darstellung untermalt werden – das werden sie aber unverständlicher Weise nicht.

 

Zudem werden Leser enttäuscht, die allgemeine Informationen über Myrkgard erwarten. Solche Informationen werden nur in der kurzen Einleitung geboten. Da viele Spieler nicht sonderlich gut über Myrkgard Bescheid wissen und sich die Beantwortung vieler Fragen erhofft hatten, werden einige von dem Buch enttäuscht sein, sind allgemeine Informationen doch dünn gesät.

 

Die Aufmachung ist gelungen und unterscheidet sich nicht sonderlich von anderen Midgard Produkten. Positiv fällt vor allem auf, dass selbst dieses dünne Buch als Hardcover geliefert wird, ist es so doch deutlich resistenter gegen etwaige „Unfälle.“ Durch seinen im Vergleich zu anderen Midgard-Covern ungewohnten Stil wirkt die Illustration des Buchdeckels auf den ersten Blick etwas merkwürdig, gefällt aber bei näherem Hinsehen, birgt es doch ein paar Hinweise auf wichtige Gruppierungen auf Myrkgard.

 

Im Inneren spalten sich die Eindrücke. Zum einen sind die Illustrationen durchweg gelungen, allerdings ein wenig spärlich verteilt und (wie zuvor bereits erwähnt), zum anderen wären halt Diagramme durchaus angemessen gewesen.

 

Am Preis gibt es nicht viel zu mäkeln, 28 Euro für ein Hardcover mit 200 Seiten sind keinesfalls zu viel und an den gebotenen Informationen gemessen durchaus angebracht.

 

Fazit:

Alles in allem kann ich sagen, dass Myrkgard ein gelungenes Quellenbuch mit einigen kleinen Schönheitsfehlern ist. Aber keine Frage: Wer stark an Hintergrundmaterial und den Ländern Myrkgards interessiert ist, muss sich dieses Buch zulegen.

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Myrkgard

ISBN: 3-930635-74-7

Produkt: 74000G

Euro: 27,95

Hardcover

Hrsg: Hans-Joachim Maier

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 11.07.2005, zuletzt aktualisiert: 15.01.2015 01:50