Picknick am Valentinstag (DVD ; Mystery-Drama ; FSK 12)
 
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Picknick am Valentinstag

Rezension von Christel Scheja

 

Der australische Regisseur Peter Weir hat sich inzwischen durch “Die Truman-Show” und “Master and Commander” auch international einen Namen gemacht. Genau so bekannt ist aber auch sein erstes größeres Werk, lässt sich doch „Picknick am Valentinstag“ aus dem Jahr 2004 nicht so ganz einem Genre zuordnen? Handelt es sich wirklich nur um ein Drama über junge Mädchen, das auf wahren Ereignissen beruht? Oder spielen auch noch andere Dinge mit hinein.

 

Wie in jedem Jahr brechen die Schülerinnen eines privaten Eliteinternates auch am 14.02.1900 zu ihrem Ausflug an den Hanging Rock auf. Die Mädchen entstammen allen reichen und guten Familien des Landes und werden hier auf ihre Rolle als Ehefrau und Mutter vorbereitet. Natürlich bleibt das Treiben nicht unbeobachtet, denn einige Herren der Gesellschaft nehmen sich auch die Zeit die jungen unschuldigen Dinger zu beobachten. Das Picknick nimmt dennoch seinen Lauf und scheint so harmonisch wie immer zu verlaufen. Die Mädchen schwärmen nach dem Essen und den entsprechenden Ermahnungen aus, um die Gegend in kleinen Gruppen zu erkunden.

Dabei genießen viele von ihnen die kurzen Momente der Freiheit, die darin bestehen, mit nackten Füßen über die Felsen zu laufen, oder sich den Wind durch die Haare und die Spitzenkleider wehen zu lassen. Erotische Gefühle brechen sich erste Bahn.

Doch am Abend kehrt eine der Gruppe nicht zurück. Nur ein Mädchen daraus wird einige Zeit später bewusstlos am Felsen gefunden. Sie kann sich allerdings an nichts mehr erinnern, so sehr man sie auch befragt.

Auch eine groß angelegte Suchaktion in den nächsten Tagen ist erfolglos. Die Mädchen und eine Lehrerin sind und bleiben spurlos verschwunden. Das bringt das Internat dem Ruin nahe, denn immer mehr Eltern melden ihre Kinder aus der Schule ab, aus Angst, dass dies noch einmal passieren könnte. Und so macht sich die Leiterin auf die Suche nach einem Schuldigen.

 

„Picknick am Valentinstag“ ist ein Film an dem sich die Geister scheiden. Lässt man sich von den Bildern des Films einfangen und geht man vorurteilsfrei an die Handlung heran, kann man die Geschichte durchaus genießen, gibt sie doch viel Interpretationsmöglichkeiten. Der Regisseur nimmt sich sehr viel Zeit, in das Leben im Internat einzuführen, die strengen Regeln, denen die jungen Mädchen unterworfen sind. So wagen die Mutigeren natürlich während des Ausflugs den Schritt nach vorne und brechen ein wenig aus den Ritualen aus – erlauben sich ihren Gefühlen nachzugehen und sich selbst zumindest für einige Minuten oder Stunden als Menschen mit Leidenschaft zu fühlen.

Der Film schwelgt in Bildern unschuldiger Romantik, gepaart mit ebenso schönen Naturaufnahmen. Ein Weichzeichnerfilter sorgt dafür, dass die Bilder noch traumhafter erscheinen, die Mädchen immer mehr in einen entrückten Zustand verfallen. Die Panflötenmusik gibt die notwendige Schwülstigkeit dazu.

Wer eine handfesteren Verlauf erwartet, wird dagegen eher enttäuscht. Die Handlung ergeht sich in scheinbar zusammenhanglosen Szenen, der Film kommt auf weiten Strecken nicht voran. Es gibt nur wenige Hinweise auf das, was passiert sein könnte, aber auch diese sind der Interpretation des Zuschauers überlassen. Das Ende dürfte für die meisten ebenso unbefriedigend sein, weil es keine Auflösung des Rätsels gibt und wie in der Realität offen bleibt, was eigentlich am „Hanging Rock“ passiert ist.

Auch die Mystery-Elemente sind eher gering, so dass auch Genrefans enttäuscht werden dürften. Natürlich spielen mystische Motive der Aboriginies mit in die Geschichte, ebenso wird angedeutet, dass Aliens ihre Finger mit im Spiel haben, aber auch diese Hinweise bleiben eher vage und schwammig.

 

 

Fazit:

Alles in allem ist „Picknick am Valentinstag“ ein Film auf den man sich einlassen muss, um ihn zu mögen. Er hat einen experimentellen Aufbau und atmosphärische Szenen, aber leider keine Handlung von der sich viele Zuschauerwirklich fesseln lassen dürften.

 

 

 

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DVD:

Picknick am Valentinstag

Regisseur): Peter Weir

Komponist: Bruce Smeaton

Format: Dolby, PAL, Widescreen

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 & 5.1)

Untertitel: Deutsch

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1

FSK: 12

Koch Media, Erscheinungstermin: 27. Juli 2012

Produktionsjahr: 2004

Spieldauer: 103 Minuten

 

ASIN: B008410BWO

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Rachel Roberts

Dominic Guard

Helen Morse

Jacki Weaver

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2024041812512190a59c65
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Erstellt: 13.09.2012, zuletzt aktualisiert: 16.03.2023 18:04, 12725