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Piraten - Die Suche nach dem Gold von Davy Jones

Rezension von Bine Endruteit

 

Das Brettspiel „Piraten“ ist ein beliebtes Strategiespiel aus dem Hause Wizkids. Mit „Piraten – Die Suche nach dem Gold von Davy Jones“ liegt nun eine neue Version vor, die man völlig eigenständig spielen oder aber mit dem Original kombinieren kann. Das vorliegende Set enthält vier Viermaster, vier Dreimaster, eine Krake, eine Seeschlange, vier Kapitäne, 28 Goldmünzen, vier Davy Jones-Begegnungsmarken, vier Seeungeheuer-Begegnungsmarken, einmal Davy Jones, vier Davy Jones-Schätze, sechs Fluchmarken, das Spielbrett, ein Regelheft und zwei Würfel. Die Seeungeheuer und die verfluchten Zonen sind etwas ganz Neues in diesem Spielesystem.

 

Bevor man mit dem Spielen beginnen kann, muss man die Schiffe und Seeungeheuer zusammenbauen. Die einzelnen Teile dazu befinden sind in vorgestanzten, Telefonkarten nicht unähnlichen, Karten aus Plastik, sie werden herausgetrennt und so zusammengesteckt, wie in der Anleitung beschrieben. Für diese Vorbereitungen sollte man eine Stunde extra einplanen, die Arbeit fällt aber nur einmalig an. Die Teile sind sehr empfindlich und fragil, man sollte also beim Zusammenstecken äußerste Vorsicht walten lassen, sonst kann schon mal ein Mast abbrechen. Und hier sind wir auch schon am einzigen großen Kritikpunkt angelangt. Während des Spielens müssen immer wieder Masten der Schiffe entfernt und wieder aufgesteckt werden. Dazu sind die Figuren aber eigentlich zu empfindlich und nicht handlich genug. Dies sollte man sich jedes Mal vor Augen führen und sie mit entsprechender Vorsicht behandeln. Aus den weiteren Karten werden die Münzen und Plättchen herausgetrennt, auch diese benötigt man alle zum Spielen. Teilweise werden sogar die Karten selbst noch gebraucht, aus denen man Bauteile entfernt hat, nämlich eine Karte für die vier Kapitäne, Davy Jones und die Seeungeheuer. Da einige Teile bereits heraus gebrochen wurden, sehen diese leider nicht mehr besonders schick aus, aber sie enthalten alle wichtigen Informationen, die man für einen Kampf benötigt. Des Weiteren dienen die Kanten der Kapitänskarten dazu, die Länge der Strecke abzumessen, die ein Schiff fahren darf, und die Reichweite seiner Kanonen.

 

Das Spiel kann mit zwei bis vier Spielern gespielt werden. Jeder Spieler bekommt einen Kapitän und zwei Schiffe, bei nur zwei Spielern sogar zwei Kapitäne und vier Schiffe, damit das Brett ausreichend bespielt wird. Jeder ist reihum am Zug und kann dabei eine der folgenden Aktionen ausführen: Bewegen, Forschen, Schießen oder Reparieren. Pro Schiff wird je Runde lang eine Aktion ausgeführt. Mit welchem Schiff man beginnt, kann man jedes Mal neu entscheiden. Die Schiffe und Seeungeheuer bewegen sich auf einem großen Spielbrett, das die Heimatinseln, wilde Inseln, die verfluchten Zonen und Symbole für die Seeungeheuer zeigt. Gestartet wird an den Heimatinseln, die zu den jeweiligen Schiffen gehören.

 

Das Ziel des Spiels ist es, so viel Gold wie möglich zu ergattern. Dies geschieht, indem man die wilden Inseln plündert oder seine Gegner ausraubt. Zusätzlich gibt es Punkte für das Besiegen von Davy Jones und der Seeungeheuer und für das Entkommen aus den verfluchten Zonen. Mit seinen Schiffen steuert man die wilden Inseln an und belädt diese mit so viel Gold wie möglich. Das versucht man dann, auf die sichere Heimatinsel zu bringen, erst dann zählen die Punkte. Allerdings begegnen einem neben ganz normalen Goldmarken auch immer wieder Fluchmarken, Seeungeheuer-Begegnungsmarken oder der berüchtigte Davy Jones. Dann ist es vorbei mit dem Plündern und man muss sich erst der neuen Aufgabe widmen. Landet man mit seinen Schiffen in einer verfluchten Zone, muss man versuchen, seine Flotte „freizuwürfeln“ Gelingt das, bekommt man eine Fluchmarke, die Bonuspunkte bringt, ansonsten unterliegt man und muss seine Schiffe zum reparieren auf die Heimatinsel schicken. Zieht man eine Seeungeheuer-Begegnungsmarke, muss das gezeigte Untier besiegt werden, erst dann geht die Suche nach dem Gold weiter. Kämpfe werden mit Hilfe der Würfel ausgetragen. Augenzahlen auf den Segeln der Schiffe und den einzelnen Körperteilen der Seeungeheuer zeigen an, wie stark diese sind. Je nachdem, wie hoch man würfelt, trägt man einen Sieg davon oder eine Niederlage. Kämpfen kann man mit den Seeungeheuern, mit Davy Jones oder mit den Schiffen der anderen Mitspieler. Man kämpft nie mit dem kompletten Schiff, sondern nur mit je einer Kanone, die durch ein Segel symbolisiert wird. Dieses wird entfernt, wenn man unterliegt. Erst wenn alle Segel eines Schiffes verschwunden sind, wurde es besiegt und muss zurück in den Heimathafen, um dort repariert zu werden. Kämpft man gegen Davy Jones, gibt es keine Schlacht mit Schiffen, sondern einen Schwertkampf, der aber auch ausgewürfelt wird. Gelingt es dem Spieler zu siegen, erhält er eine Davy Jones-Schatzmarke. Sobald Davy Jones viermal besiegt wurde, also alle Schatzmarken verteilt wurden, endet das Spiel. Es werden die Goldstücke und Bonusmarken ausgezählt und wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

 

Am Anfang ist es etwas schwierig, das Spiel zu verstehen. Leute, die „Piraten“ bereits kennen, müssen nur einige Zusatzregeln lernen, alle anderen werden sicherlich nicht nur einmal während des Spiels zur Anleitung greifen, um nachzuschlagen. Der Spielablauf ist komplex, aber spätestens nach der dritten Runde hat man alle Einzelheiten begriffen und dann macht „Piraten – Die Suche nach dem Gold von Davy Jones“ erst richtig Spaß. Der Glücksfaktor ist sehr hoch, da man nie weiß, welche Marken man zieht und welche Aufgabe es als nächstes zu erledigen gibt. Dadurch, dass jeder Kampf ausschließlich mit den Würfeln ausgetragen wird, kann man auch hier nichts planen oder besonders strategisch vorgehen. Zu Anfang wird die mit 60 Minuten angesetzte Spieldauer noch weit überschritten, aber mit zunehmender Spielroutine verkürzt sie sich. Diese „Piraten“-Version wird ab 8 Jahren empfohlen, es ist allerdings angebracht, dass junge Spieler die Spielregeln mit einem Erwachsenen gemeinsam erarbeiten. Sind die verstanden, ist es auch ein wunderbares Spiel für Jugendliche und Kinder.

 

Fazit:

„Piraten – Die Suche nach dem Gold von Davy Jones“ ist ein großartiges Brettspiel für Kinder ab 8 Jahren und Erwachsene. Es ergeben sich immer wieder neue Spielsituationen, die es erfolgreich zu bewältigen gilt. Durch verschiedene Spiel-Versionen und diverse Erweiterungen gibt es vielfältige Variationen zu entdecken. Über kleinere Unzulänglichen bei den Figuren kann man hinwegsehen, da man trotzdem ein optisch sehr ansprechendes Spiel erhält, das sich immer wieder zu spielen lohnt und nicht langweilig wird.

Eure Meinung:


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Brettspiel:

Piraten - Die Suche nach dem Gold von Davy Jones

Amigo, 2007

Für 2 - 4 Spieler

ab 8 Jahre

Spieldauer: 60 Minuten

ASIN: B000N3TXM0

Erhältlich bei: Amazon

 

 

 

 


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Erstellt: 11.05.2007, zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40