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Pandemie - Auf Messers Schneide

Brettspiel-Erweiterung zu "Pandemie"

Rezension von Christel Scheja

 

Mit „Pandemie“ erschien 2009 ein Brettspiel, in dem die Spieler die Ausbreitung von Seuchen und deren Eindämmung nachempfinden konnten. Denn immerhin ist der Begriff der Pandemie durch die sich weltweit ausbreitenden „Vogel“- und „Schweine“-Grippe wieder in aller Munde und den Medien präsent, und damit auch im Interesse der Leute, da sie jeden, überall und zu jeder Zeit treffen können.

Die Spieler schlüpfen in „Pandemie“ in die Rolle eines Teams von Spezialisten, die versuchen, vier Seuchen, die sich über die Erde ausbreiten aufzuhalten. Sie arbeiten dabei eng zusammen, denn gewinnen können sie gegen die Zeit und das Schicksal nun gemeinsam.

 

 

Spielidee:

 

Da aber irgendwann auch einmal jede mögliche Variante eines Brettspiels durchprobiert ist, erscheinen dann und wann auch Ergänzungen zum Grundspiel. Die erste Erweiterung zu „Pandemie“ ist deshalb „Auf Messers Schneide“.

Sie bringt nicht nur neue Rollen und die Möglichkeit einen weiteren Spieler in die Runde aufzunehmen, sondern auch eine Seuche, die sich etwas anders verhält als die ersten und nicht zuletzt die Möglichkeiten einen Bioterroristen zu spielen – die erste Rolle, in der man erstmals auch gegen die anderen spielt.

Die Erweiterung hat das Ziel, die Geschehnisse spannender und dramatischer zu machen, wenn bereits Routine eingetreten sein sollte. Das bedeutet aber auch, dass die Erweiterung nur dann eingesetzt werden kann, wenn man auch das Hauptspiel besitzt.

 

 

Ausstattung:

 

Die Erweiterung erhält neben weiteren Karten, Spielsteinen und –figuren bzw. –markern auch einen Block, der für den Bioterroristen gedacht ist. Damit kann er seinen eigenen – verdeckt durchgeführten Spielzüge nachvollziehen, ohne dass die anderen mitbekommen, wo er sich gerade aufhält. Dazu kommt natürlich auch wieder ein die vollfarbige Spielregel. Um die Karten des Grundspiel dem leicht veränderten Design neuerer Auflagen anzupassen wurden auch noch einmal die 116 Karten des Grundspiels beigefügt, so dass man sich davon nicht verwirren lassen sollte. Eine nette Idee sind die Petrischalen in denen die Seuchensteine und –Marker aus dem Hauptspiel gelagert werden können

 

 

Spielregel

 

Die Erweiterungsregel enthält 12 Seiten in einem Format, dass etwa dem er amerikanischen Comics entspricht. Die Änderungen und Ergänzungen zum Grundspiel werden klar erläutert wenn auch nicht immer sonderlich hervorgehoben. Sie beschreiben die Einsatzmöglichkeiten der Seuchen mit „Virulenten Stamm“ oder „Mutation“ und die verschiedenen Aktionen, die der Bioterrorist durchführen kann

Alles ist großzügig bebildert, die Überschriften sind deutlich hervorgehoben, so dass man nicht lange nach den entsprechenden Absätzen suchen muss.

Wie auch schon im Grundspiel sind die neuen Spielzüge und das Spielziel bzw. die Aktionen des Bioterroristen sind einfach und übersichtlich beschrieben, so dass man die Regeln schnell begreift und auch später nicht mehr all zu oft nachschlagen muss. Allerdings sollte man sich die Zeit nehmen, gerade die Rolle des Bioterroristen genau zu studieren, da diese es in sich hat und um einiges schwieriger ist als die anderen. Das merkt man auch an den ausführlichen Beschreibungen seiner Möglichkeiten und Handicaps, die immerhin ein Drittel der Spielregeln einnehmen.

 

 

Spielverlauf

 

Es ist natürlich klar, dass man die Spielregeln des Grundspiels bereits beherrschen sollte, da die Autoren diese natürlich nicht mehr erklären, sondern die Änderungen und Ergänzungen gegenüber diesen hervorheben. Dementsprechend komplex sind die Beschreibungen für den Neueinsteiger.

Sehr einfach sind noch die neuen Rollen und Ereignisse zu verstehen, die das Grundspiel etwas lebendiger machen und die Möglichkeiten des Betriebsexperten etwas erweitern. Interessant ist auch, wie man einen fünften Spieler miteinbeziehen kann. Komplexer wird es dann, wenn man die Erweiterung „Virulenter Stamm“ mit einbezieht, der die bisher bekannten Seuchen mit Hilfe einiger neuer Karten auf grausame Art und Weise entarten lässt, so dass sie nicht mehr so einfach einzudämmen sind wie vorher. Die Seuche von der im Moment des Ziehens der entsprechenden Karte die meisten Steine im Spiel sind, ist diejenige die einen solchen Stamm entwickelt und sich von nun an etwas anders verhält, vor allem wenn Karten ins Spiel kommen, deren Wirkung über die Runde hinaus anhält.

Ganz anders verhält sich sogar auch noch die Herausforderung „Mutation“, bei der erstmals die violette Seuche zum Einsatz kommt, sie sich ganz anders verhält als die vier anderen Seuchen und daher höhere Anforderungen an die Spieler stellt, gerade wenn sie diese Variation ganz anders spielen, da sich der Ablauf im Umgang mit der Seuche etwas von den alten Regeln unterscheidet.

Wer es ganz heftig mag kann auch noch zwei der neuen Möglichkeiten miteinander kombinieren oder die Zahl der Epidemiekarten erhöhen.

Besonders hohe Anforderungen stellt die Rolle des Bioterroristen, der heimlich und gegen die anderen spielen aber gleichzeitig auch noch Etikette bewahren sollte. Empfohlen wird allerdings, diese Herausforderung nur mit drei oder vier Spielern einzubringen, fünf haben sich als ungünstig erwiesen.

Der Bioterrorist soll Panik verbreiten und eine weitere Seuche verbreiten. Seine Identität ist den anderen bekannt, nicht aber seine Spielzüge, die er auf einem separaten Blatt Papier notiert. Er hat eine Aktion mehr als die anderen und ist nach jedem Spielzug eines anderen Spielers aktiv. Nur wenn er sich über ein Feld bewegt, auf dem bereits eine andere Figur steht, muss er preisgeben, wo er sich gerade befindet und seine Figur auf das Spielfeld stellen. Die anderen haben dann die Aufgabe, ihn so schnell wie möglich zu fangen. Geschieht dies, hat der Bioterrorist die Chance zu fliehen. Sein Ziel ist es, die Seuche auszubreiten, ohne das man ihn aufhalten kann.

 

 

Spielspaß

 

Ausgebuffte Spieler werden sich freuen, da die neuen Rollen und Herausforderungen den Anspruch von Pandemie heben. Es fällt zwar zunächst auf, dass die neuen rollen viel mehr Möglichkeiten haben, betrachtet man dann aber die Erweiterungen, versteht man auch, warum. Dazu ist es dringend notwenig, im Grundspiel bereits firm zu sein und sich sicher bewegen zu können, denn die neuen Regeln verlangen, dass man die anderen gut beherrscht und auch da nicht mehr nachschlagen muss

Schon der „Virulente Stamm“ hat es in sich, sorgen die neuen Karten doch für unvorhersehbare Effekte, die auch über die Spielrunde hinaus andauern können und deshalb im Auge behalten werden müssen, was im Eifer des Gefechts sicherlich auch schon einmal vergessen werden kann.

Noch einen Schritt weiter geht die „Mutation“, da sich die Spieler erst einmal an die etwas anderen Regeln gewöhnen müssen und ihre Strategien anpassen sollten, da sie mit eingeübten Verhaltensmustern nicht unbedingt weiter kommen..

Natürlich bleiben viele der Spielmechanismen gleich, wenn man nicht gerade den Bioterroristen spielt, aber die neuen Variationen bringen mehr Überraschungen in das Spiel und lockern es damit auf, schrauben auch die Herausforderungen nach Lust und Laune der Runde hoch. Wie im Grundspiel macht der Zufall oft genug Strategien zunichte, die Erfolg versprachen und unvorhergesehen Ereignisse wie der Ausbruch einer weitere Epidemie oder deren Mutation können unerwartet das Blatt wenden.

Wirklich interessant ist aber der „Bioterrorist“. Wichtig ist, dass der Spieler, der diesen übernimmt, sich den Anforderungen gewachsen fühlt und auch Lust hat, diesen zu übernehmen, aufzwingen sollte man ihn jedenfalls niemandem. Er sollte auch sich und den anderen gegenüber fair spielen – nicht umsonst geht ein Abschnitt der Spielregel auch auf dieses Thema noch einmal ein. Denn nur wenn diese Voraussetzung vorhanden ist, kann die Runde das Spiel auch vorbehaltlos genießen.

Individualisten finden durch den Bioterroristen endlich eine Nische, in der sie sich austoben können, während die anderen sich wie gehabt in Teamarbeit und Zusammenspiel üben können.

Alles in allem wird auch mit der Erweiterung jedes Spiel durch die starke Zufallskomponente der Kartenmischung und –verteilung neu gestaltet und ist nicht unbedingt so wie die vorhergehenden. Aber die neuen Möglichkeiten erweitern auch den Handlungsspielraum der Gruppe und schenken so neuen Spielspaß.

 

 

Fazit

 

„Auf Messers Schneide“ ist eine gelungene Erweiterung zu Pandemie. Die neuen Möglichkeiten und Rollen lassen sich beliebig einfügen und kombinieren, so dass auch sehr erfahrene Brettspieler ihren Spaß haben können und nicht nur Einsteiger.

Gerade mit der Rolle des Bioterroristen können sich auch erstmals Individualisten austoben, denen es schwerer fällt, sich in einer Gruppe zu bewegen.

Ansonsten ist alles wie gehabt, denn wie schon im Grundspiel stehen auch Zusammenarbeit, Koordination und Kommunikation der Spieler im Mittelpunkt der Runde.

 

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Eure Meinung:


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Brettspiel:

Pandemie - Auf Messers Schneide

Brettspiel-Erweiterung

Spieldesign: Matt Leacock & Tom Lehmann

Illustrationen: Régis Moulun & Tom Thiel

Grafische Gestaltung und Layout: Joshua Kappel, Christian Hanisch, Hans Georg Schneider (deutsch)

Übersetzung: Dr. Rainer Nagel

Verlag: Pegasus Spiele, Friedberg

Material: Karton/Papier

Spielerzahl: 2 bis 5

Spielmotivation: Taktik; Kooperation

Sprache Spielanleitung: DE

Altersempfehlung: 12 - 83 Jahre 3 Monate

Spieldauer: 45-60 Minuten

Modellnummer: 51326G

ASIN: B002I61PKI

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 35 neue Rollen/Ereignis/Epidemiekarten
  • 116 Spielkarten aus dem Grundspiel in neuen Design
  • 12 violette Holzwürfel
  • 7 Spielerfiguren
  • 2 Marker, 6 Petrischalen mit Aufklebern
  • Spielanleitung
  • 1 Block

 


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Erstellt: 11.07.2010, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50