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Nephilim von Asa Schwarz

Reihe: Nova Barakel, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Die IT-Spezialistin Asa Schwarz ist Mitte Dreißig und lebt mit ihrem Mann in Stockholm. Sie verfasste zunächst zwei Horrorromane, bis ihr mit „Nephilim“ der internationale Durchbruch gelang und sie ihren eigentlichen Job an den Nagel hängen konnte, um hauptberuflich als Autorin zu arbeiten. Der Roman ist auch gleich der Auftakt zu einer Reihe mit der Heldin „Nova Barakel“.

 

Die Polizei ist gleichzeitig geschockt und ratlos, denn ein grausamer Serienmörder geht in Stockholm um. Immer wieder werden einflussreiche Manager aus der Führungsebene größerer Konzerne auf bestialische Weise umgebracht. Der Täter verstümmelt sie und arrangiert die Überreste auf obszöne Weise in deren Wohnungen. Das ganze garniert er auch noch mit Bibelzitaten, die er mit dem Blut der Opfer an die Wand pinselt.

Was steckt dahinter? Die Zitate verwirren die ermittelnden Beamten eher als dass sie ihnen helfen. Viel interessanter sind die Spuren, die zu Umweltaktivisten führen, die mehr oder weniger mit Greenpeace zusammenarbeiten. Denn alle Firmen, in denen die Ermordeten gearbeitet haben, sind in der letzten Zeit mehr oder weniger öffentlich durch Umweltsünden aufgefallen oder tun es immer noch.

Genauere Spuren führen schließlich bei der jungen Aktivistin Nova Barakel zusammen. Sie wird erst einmal verhaftet, muss aber aufgrund einer zu schlechten Beweislage wieder frei gelassen werden.

Diese weiß zunächst gar nicht, was ihr geschieht, denn sie hat mit eigenen Problemen zu kämpfen, weil zum einen jemand in ihr Haus eingebrochen ist und zum anderen vererbt ihr jemand aus heiterem Himmel plötzlich ein paar Millionen.

Eingekeilt zwischen dem Argwohn der Polizeibeamten, die sie weiterhin im Auge behalten und den überraschenden Veränderungen in ihrem Leben mit denen sie so gar nichts anfangen kann, wagt Nova schließlich die Flucht nach vorne, um selbst heraus zu finden, was eigentlich auf ihre Kosten gespielt wird.

 

Um es gleich vorweg zu sagen – der phantastische Anteil der Geschichte beschränkt sich auf die Einbindung der Mythen um die Arche auf dem Ararat und die der Nephilim, die aus der Vermischung von „Gottessöhnen“ (aka Engel) und Menschenfrauen entstanden sein sollen.

Dieser Hintergrund gibt zwar den Ritualmorden ein wenig mehr Sinn, erklärt aber nicht unbedingt, warum sich die Nephilim nun plötzlich für die Umwelt engagieren. Denn es kommt leider nicht weiter heraus, welche Motive wirklich hinter den Taten stecken.

Zum größten Teil ist die Geschichte ein spannender Thriller, in dem eine junge Frau versucht, ihre Unschuld zu beweisen und die Ermittler darum bemüht sind, den Fall zufriedenstellend aufzuklären. Beide Seiten beharken sich erst einmal eine ganze Weile, während die „lachenden Dritten“ weiter ihre Morde begehen.

Bewegung kommt erst in die Sache, als sich die Unbekannten Nova zeigen und sie in ihre Machenschaften einbinden wollen, indem sie dieser einige unangenehme Wahrheiten über sich und ihre Mutter enthüllen. Aber auch andere Querverbindungen werden deutlich und schließen den Kreis der Verdächtigen. Allerdings bleiben die Figuren recht blass, selbst die Ermittler und Nova sind auf wenige Eigenheiten reduziert.

Obwohl der Roman nicht viele Worte macht, will doch nicht so recht Spannung aufkommen, denn man bleibt als Leser zu lange im Dunklen und weiß auch nicht so recht, was die Autorin eigentlich erzählen will – einen Öko – oder einen Mystery-Thriller. Selbst das Ende bleibt relativ offen und bietet einen unbefriedigenden Abschluss.

 

Alles in allem hat „Nephilim“ zwar interessante Ansätze, kann aber nicht wirklich in Punkt Geschichtenführung und Figurenzeichnung überzeugen, was dem Roman sehr viel an Kraft und Spannung nimmt.

 

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Nephilim

Reihe: Nova Barakel, Bd. 1

Autorin: Asa Schwarz

broschiert, 312 Seiten

Knaur erschienen März 2011

Übersetzung aus dem Schwedischen von Sabine Thiele

Titelbildgestaltung von Zero Werbeagentur

ISBN-10: 3426507668

ISBN-13: 978-3426507667

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 12.03.2011, zuletzt aktualisiert: 11.10.2020 16:04