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Nocturna – Die Nacht der gestohlenen Schatten von Jenny-Mai Nuyen

Rezension von Bine Endruteit

 

Rezension:

Vampa ist ein Junge, der absolut nichts besitzt. Dabei geht es gar nicht so sehr um Besitzt, der ist für ihn unwichtig, denn Vampa besitzt keine Erinnerungen mehr, kein echtes Leben und keine Gefühlt. Schon seit neun Jahren wacht er jeden Morgen in dem gleichen 14jährigen Körper auf. Immer sind seine Haare wieder lang und sein Körper wieder geheilt, selbst wenn er lebensgefährlich verletzt war. Ihm ist es also sogar verwehrt, zu sterben. Doch er weiß, wo er all das, was aus ihm einen Menschen gemacht hat, wieder finden kann. Seine Geschichte steht in einem Blutbuch und er sucht es, seit dem Tag, an dem er alles verloren hat. Auch wenn er nichts mehr fühlen kann, treibt ihn eine wage Hoffnung an. Um an Nahrung zu kommen, die er zwar nicht zwingend zum Überleben braucht, die selbiges aber wesentlich angenehmer macht, arbeitet er in Eck Jargo, das ist eine Art Kneipe in der Unterwelt. Dort boxt er, denn egal, wie schwer er auch verletzt wird, er kann am nächsten Tag immer wieder unversehrt in den Ring steigen.

 

In Eck Jargo verkehrt auch Tigwid. Er ist ein junger Ganove, der sich mit Botendiensten sein Geld verdient. Er hat einige seltsame Kräfte, die ihm diesen Job sehr erleichtern. Zum Beispiel kann er Türen und Fenster mit reiner Willenskraft öffnen. Auch andere Gegenstände unterstehen seinem Willen. Nur zu gerne würde er wissen, was es damit auf sich hat. Ihm wurde vorausgesagt, dass er ein Mädchen treffen wird, durch dass er das gewünscht Wissen erlangen wird.

 

Dieses Mädchen ist Apolonia. Im Gegensatz zu Tigwid ist sie in der gehobenen Gesellschaft zu Hause. Dementsprechend schwierig ist es für ihn, an sie heranzukommen. Doch auch Apolonia hat allen Grund, sich Tigwid anzuschließen, denn sie selbst ist auch auf der Suche nach Antworten. Ihre Mutter ist gestorben und sie glaubt fest an einem Mord. Außerdem ist ihr Vater ist dem Wahnsinn anheim gefallen, nachdem sein Buchladen abgebrannt ist. Apolonia weiß, dass ihre Mutter seltsame Gaben hatte und sie selbst kann mit Tieren sprechen. So lässt sie sich auf ein gefährliches Spiel ein und folgt Tigwid nach Eck Jargo, wo der Junge ein »Buch der Antworten« vermutet.

 

Nocturna – Die Nacht der gestohlenen Schatten ist nach Nijura – Das Erbe der Elfenkrone und Das Drachentor die dritte Veröffentlichung der jungen Autorin Jenny-Mai Nuyen. War ihre Erstveröffentlichung noch ein Überraschungserfolg, waren die Erwartungen für dieses Werk entsprechend hoch. Und sie wurden uneingeschränkt erfüllt. Während die beiden anderen Bücher in einer sehr naturverbundenen Welt spielen, die komplett von Nuyen erdacht wurde, finden wir uns in »Nocturna« in einer Zeit wieder, in der gerade Automobile auf den Markt kommen und die Technik immer mehr Einzug in die Haushalte erhält. Darum reagieren die Menschen auch sehr ängstlich auf die Gaben, die manche Leute haben. Will man in Sicherheit leben, hält man diese lieber geheim. Alleine dieser Zwiespalt ist sehr geschickt umgesetzt worden. Dazu kommen aber noch die sehr gut ausgearbeiteten Charaktere. Apolonia ist eindeutig die Protagonistin der Geschichte, auch wenn sie erst relativ spät in Aktion tritt. Dafür wirkt sie mit der Zeit umso intensiver, da sie in die Ganovenwelt so gar nicht hineinpassen will, auch wenn sie extrem mutig ist.

 

Die Idee der Blutbücher, in die man das, was einem Menschen ausmacht, sperren kann, ist ebenso interessant wie gruselig. Wenn man Vampa vor Augen hat, wird einem bewusst, wie wichtig das eigene Selbstbewusstsein, die Erinnerungen und auch der Schmerz sind. Ohne all das wären wir nur leere Hüllen. Scheint zu Anfang des Romans alles nur die Suche nach einem Buch zu sein, wird schnell sehr viel mehr daraus. Nicht nur Vampa, Apolonia und Tigwid erleben ihre eigene Geschichte, es gibt noch viel mehr zu entdecken. Da sind zum Beispiel den Bund der Kräfte, Apolonias Tante Nevera oder auch der Polizeikommissar, der so gar nicht an die Magie glauben kann.

 

Fazit:

Mit »Nocturna« ist der Autorin Jenny-Mai Nuyen wieder ein Roman gelungen, der durch seine intensiven Charaktere und eine Welt, in der Gut und Böse nie klar definiert sind, hervorsticht. Dadurch ist er sehr unvorhersehbar und bis zur letzten Seite voller Spannung.

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Eure Meinung:

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FantasyFan1
Dienstag, 27. Oktober 2009 22:04 Uhr
Ist zwar schon eine Weile her, dass ich es gelesen hab, aber eine Grobe Ahnung hab ich noch.

Ich kann eigentlich nur positives sagen, glaub ich. Die Charaktere sind genau ausgearbeitet. Für jeden ist eine Lieblingsfigur vorhanden, mit der man sich identifizieren kann.
Die Idee selbst, die hinter der Geschichte steckt ist auch mal eine nette abwechsulng mit dem Ganoven-Untergrund ''Eck Jargo'' usw.
Mehrmals musste ich weinen, und immer wegen dem armen Vampa. Der Junge ohne Gefühle, weckte besondere Gefühle.

Fazit: Jeder Leser wird sich in diesem Buch etwas finden. Erst Recht für Jennys Fans ein Musthave!! Das Geld ist es echt wert!

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Buch:

Nocturna – Die Nacht der gestohlenen Schatten

Autorin: Jenny-Mai Nuyen

cbj, Juli 2007

Gebundene Ausgabe, 542 Seiten

 

ISBN-10: 3570133370

ISBN-13: 978-3570133378

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 13.08.2007, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53