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Planet Deutschland – 300 Millionen Jahre

Rezension von Christel Scheja

 

Seit einigen Jahren hat sich auch in Deutschland der Trend durchgesetzt, das eigene Land in aufwendigen Dokumentationen vorzustellen. So wie es die Briten und Amerikaner vorgemacht haben, schaut man sich nun nicht mehr nur die historischen Stätten an, auch die Pflanzen und Tierwelt gerät in den Fokus der Naturfilmer. Und einige Dokumentationen wagen sogar eine erdgeschichtliche Reise, die in die ganz ferne Vergangenheit Deutschlands zurückblicken, wie etwa der hier vorliegende Film „Planet Deutschland – 300 Millionen Jahre“.

 

Wie ist eigentlich Deutschland entstanden? Welche Reise machte es im Verlauf der Erdgeschichte durch, ehe es seinen heutigen Platz fand? Die Geschichte dessen, was man heute Deutschland nennt, beginnt im Karbon. Noch heute finden sich in den Ablagerungen die Abdrücke und Überreste der riesigen Insekten, die damals die Farnwälder bevölkerten. Und in den Alpen sind noch die Spuren des Meeres zu erkennen, die Sedimente, die aufgefaltet wurden und noch immer werden, seit die afrikanische Platte gegen die europäische drückt und so das Gebirge hat entstehen lassen. Und das Deutschland einmal in viel tropischeren Regionen gelegen hat oder warm genug war, um Nashörner und Elefanten zu beherbergen ist mittlerweile auch durch Funde zu belegen.

Sterbende Dinosaurier sind ebenso zu finden, wie die Knochen prähistorischer Säugetiere. Auch der Mensch hat irgendwann seine Spuren hinterlassen – sei es nun in seiner eigenen Urgeschichte oder in Form der Neandertaler.

Die Reise geht von der Küste über die Mitelgebirgsregionen, vom Spreewald bis in die Rheinebene und weiter. Chronologisch wird erzählt, wie das Deutschland entstand, das wir heute kennen, und warum es nicht mehr von endlosen Wäldern überzogen ist.

 

Der Mensch spielt freilich in dem von Max Mohr moderierten Dokumentation nur eine untergeordnete Rolle. Die Dokumentation wechselt immer wieder zwischen Naturaufnahmen der Jetztzeit, Computeranimationen und auch Spielszenen hin und her, um die Geschichte Deutschlands einmal aus einem viel größeren Blickwinkel zu betrachten, als man es gewohnt ist. So widmet sich die Dokumentation vor allem der fernen Vergangenheit, die wir heute nur noch anhand von den entsprechenden Funden im Stein nachvollziehen können.

Ein Gebirge, das aus Sedimenten des Meeresgrunds besteht, Kohle und Schiefer, die von den früheren Bewohnern des Landes erzählen und unzählige Knochenfunde sind der Schlüssel zu der unterhaltsam gestalteten Zeitreise, die zwar im Groben versucht chronologisch vorzugehen, aber doch immer wieder Sprünge in die Gegenwart macht, was dem ein oder anderen Zuschauer vielleicht übel aufstoßen könnte.

Auf der anderen Seite sind genau diese Szenen auch ein Augenschmaus. Sorgfältig ausgewählt und mit passender Musik unterlegt, bieten sie atemberaubende Blicke auf unser Land, die man selbst so nicht zu sehen bekommt, machen auf die verborgene Schönheit Deutschlands aufmerksam, die heute oft nur noch schwer zu finden ist.

Der Film gibt einen guten Überblick über die geologische Geschichte Deutschland und all dem, was direkt damit verbunden ist, geht allerdings nicht sonderlich in die Tiefe. Wer sich schon ein wenig länger mit diesem Themen beschäftigt hat, wird feststellen, dass er so gut wie keine neuen Informationen erhält, daher sind die 90 Minuten eher dazu gegeeignet, diejenigen neugierig zu machen, die sich bisher gar nicht mit diesem Bereich beschäftigt haben.

Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit, es gibt sogar eine Hörfassung für Sehbehinderte. Nur weitere Extras wie ein Making-of fehlen ganz.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem ist „Planet Deutschland – 300 Millionen Jahre“ eine liebevoll gemachte Dokumentation, die einmal unser Land in geologische Dimensionen einbettet und vor allem durch schöne Naturaufnahmen punkten kann. Inhaltlich bietet sie allerdings für den Kenner nicht viel neues, dafür ist der Film ideal, um Neugierige erstmals an das Thema heranzuführen.

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Eure Meinung:

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DVD:

Planet Deutschland – 300 Millionen Jahre

Darsteller: Prof. Uwe Kersken, Dieter Stürmer, Josef Ooyen, Svenja Wolter, Silke Breidenbach

Komponist: Markus Lehnmann-Horn

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 1

FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 24. April 2015

Produktionsjahr: 2014

Spieldauer: 90 Minuten

ASIN: B00QLAIYU6

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 08.01.2015, zuletzt aktualisiert: 20.03.2020 08:28