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Nacht von Richard Laymon

Rezension von Andreas Hammerschmidt

 

Rezension:

Als die junge Alice den Job annimmt, auf das Haus zweier reicher Freunde aufzupassen, das am Rand eines Waldes liegt, ahnt sie nicht, dass ihr die schrecklichste Nacht ihres Lebens bevorsteht: Denn kaum ist sie allein, wird sie von einem mysteriösen Anrufer terrorisiert. Als der dann auch noch versucht, in das Haus einzudringen, sieht sie sich gezwungen, ihn mit einem alten Säbel niederzustrecken. Und damit beginnen die Probleme erst ...

 

Alice passt wieder einmal auf das große Haus ihrer besten Freundin und deren Familie am Waldrand auf. Sie fühlt sich prächtig, doch als sie nach Mitternacht das Haus verlassen will, badet jemand nackt im Pool. Sie wartet ab, doch plötzlich klingelt das Telefon – jemand hat sich verwählt. Sie gibt dem Anrufer sofort ihre Adresse, damit dieser die Polizei rufen kann, aber der Mann verschwindet augenblicklich, als sie das Licht anschaltet. Etwas später, als sie das Haus verlassen will, steht plötzlich ein Mann vor der Haustür. Sie bringt ihn ohne zu zögern mit einem alten Dolch um, doch es war nur der unbekannte Anrufer. Da sie vorbestraft ist, will sie die Leiche verschwinden lassen. Kurzerhand zerstückelt sie den Unbekannten, lädt ihn in seinen Wagen und fährt zu ihm nach Hause. Dort stellt sie den Wagen in der Tiefgarage ab. Doch als sie in seiner Wohnung den vielleicht mitgeschnittenen Anruf löschen will, geht plötzlich die Tür von innen auf ...

 

Am Anfang des Buches ist der Leser erst ein bisschen verwirrt, da die erzählende Person Alice einen unschuldigen Mann umbringt und diesen dann auch noch zerstückelt. Wer zerstückelt denn eine Leiche? Bestimmt kein normaler Mensch. Als sie dann auch noch eine zweite unschuldige Person umbringen will, ist dem Leser klar, dass das Buch aus der Sicht einer halben Psychopathin geschrieben ist, was nicht sehr oft vorkommt.

Spannend ist das Buch auf alle Fälle, zu keiner Zeit würde man das Buch aus der Hand legen wollen. Es sei denn, die doch teilweise brutal beschriebenen Szenen gehen für den Leser etwas zu weit. Spätestens in der Mitte des Buches wird dem Leser klar, warum Laymon den Status des Horror-Kultautors besitzt - das Buch ist wahrlich nichts für einen nervenschwachen Leser.

Eigentlich ändert sich der Stil im weiteren Verlaufe des Buches nicht sonderlich. Alice reitet sich selbst immer weiter in die Situation hinein, die nach einiger Zeit und einigen Morden ausweglos erscheint. „Nacht“ ist auch keineswegs kompliziert oder unverständlich, es gibt keine Ortswechsel oder Zeitsprünge. Alles ist schön der Reihe nach super spannend erzählt und geschrieben.

Es ist auch in der Hinsicht ein einmaliges Buch, da der Klappentext im Grunde genommen falsch ist. Er lautet an einer Stelle „[...] wird sie von einem mysteriösen Anrufer terrorisiert [...]“ - der Anrufer hat sich verwählt, ist also weder mysteriös noch terrorisierend. Zusätzlich versucht er auch nicht in das Haus einzudringen, sondern wollte lediglich helfen. Aber über diese Kleinigkeit sollte man hinwegsehen, da das eigentliche Buch vollkommen fehlerfrei ist.

 

Fazit:

Ein extravaganter Psychothriller, der reichlich an den Nerven des Lesers zerrt und keine Jugendfreigabe bekommen dürfte.

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Buch:

Nacht

Autor: Richard Laymon

Heyne, September 2007

Broschiert, 527 Seiten

 

ISBN-10: 3453675363

ISBN-13: 978-3453675360

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 06.09.2007, zuletzt aktualisiert: 11.10.2020 16:04