Off-World – Jenseits der Erde

Reihe: Blade Runner 2019 Band 2

 

Rezension von Ingo Gatzer

 

Off-World – jenseits der Erde ist der zweite Band der Comic-Reihe Blade Runner 2019, die im Kosmos des von Ridley Scott kreierten Films Blade Runner spielt. Wie beim ersten Teil sind wiederum Michael Green (Logan – The Wolverine) und Mike Johnson (Star Trek) für die Story sowie Andrés Guinaldo sowie Marco Lesko für die zeichnerische Umsetzung bzw. Kolorierung verantwortlich.

 

Seit den Ereignissen im ersten Band Blade Runner 2019: Los Angeles sind einige Jahre vergangen. Ash – die früher als Blade Runner Replikanten aufgespürt und »aus dem Verkehr gezogen« hat – lebt unter falschem Namen auf einer unwirtlichen Minen-Kolonialwelt. Hier kümmert sie sich weiter um die kleine Cleo, die sie durch ihre Flucht von der Erde vor einem Schicksal als Versuchsperson bewahrt hatte. Doch ein Angriff von Replikanten und die Ankunft einer Jägerin sorgen für Aufruhr.

 

Der zweite Teil von »Blade Runner 2019« spielt sieben Jahre nach den Ereignissen des ersten Bandes. Das gibt dem Kreativteam Michael Green und Mike Johnson die Möglichkeit, sich stärker von der Filmvorlage zu lösen. Das tun beide, indem sie die grundlegende Geschichte weiter wachsen lassen – so wurde etwa in ihrer Fiktion im Jahr 2022 die Herstellung von Replikanten komplett verboten – aber dabei dennoch den Wurzeln des dystopischen Settings treu bleiben. So verweben sie die aktuellen Ereignisse geschickt mit den Geschehnissen im ersten Band. Auch die Figuren entwickeln die Autoren stimmig weiter. Das gilt vor allem für die inzwischen im Rollstuhl sitzende Ash – die sich hier deutlicher von der Decker-Figur aus Ridley Scotts Film emanzipiert – als auch für ihren Schützling. Gleichzeitig erlangt die Story etwas mehr Tiefe als beim Auftakt, ohne allerdings die Komplexität des Films zu erreichen.

 

Bei der visuellen Umsetzung leistet das Duo Guinaldo und Lesko wiederum einen guten Job. Zeichner Andrés Guinaldo rückt gleich im ersten Panel durch eine Nahaufnahme das – für den Film und diesen Band wichtige – Augenmotiv ins Zentrum und stellt danach ansprechend die Unwirtlichkeit und Gefährlichkeit der Minen-Kolonie dar. Gleichzeitig sorgt Kolorist Marco Lesko durch seine Farbgebung für die passende Atmosphäre, wobei er etwa die in kühlem Grau dargestellten Replikantenunterkünfte sehr schön mit den rötlich-gelben Eruptionen auf dem Minenplaneten sowie der bunten Stadtwelt kontrastiert. Einige Panels hätten dennoch detailreicher gestaltet sein dürfen. Zudem wirkt das Titelcover des ersten Teils ansprechender und dynamischer.

 

Bezüglich des Bonusmaterials zeigt sich Panini äußerst spendabel. Neben einer Cover-Galerie, finden sich hier auch Informationen zu den Machern und noch mehr. Zwei Dinge sind besonders bemerkenswert. Dabei handelt es sich um Darstellungen des Weg vom Skript zur kolorierten Zeichnung sowie einem kenntnisreich geschriebenen Nachruf zum Ende 2019 verstorbenen Syd Mead, der einer der zentralen Designer des Blade-Runner-Kosmos war.

 

Fazit

Mit der gelungenen Fortsetzung »Blade Runner 2019: Band 2: Off-World – jenseits der Erde« legen die Macher die Latte für den nächsten Teil noch einmal höher, auch wenn die Komplexität der Filmvorlage mit ihren Subtexten nicht erreicht wird.

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zuletzt aktualisiert: 27.11.2020 20:50 | Users Online
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