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Pandemie

Rezension von Christel Scheja

 

Seit einigen Jahren ist der Begriff „Pandemie“ wieder in aller Munde. Darunter versteht man die länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Infektionskrankheit, wie die zwischen 1918 und 1920 grassierende „Spanische Grippe“, die mehrere Millionen Todesopfer – vor allem im vom Ersten Weltkrieg zerstörten Europa – forderte.

Auch AIDS ist im weiteren Sinne eine kontinentübergreifende Epidemie, und in den letzten Jahren hat die „Vogelgrippe“ weltweit so manches Todesopfer gefordert und macht den Menschen Angst. Aber mittlerweile arbeiten auch die Spezialisten der unterschiedlichsten Länder weltweit zusammen, um eine Ausbreitung solch aggressiver Infektionen aufzuhalten oder zumindest einzudämmen, wenn es zu ersterem bereits zu spät ist.

 

Spielidee:

Das ist auch die Idee, die hinter dem Brettspiel “Pandemie” steht. Die Spieler versuchen als ein Team von Spezialisten die Ausbreitung von vier tödlichen Seuchen über den Globus aufzuhalten. Anders als bei anderen Spielen sind sie dazu verpflichtet, nicht gegen- sondern miteinander zu arbeiten.

Es ist das Ziel der Spieler alle vier Gegenmittel zu finden und zu verbreiten, ehe es zu spät ist, und die Krankheiten einen ganzen Kontinent entvölkern. Dazu schlüpfen sie in unterschiedliche Rollen.

Jeder übernimmt einem Fachmann, der besondere Fähigkeiten und Vorteile hat. So kann der Betriebsexperte an jedem Ort, an dem er sich befindet ein Forschungslabor errichten, ohne eine entsprechende Karte ausspielen zu müssen, der Wissenschaftler benötigt nur vier statt fünf Karten von der gleichen Farbe, um ein Gegenmittel zu entdecken, der Arzt kann alle Würfel einer Seuchenfarbe entfernen, wenn er in eine Stadt mit mehr als einem kommt und muss sogar nicht einmal eine Aktion verschwenden, wenn das Gegenmittel entdeckt wurde. Der Forscher kann Wissen teilen – das heißt, eine beliebige Karte mit einem anderen Spieler tauschen, auch wenn er nicht mit den anderen zusammen steht, der Dispatcher schließlich kann auch mit seinen Aktionen die Figuren der anderen Spieler bewegen. So ist vor allem Interaktion und Kommunikation zwischen den Spielern gefordert.

Allerdings ist der Zufall ihr unerbittlicher Gegenspieler, denn immer wieder sorgen Ereigniskarten dafür, dass die Infektionsrate steigt und, das überraschend schnell neue Krankheitsherde in Teilen der Welt ausbrechen, die man geschützt zu haben glaubte.

 

Ausstattung:

Zur Ausstattung des Spiels gehört ein angenehm großer Spielplan, auf dem die Figuren und Seuchenwürfel gut Platz finden, ebenso wie die Karten. Die Spielfiguren sind aus bemaltem und lackierten Holz und gut voneinander zu unterscheiden, ebenso wie die Karten, auch die Marker – Plättchen aus Pappe sind passend zum Thema des Spiels gestaltet und können auf dem Spielfeld auf den dafür vorgesehenen Feldern platziert werden, um bestimmte Entwicklungen anzuzeigen. Dazu kommt die vollfarbige Spielregel.

 

Spielregel

Diese umfasst 8 Seiten A4 und beschreibt den Ablauf eines Spiels mit Bildern und Text, so dass man die entsprechenden Karten, Figuren und Marker leicht zuordnen kann und nicht erst intensiv lesen und dann nach den entsprechenden Teilen suchen muss.

Der Spielaufbau, das Spielziel und die einzelnen Spielzüge bzw. Aktionen sind einfach und übersichtlich beschrieben, so dass man die Regeln schnell begreift und auch später nicht mehr all zu oft nachschlagen muss.

Schließlich vereinfacht die Beschreibung eines Beispielzugs das Verständnis, so dass man allenfalls fünf Minuten braucht, um die Regeln zu erklären und sich wieder neu ins Gedächtnis zu rufen, wenn man es lange nicht gespielt hat.

 

Spielspaß

Auch wenn man es zunächst nicht glauben mag – gerade weil „Pandemie“ es ermöglicht miteinander und nicht gegeneinander zu spielen, kann das Brettspiel auch für intensive Brettspieler eine willkommene Abwechslung bieten, da keine Runde vorhersehbar ist, wenn man nicht gerade beim Mischen der Spieler- und Infektionskarten schummelt und die ein oder andere vorab entfernt.

Der Zufall macht oft Strategien zunichte, die schon Erfolg versprachen und Ereignisse können unerwartet das Blatt wenden – wenn plötzlich eine weitere Epidemie ausbricht und mehr Orte zu Seuchenherden werden als man erwartet hat. Dadurch kann auch die Infektionsrate bis zur unheilbaren Tödlichkeit steigen. Das Spiel kann auch für alle verloren gehen, wenn keine Seuchenwürfel einer bestimmten Farbe oder nicht mehr genügend Karten vom Spieler Zugstapel da sind

Im umgekehrten Fall kann es aber auch sein, dass ein bereits verloren geglaubtes Spiel doch noch gewonnen werden kann, wenn der Zufall weitere Karten der gleichen Farbe in die Hand der Spieler bringt und damit die Entwicklung eines Gegenmittels ermöglicht, durch das die Seuche schnell beseitigt werden kann. Deshalb kommt es ganz darauf an, wie die Epidemienkarten im Spielerstapel liegen und wann sie gezogen werden

Alles in allem ist jedes Spiel durch die starke Zufallskomponente anders und die Zusammenstellung des Teams kann, wenn man nicht gleich mit allen fünf Rollen spielt, auch unterschiedliche Auswirkungen haben. Denn oftmals fehlen die Vorteile einer Rolle und man muss bei weniger als vier Spielern schon sehr genau planen und überlegen, wann wer wo agiert, damit man eventuell Karten übergeben und die Seuche behandeln kann und wer welche Karten für welche Seuche sammelt. Hier kann es allerdings passieren, dass ein Spieler die Kontrolle an sich reißt und die anderen zu dirigieren beginnt. Das gibt auch interessante Einblicke in die Gruppendynamik.

Für eines ist in dem Spiel allerdings wirklich kein Platz – individuelle Alleingänge lassen auch schon die Regeln nicht zu – man muss, ob man will oder nicht – mit den anderen zusammen arbeiten und kann nicht alleine den Helden spielen. Wer aber froh darüber ist, endlich einmal mit den anderen Spielern kommunizieren und planen zu können, wird von „Pandemie“ sicher nicht genug bekommen können.

 

 

Fazit

 

Da der Gedanke miteinander zu kommunizieren und zusammen zu arbeiten im Vordergrund steht, eignet sich „Pandemie“ wunderbar als Familienspiel für jung und alt, denn gewinnen kann man nur gemeinsam und nicht alleine. Die Regeln sind schon für Zehnjährige verständlich, auch der Ernst der Lage erst wirklich von den meisten Zwölfjährigen begriffen wird.

Hier sind die Erfahrungen und Fähigkeiten einzelner im strategischen Denken erstmals auch für alle ein Vorteil und bringen so mehr Spielspaß in der gemeinsamen Runde, nur sollte man aufpassen, das nicht einer der Spieler zu dominant wird und die Ideen der anderen unterdrückt.

 

 

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Brettspiel:

Pandemie

Spieldesign: Matt Leacock

Illustrationen: Régis Moulun

Grafische Gestaltung und Layout: Joshua Kappel, Christian Hanisch (deutsch)

Übersetzung: Dr. Rainer Nagel

Verlag: Pegasus Spiele, Friedberg

Material: Karton/Papier (Hauptsächlich)

Spielerzahl: 2 bis 4

Spielmotivation: Taktik; Kooperation

Sprache Spielanleitung: DE

Altersempfehlung: 10 - 83 Jahre 3 Monate

Spieldauer: 45-60 Minuten

Modellnummer: 51325G

ASIN: B001BAUGW0

 

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • Spielplan
  • 116 Spielkarten
  • 96 Holzwürfel in vier Farben
  • 5 Spielerfiguren
  • Spielanleitung

 


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Erstellt: 08.02.2009, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50