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New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde

Filmkritik von Christel Scheja

 

Die Romane um „Bella und Edward“ von Stephenie Meyer waren und sind ein großer internationaler Erfolg, so dass man nicht lange zögerte, sie auch in Filme umzusetzen, obwohl das diesmalige Zielpublikum viel spezieller ist, als das anderer Blockbuster wie „Herr der Ringe“ oder „Harry Potter“. Vor allem Frauen jeden Alters fühlten sich von der romantischen Geschichte um die Liebe eines Menschenmädchens zu einem Vampir angesprochen, doch würden sie auch ins Kino gehen, um eine Interpretation ihrer Helden auf der Leinwand zu sehen, da jede Leserin ja doch ihre eigenen Vorstellungen hatte?

Auch wenn die Fans geteilter Meinung über die Umsetzung von „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ waren und einige sogar harsche Kritik übten, so wurde der Film doch im Großen und ganzen positiv aufgenommen, zahlte sich kommerziell aus und machte daher den Weg für die Fortsetzung frei. So kam Ende 2009 „New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde“ in die Kinos und ist nun unter anderem auf DVD erschienen - in einer 2 Disc-Fan-Edition mit sehr viel Bonusmaterial.

 

Nachdem ihre Eltern getrennt hatten, blieb Isabella Swan erst einmal bei ihrer Mutter in Phoenix, Arizona, zog aber in ihrem vorletzten High School Jahr zu ihrem Vater in die Kleinstadt Forks im immer nebligen und verregneten Bundesstaat Washington. Da sie selbst kein lebenslustiges Partygirl war, fiel es ihr leicht, sich an das doch um einiges gemächlicher ablaufende Leben am Ort und in der Highschool zu gewöhnen.

Damals fiel ihr auch sofort Edward Cullen ins Auge. Und es dauerte nicht lange, bis sie hinter sein Geheimnis kam. Er ist kein Mensch, sondern ein Vampir und Teil einer geheimnisvollen Welt, die Bella bisher nur aus Sagen und Mythen kannte und mehr Gefahren hatte, als sie ahnte. Denn nicht alle Blutsauger haben wie die Cullens dem Trinken und Töten von Menschen abgeschworen.

 

Zu Beginn von New Moon scheint alles in bester Ordnung zu sein. Bella schwebt im Liebesglück mit Edward und möchte ihn nicht mehr an ihrer Seite missen, auch wenn sie sich hin und wieder schon Gedanken darüber macht, was einmal sein wird, wenn sie älter als er ist. Denn schon bald ist sie vermutlich eine erwachsene Frau und er bleibt weiterhin der siebzehnjährige Jüngling.

So begeht sie ihren Geburtstag mit ein wenig Wehmut, und ihr flaues Gefühl im Magen bewahrheitet sich schon bald. Denn als sie ein Geschenk von Edwards Eltern öffnet, schneidet sie sich an der Verpackung und ein Blutstropfen tritt aus.

Die Cullens sind wie gelähmt und die Feier nimmt ein jähes Ende. Schon kurze Zeit später nehmen Edward und seine Geschwister Abstand von Bella und verschwinden sogar ganz aus Forks. Sie bringen es nicht übers Herz, dem Mädchen zu sagen, dass dieser eine Tropfen Blut unheilige Gelüste in ihnen geweckt und sie daran erinnert hat, dass die Bestie tief in ihnen schlummert.

 

Bella ist am Boden zerstört. Sie hat keine Freude mehr am Leben und in der Nacht Albträume. Immer wieder meint sie Edward in Visionen zu sehen, aber sie nimmt an, dass das nur Ausdruck ihrer Verzweiflung ist. Um sich abzulenken geht sie in Actionthriller und blutige Schocker, denn mit Romantik möchte sie nichts mehr am Hut haben.

Da taucht Jacob wieder auf, einer der Indianerjungen aus dem Reservat, der in der Autowerkstatt hilft. Auch wenn er einige Jahre jünger als sie ist, so ko9mmt sie doch sehr gut mit ihm aus.

Er gibt ihr durch seine unaufdringliche und liebenswerte Art wieder Lebensmut zurück. Gemeinsam basteln die beiden an Motorrädern, unterhalten sich ausgiebig und lange und unternehmen auch das ein oder andere. Dann erfährt sie auch ein wohl gehütetes Geheimnis, als einer der Handlanger von Victoria, der Erzfeindin der Cullens auftaucht, und sie umbringen will. Riesenhafte Wölfe tauchen auf, und einer davon wirkt sehr menschlich. So erfährt sie auch, dass Jacob ein Werwolf ist, obwohl er es ihr eigentlich hat nicht sagen dürfen.

Dennoch kann sie Edward nicht vergessen und trauert ihm weiterhin nach. Da sie immer noch keine Ruhe findet, beschließt sie, ihrem Leben und ihrer Qual ein Ende zu setzen – mit unvorhersehbaren Folgen für sich und ihre Umgebung.

 

Diente der erste Film genau so wie das Buch als erste Einführung in die Welt der Vampire und Werwölfe, so nimmt sich „New Moon“ die Zeit, einen tieferen Einblick in die Gesellschaft und Kultur, Regeln und Gesetze der übernatürlichen Wesen einzuführen. Zwar war schon bekannt, dass Jacob und viele aus seinem Stamm Werwölfe sind und die Cullens nur in ihrem Revier dulden, weil sie sich an einen lange zuvor geschlossenen Pakt halten, das Leben zu bewahren, aber mehr wusste man noch nicht über ihn.

Auch agierte er zunächst nur im Hintergrund, war nicht mehr als einer der vielen neuen Freunde Bellas. Nun aber wächst er ohne die Gegenwart von Edward zu einem ernst zu nehmenden Rivalen heran, der sich nicht nur in seiner Frisur, sondern auch in seinem Wesen den Gegebenheiten anpasst.

Natürlich musste es auch in „New Moon“ einige Änderungen gegenüber dem Buch geben. So ist Bella in Film lange nicht so weinerlich und depressiv wie in ihrem Buch, ihr Seelenzustand wird in kurzen aber prägnanten Szenen deutlich gemacht. Der Film konzentriert sich mehr auf die sich entwickelnden Gefühle Jacobs für Bella, die Gefahr, die durch die rachsüchtige Victoria noch immer besteht, da sie jetzt, wo die Familie nicht mehr anwesend ist, der rachsüchtigen Vampirin schutzlos ausgeliefert ist. Glücklicherweise gibt es für sie neue Beschützer – die jungen Werwölfe, die in ihrer manchmal etwas rüpelhaften Art ganz anders als die zurückhaltenden Vampire sind und so einen angenehmen Gegensatz bieten.

Abwechslung entsteht auch dadurch, das neben der Beziehung auch die Action ein wenig in den Vordergrund rückt. So folgt die ein oder andere Verfolgungsjagd durch den Wald, Kämpfe und Konfrontationen gehören ebenfalls dazu, die nicht selten mit harten Bandagen geführt werden.

Der Mystery wird Genüge getan durch die Geheimnisse, die Bella nach Rom und zu Vampiren führen, die sogar in ihre Seele blicken und dabei erstaunliches entdecken. Mir der uralten Familie der Volturi wird auch die Verbindung zum klassischen und eher pathetischen Bild der Blutsauger geschlossen.

Alles in allem ist „New Moon“ um einiges actionreicher und dramatischer als sein Vorgänger, da nicht nur das Beziehungsgefüge der Figuren wächst, sondern auch die Bedrohungen, denen sie sich stellen müssen. Dennoch kommt auch die Romanze nicht zu kurz, die diesmal einen bittersüßen Klang erhält.

Letztendlich werden wohl doch am ehesten in erster Linie die Fans der Bücher Gefallen an dem Film finden – da er sich in Darstellungen der Gewalt etwas zurück nimmt. Aber nichtsdestoweniger kann man ihn sich auch ansehen, wenn man die Romane nicht kennt, da die wichtigsten Elemente vorhanden sind. Die jungen Schauspieler sprühen bei der Darstellung ihrer Helden wieder vor Lebensfreude, vor allem die jungen Werwölfe fallen dabei sehr positiv auf.

Zudem dürfte das Fanherz wieder höher schlagen, da die Extras sehr reichhaltig sind und alles abdecken, was man sich nur wünschen kann. Neben erweiterten und geschnittenen Szenen, gibt es natürlich wieder ein ausführliches Making-of, Featurettes über und Interviews mit den Hauptdarstellern, Berichte über diverse Tricksequenzen, die Musik und nicht zuletzt ein Blick auf das Fanphänomen.

 

 

Fazit:

 

Sicherlich ist „New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde“ genau so wie „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ für die jugendliche und vor allem wohl eher weibliche Zielgruppe zwischen 12 und 30 gemacht und dürfte den normalen Genrefans ein wenig zu romantisch und harmlos sein, aber auch der normale, erwachsene Kinogänger, der es auch schon einmal gefühlvoller mag und nicht unbedingt nur Blutorgien sehen will kann sich gut unterhalten lassen, da die Mischung aus Action, Mystery und Drama stimmt und die Spannung von Anfang bis Ende wahrt.

 

 

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Eure Meinung:

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DVD:

New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde

USA 2009

Original: New Moon

Regie: Chris Weitz

Drehbuch: Stephenie Meyer, Melissa Rosenberg

Buchvorlage: Stephenie Meyer

Musik: Carter Burwell & Alexandra Patsavas

Format: Widescreen (2.35:1 - anamorph)/PAL

Sprache: Deutsch (DD 5.1 + DTS), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte

Region: Region 2

FSK: 12

Concorde, 15. April 2010

Spieldauer: 125 min

 

ASIN: B002T22BAO

 

Erhältlich bei: Amazon

Extras:

  • Sechsteiliges Making-of: Das Abenteuer geht weiter
  • 3 Menüdesigns zur Auswahl (Edward, Jacob und neutral)
  • Original- und deutsche Trailer
  • 12 erweiterte und 11 entfernte Szenen
  • Interview mit den Volturi
  • Das Fanphänomen
  • Die Musik von New Moon
  • 4 Musikvideos
  • Vom ersten Entwurf bis zum Film
  • Team Jacob gegen Team Edward
  • Zu Jacob werden
  • Das Wolfsrudel
  • Der Dreh in Italien
  • Jacobs Szenen
  • Edwards Szenen
  • Vorschau auf Eclipse

DarstellerInnen:

  • Kristen Stewart
  • Robert Pattinson
  • Taylor Lautner
  • Ashley Greene
  • Rachelle Lefevre
  • Billy Burke
  • Peter Facinelli
  • Elizabeth Reaser
  • Nikki Reed
  • Kellan Lutz
  • Anna Kendrick

Die Twilight-Filme:

Weitere Infos:

Es wurde ein Pressemuster rezensiert. Daher können leider keine Aussagen über das Cover gemacht werden.


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Erstellt: 25.04.2010, zuletzt aktualisiert: 27.02.2018 17:34