Die Autorin Libba Bray ist in Deutschland mit ihrer Trilogie Der geheime Zirkel bekannt geworden, einer Fantasy-Geschichte, die im Mädcheninternat eines vergangenen Jahrhunderts spielt. Ohne. Ende. Leben. ist völlig anders. Der Protagonist Cameron ist ein Jugendlicher mit einem frechen Mundwerk, der sich nichts sagen lässt, er zieht sein Ding durch. Da der Roman aus seiner Sicht geschrieben ist, bedient sich die Autorin einer typischen Jugendsprache. Leider wirkt das manchmal etwas unbeholfen und nicht ganz authentisch.
Die ersten Hundert Seiten der Geschichte lesen sich recht zäh, denn es passiert noch nicht viel Ungewöhnliches, man lernt lediglich Camerons Alltag kennen. Erst später wird klar, dass alles für ihn Wichtige, sich in seinem Abenteuer wiederfindet. Trotzdem hätte man diesen Teil gerne etwas kürzen dürfen. Geht es dann endlich richtig zur Sache und das Abenteuer auf der Suche nach Heilung und Rettung hat begonnen, ist es aber auch eher die Situationskomik, die einen noch auf den Seiten hält, denn die Spannung. Man bekommt eine Aneinanderreihung von unterschiedlichen Begebenheiten geliefert, die nur grob miteinander verbunden sind. Alles wirkt wie der wirre Traum, der es auch tatsächlich ist. Von Anfang an macht die Autorin kein Geheimnis daraus, dass es sich bei Camerons Abenteuer um eine ersonnene Geschichte handelt, die nur in seinem Kopf stattfindet. Da der Verlauf seiner Krankheit auch bereits zu Anfang erklärt wird, ist nicht mal überraschend, wie alles endet. Hier hätte man sich wirklich etwas mehr Finesse in der Erzählung gewünscht.
Das Cover soll wohl an "Per Anhalter durch die Galaxis" erinnern, damit hat sich der Verlag aber keinen Gefallen getan. Außer, der der Inhalt humoristisch ist und durchaus einige Situationen bietet, die zum Schmunzeln einladen, erinnert nämlich nichts an den Kultroman. "Ohne. Ende. Leben." ist noch nicht mal Science Fiction.