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Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster - Staffel 4, Teil 1

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

“Primeval” ist eine der wenigen Serien, die trotz niedriger Quoten im eigenen Land doch noch eine Chance bekommen haben, weil internationale Sender und die eigene Fanbasis genug Interesse bekunden konnten.

Wir erinnern uns: Vor mehr als zwei Jahren endete die dritte Staffel mit einem Cliffhanger. Drei Mitglieder des neuen Primeval-Teams blieben bei der Verfolgung der Antagonistin in der Vergangenheit hängen - ohne Hoffnung, jemals nach Hause finden zu können, weil sich die Anomalien vor ihnen schlossen

 

Ein Jahr ist vergangen, seit Danny, Abby und Connor Helen Cutter nachgejagt sind, um sie daran zu hindern, die Menschheit auszurotten. Allein die Tatsache, dass die Menschheit noch existiert, deutet darauf hin, dass sie erfolgreich waren.

Allerdings haben die Geschehnisse auch dafür gesorgt, dass nun ganz anders mit den Bedrohungen umgegangen wird. Das ARC ist nicht mehr nur eine Regierungsbehörde, man arbeitet nun auch mit dem Industriellen und Millionär Philip Burton zusammen, was James Lester nicht besonders glücklich macht, weil er nicht glaubt, dass es gut ist, wenn die Privatwirtschaft auch noch ihre Finger mit im Spiel hat.

Neben James Lester hält vom alten Team immer noch Captain Becker die Stellung und sucht nach einem Weg, die Verschollenen wiederzufinden, da er sich die Schuld an deren Schicksal gibt. Neu im Arc sind hingegen der Ex-Militär Matt Anderson und die junge Jess, die in der Schaltzentrale sitzt.

So müssen sich Connor und Abby ziemlich umstellen, als es ihnen schließlich gelingt in ihre Zeit zurückzukehren. Zunächst sollen sie auf Wunsch von Burton erst gar nicht mehr „ins Feld“ zurückkehren, sondern ihre Aufgaben im ARC erfüllen, aber die beiden Heimkehrer machen ziemlich schnell deutlich, dass sie nach allem, was sie erlebt haben, nicht in der zweiten Reihe stehen wollen - nicht einmal Connor, der ein großzügiges Angebot von dem Industriellen erhält.

Nach und nach nehmen die Beiden ihre angestammten Plätze im Team wieder ein und freuden sich dabei nach und nach auch mit Matt und Jess an, nicht ahnend, dass ersterer ein Geheimnis vor ihnen hat.

In der Folge müssen sie sich natürlich wieder einmal mit tierischen Monstern aus Vergangenheit und Zukunft herumschlagen, aber dann auch mit einem in Menschengestalt. Denn unter den Anomalienreisenden, die scheinbar aus der viktorianischen Ära stammen ist der skrupellose Ethan, der seine eigenen Pläne zu haben scheint und dem Zugriff des ARC leider entkommen kann. Anders als die selbstbewusste Emily, die eigentlich nur wieder nach Hause in ihre Zeit zurück will, scheint er bewusst etwas zu suchen.

Was dahinter steckt zeigt sich erst in der letzten Folge der Staffel, als auch der letzte Vermisste überraschend aus einer auftaucht und bei dem Zusammentreffen mit dem Team deutlich macht, dass Helen zwar tot ist, aber leider ein Vermächtnis hinterlassen hat, dass die Menschheit immer noch überschatten könnte.

 

Man merkt der vierten Staffel schon ein wenig an, das sie mit einem etwas geringeren Budget auskommen muss, denn auch wenn in jeder Folge Monster vorkommen, so werden sie doch nur gezielt und kurz eingesetzt und sind längst nicht mehr ganz so phantasievoll ausgestaltet wie früher.

Tatsächlich bleiben sie eher Nebensache und sorgen letztendlich für die Action, denn die Geheimnisse hinter den Kulissen und um einige der neuen Charaktere sind um einiges spannender.

Die Macher legen in dieser Staffel viel mehr Wert auf die Figuren. So wird die Beziehung zwischen Connor und Abby folgerichtig weitergeführt - beide sind nun ein Liebespaar, da sie das Jahr in der Kreidezeit zusammengeschweißt hat. Das ändert aber nichts an Connors Talent in Fettnäpfchen zu treten. Auch Captain Becker ist nicht mehr ganz so steif und professionell wie in der ersten Staffel - der ehemalige Soldat wirkt wesentlich verletzlicher und menschlicher als früher.

Matt Anderson wirkt zunächst eher blass, wären da nicht die heimlichen Besuche bei einem sterbenskranken alten Mann und Andeutungen in beider Gesprächen, dass er eine Aufgabe habe. Das sorgt dafür, dass man auch ihn genauer beobachtet.

Einen richtigen Antagonisten wie in den Staffeln zuvor scheint es zunächst nicht zu geben - doch es wird schon früh deutlich, dass auch Philip Burton Pläne hat, die er gegenüber James Lester und den restlichen Mitarbeitern des ARC verbirgt. Das erklärt später auch sein besonderes Interesse an Connor, der immerhin fast alle Geräte entwickelt hat, die ihnen heute helfen, die Anomalien zu kontrollieren und vermutlich das meiste Wissen über sie hat. Dementsprechend versucht er das Vertrauen des jungen Genies zu gewinnen und ihn von den anderen - selbst von Abby - zu trennen.

In den ersten beiden Folgen ist das „neue“ Primeval auch für Fans gewöhnungsbedürftig, aber der Eindruck verfliegt glücklicherweise sehr schnell, denn die Serie hat nichts von ihrer augenzwinkernden und trashigen Atmosphäre verloren. Die Ideen sind ebenfalls immer noch sehr abgedreht und geben der Serie gerade diesmal einen sehr phantastischen Touch.

Es gibt immer noch genügend Szenen zum Schmunzeln, in denen sich die Charaktere gegenseitig nichts schenken und Humor beweisen. Gewisse Schwächen und Unzulänglichkeiten verändern sich ebenfalls nicht über Nacht und werden wie ein Running Gag ausgereizt.

Die bereits bekannten Figuren werden zudem konsequent weiter entwickelt, und auch die neu eingeführten schätzt man bald genau so wie die angestammten Helden, da sie ebenfalls einiges von ihrem Wesen zeigen dürfen..

Alles in allem kann sich die Serie auch jetzt noch sehen lassen, ein Einstieg ist allerdings schwierig geworden, da man schon wissen sollte, was hinter den Andeutungen in Bezug auf Helen Cutter und die Anomalien steckt. Denn nicht alles wird erklärt oder wiederholt, so das Neueinsteigern doch einige Dinge verwirrend erscheinen dürften.

Bei der DVD handelt es sich übrigens um die komplette Staffel 4 mit sieben Folgen. Die Auszeichnung als „Staffel Vier Teil 1“ resultiert nur daraus, dass Pro 7 offensichtlich die gemeinsam produzierten Staffeln 4 und 5 als eine angesehen hatte.

Bild- und Tonqualität entsprechen dem heutigen Standard, bei den Extras hat man sich leider die der Staffel vier vorangestellten fünf Webisodes gespart und bietet nur ein „Making of“, in dem die veränderten Gegebenheiten erklärt werden.

 

 

Fazit:

„Primeval“ ist sicherlich keine Serie mit Anspruch, aber eine die Spaß macht und es verdient hat, weitergeführt zu werden, denn so einfach und trashig die Geschichten sein mögen - die Figuren und das Setting haben Charme und Witz, der Hintergrund ist spannend genug, um den Zuschauer bei der Serie zu halten, wenn er sich darauf einlassen kann. Längst ist die Monsterhatz nicht mehr das Hauptthema der Episoden, wohl aber der Motor, der die Action am Laufen hält.

Gerade SF-Fans sollten in der heutigen Zeit ein Auge zudrücken und die Folgen einfach nur genießen, denn sie spielen gekonnt und gewagt mit so mancher Zeitreise- und Wurmlochtheorie - und das nicht einmal schlecht.

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Eure Meinung:

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DVD:

Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster - Staffel 4, Teil 1

Primeval, GB 2010/11

Regisseur(e): Jamie Payne, Cilla Ware

Komponist: Dominik Scherrer

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Englisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 2

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 31. Mai 2011

Spieldauer: 315 Minuten

 

ASIN: B004PKO5MK

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Hannah Spearritt
  • Ben Miller
  • Ciarán McMenamin
  • Andrew Lee Potts
  • Ben Mansfield
  • Ruth Kearney
  • Alexander Siddig
  • Lucy Brown
  • Jason Flemyng

Primeval in der PhilmDB:


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Erstellt: 07.07.2011, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56