Nirvana – Die Zukunft ist ein Spiel (BR)
 
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Nirvana – Die Zukunft ist ein Spiel

Filmkritik von Cronn

 

Es gibt noch Science-Fiction-Filme, die als nahezu vergessen zu betrachten sind, aber sich als kleine Perlen bei der Sichtung herausstellen. Einer davon ist Nirvana – Die Zukunft ist ein Spiel des italienischen Regisseurs Gabriele Salvatores.

 

Die Entstehungsgeschichte des Streifens ist ebenfalls bemerkenswert: Gabriele Salvatores hatte für seinen Film Mediterraneo (1991) im darauffolgenden Jahr den Oscar für den besten ausländischen Film und somit große Aufmerksamkeit erhalten. Dadurch konnte er ein Herzensprojekt realisieren: einen SF-Film, der mit Cyberpunk-Elementen angereichert ist.

 

Warum »Nirvana – Die Zukunft ist ein Spiel« sehr gelungen ist, soll die nachfolgende Rezension aufzeigen. Zunächst aber ein paar Infos zum Inhalt.

Inhalt

Der Programmierer Jimi Dini (Christopher Lambert) lebt in einer dystopischen, nicht allzu fernen Zukunft, die von Megakonzernen, High-Tech und sozialem Verfall geprägt ist. Sein bahnbrechendes Computerspiel »Nirvana« soll in wenigen Tagen veröffentlicht werden. Doch durch ein Computervirus hat der Hauptprotagonist Solo (Diego Abatantuono) ein eigenes Bewusstsein entwickelt. Er bittet Jimi, das Videospiel – und damit auch seine eigene Existenz – zu löschen, da er in dieser konstruierten, sich endlos wiederholenden Welt nicht leben möchte.

Um dieser Bitte nachzukommen, muss Jimi in die gesicherten Netzwerke des mächtigen Konzerns Okosama Starr eindringen. Auf dieser gefährlichen Reise durch die dystopische Megacity sucht er Unterstützung bei den beiden abgehalfterten Hackern Joystick (Sergio Rubini) und Naima (Stefania Rocca). Gemeinsam begegnen sie allerlei Cyber-Crackern, Gangstern und Außenseitern. Während Jimi immer tiefer in die digitale wie auch reale Unterwelt eintaucht, verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Virtualität. Ob es ihm gelingt, »Nirvana« rechtzeitig zu löschen …

Kritik

Allein schon diese ausführliche Inhaltsbeschreibung zeigt, dass »Nirvana – Die Zukunft ist ein Spiel« weit weg ist vom Hollywood-Mainstream. Er vereint in sich mehrere Handlungsstränge: Da ist einerseits der Programmierer, der von seiner Liebe zur verschwundenen Frau geplagt ist. Dann muss er sich mit dem Problem des Games »Nirvana« herumschlagen, dessen Protagonist ein Eigenleben entwickelt hat und der gelöscht werden will. Und zusätzlich steckt darin der Spiel-Protagonist, der versucht seine virtuellen Charaktere davon zu überzeugen, dass ihre Welt lediglich eine Illusion ist. Angereichert wird das alles mit einem Sprecher aus dem Off, der wie in der Kinofassung von Blade Runner oder in alten Film-Noir-Streifen das Geschehen kommentiert, allerdings nicht mit Hard-Boiled-Zitaten, sondern philosophischen Sentenzen aus dem Buddhismus. Ein ganzes Bündel an Zutaten, die es dem Regisseur nicht einfach gemacht haben, einen konsistenten Streifen zu erschaffen.

 

Und wenn man ehrlich ist, fällt der Handlungsstrang rund um Jimis Geliebte recht knapp aus und auch nicht jede Einstellung aus dem Spiel-Universum wirkt aus heutiger Perspektive tricktechnisch überzeugend. Doch das sind nur kleine Minuspunkte auf der Skala. Der Film hat mein Herz erobert, weil er sich traut, große Themen anzusprechen und in ein Kleid zu stecken, das mit Cyberpunk-Ästhetik und SF-Elementen plus Gaming-Aspekten eine faszinierende Mischung darstellt, die geradezu hypnotische Kraft entwickelt.

 

Die Darsteller tragen eine große Bedeutung hierbei. Der etwas unterkühlt spielende Christopher Lambert dabei weniger, aber sein Gefährten Joystick (Sergio Rubini) und Naima (Stefania Rocca) spielen den französischen Mimen (bekannt aus Highlander) regelmäßig an die Wand, obgleich Lambert nicht völlig untergeht, das wäre zuviel behauptet.

Fazit

»Nirvana – Die Zukunft ist ein Spiel« ist ein gelungener Beitrag zum Cyberpunk-Genre aus Italien, der nahezu vergessen nun wieder von Pandastorm erfolgreich zurückgeholt wurde. Einen guten Beitrag liefert dazu das Booklet, das aus Teilen des Presseheftes von 1997 und vielen Fotos besteht und die Extras, u. a. ein erhellendes Interview mit dem Regisseur. Das Mediabook ist limitiert und stellt eine gute Ergänzung zur Sammlung von SF-Filmen dar.

Darsteller·innen

Amanda Sandrelli

Christopher Lambert

Diego Abatantuono

Sergio Rubini

Stefania Rocca

 

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Blu Ray:

Nirvana – Die Zukunft ist ein Spiel

Regisseur: Gabriele Salvatores

Laufzeit: 113 Minuten

Umfang: 1 BR

Bildformat: 1,85:1

Audio Deutsch PCM 2.0, Italienisch DTS-HD Master Audio 5.1

Untertitel: Deutsch

Pandastorm Pictures (Edel), 21.11.2025

FSK: 12

 

ASIN: B0FSKJTNK7

 

Erhältlich bei: Amazon

Extras

Science-Fiction ganz Intim – Gedanken zu Nirvana

Nirvana’s Spezialeffekte

Nirvana X-ROM

Spezialeffekt Workflow

Deutscher Trailer


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Erstellt: 25.12.2025, zuletzt aktualisiert: 25.12.2025 10:40, 25626