Catriona Stewart ist Fan von Reality-TV, und das merkt man dem Thriller-Debut der Kommunikationsmanagerin auch an. Mit People Please taucht sie tief in die Welt des schönen Scheins ein.
Durch die Reality-TV-Show »Love Shock« ist die junge und schöne Maggie Lathrop zu einer bekannten Persönlichkeit geworden, die auch nach dem Ende der Staffel noch jede Menge Geld verdient. Sie scheint ein wunderbares Leben zu führen, bis sie ermordet wird. Wer der Mörder ist, das wird niemals heraus gefunden.
Erst viele Monate später hat ihre jüngere Schwester Emma wieder die Kraft, mehr heraus zu finden. Zusammen mit ihrer Freundin Jill und deren Chefin Amanda, die einst die Show ins Leben rief, macht sie sich an eigene Ermittlungen, nur um dabei mehr und mehr über das wahre Leben ihrer Schwester zu erfahren.
Und das ist eigentlich auch der Teil der Geschichte, der weitaus interessanter ist, als der Fall an sich, der auf eine sehr klassische Weise, mit vielen Verdächtigen, die durchaus auch ein Motiv hätten, abgespult wird. Denn schnell zeigt sich, das nichts so ist, wie man bisher angenommen hat.
Denn ganz offensichtlich hatten Maggie und ihr Ehemann Theo sehr viele Geheimnisse, die jetzt nach und nach ein ganz anderes Licht auf die beiden werfen. Verbindungen werden offensichtlich, die nicht ganz ohne sind. Und die Klischees von dem Luxusleben der Reality-Stars werden schonungslos demontiert.
Denn nicht nur, das vieles vor den Kameras inszeniert ist, auch alles andere ist aus Kostengründen gefakt. Was das mit den Menschen macht, zeichnet die Geschichte recht interessant nach. Und durch die einzelnen Schicksale lebt der Roman auch immer wieder auf, nicht durch die Suche nach dem Täter. Auch das Ende weiß zu gefallen, bleibt es doch nahe an der Wirklichkeit, auch wenn einigen Figuren ein wenig Glück geschenkt wird.
Das Buch ist angenehm zu lesen, zieht sich aber gerade im Mittelteil ein wenig, weil Emma und die anderen zu sehr mit sich beschäftigt sind. Aber immerhin beleben die Rückblenden auf Maggie die Handlung und werfen ebenfalls wichtige Hinweise in den Raum. Alles in allem bleibt die Geschichte auch angenehm am Boden, übertreibt weder bei den Figuren noch bei den Geschehnissen.