1918, 1. Weltkrieg. Im kleinen britischen Chilwell ist eine Munitionsfabrik nahezu der einzige Arbeitgeber. Auch die Mutter des 12-jährigen Oren arbeitet dort. Als es in der Fabrik zu einer Explosion kommt, verschwindet die Mutter spurlos, doch Oren sieht ein eigenartiges Leuchten, das sonst niemand wahrnimmt. Als er sich mit seinem besten Freund hinschleicht, werden sie in ein Portal gezogen, dass sie nach Lúmir bringt – eine Welt, die schon auf Oren zu warten scheint …
So beginnt Kian Talyns Jugend-Urban-Fantasy-Trilogie. Nach der Weltenreise der beiden Freunde geht der Urban-Fantasy-Charakter der Geschichte allerdings nahezu verloren. Unsere Welt spielt im weiteren Verlauf praktisch keine Rolle mehr, und es zeichnet sich ab, dass es sehr wahrscheinlich auch in den Fortsetzungen so bleiben dürfte.
Das weitere Geschehen führt in die fremde Welt und deren Machtverhältnisse ein, wobei sich herausstellt, dass der junge Protagonist weitaus mehr mit dieser Welt zu tun hat, als er ahnt. Der Reihentitel Der Prinz der Zwerge deutet es an.
Wie im Genre üblich, warten auf Oren einige Überraschungen und Abenteuer. Die Story wird, sieht man von ein paar Erinnerungen und Erzählungen anderer Charaktere ab, recht geradlinig erzählt. Nebenhandlungen fehlen nahezu vollständig. Eine emotionale Bindung entsteht zu den meisten Charakteren kaum, sodass auch Todesfälle eher nebenbei abgehandelt und kaum in der Wirkung auf die Zurückgebliebenen beleuchtet werden. Stets geht es schnell zur Hauptgeschichte zurück und das Geschehene wird als erledigt abgehakt. Am Ende des Bandes bleibt weitgehend offen, worum es in den beiden folgenden Bänden gehen könnte.
Der Autor erzählt aus der Ich-Perspektive seines jungen Protagonisten.