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Princess, Princess Premium Artbook

Rezension von Christel Scheja

 

Mit dem Erscheinen der Mangas und Animes ist auch noch ein anderes Phänomen nach Deutschland geschwappt, das für die japanische Szene so typisch ist: das Artbook.

Diese überwiegend farbigen und zumeist großformatigen Bücher auf Kunstdruckpapier geben die Titelbilder der Sammelbände, von Musik/Hörspie-Cd’s oder auch den Animes, Kapiteleinführungen, Poster und Charakterzeichnungen in bester Qualität wieder.

Kannte man im westlichen Kulturkreis früher eher Bildbände, die das Werk bestimmter Künstler präsentierten, so steht bei den Artbooks in erster Linie die Serie im Vordergrund, dann erst folgt der Künstler. Einige wenige Bildbände sind auch auf Künstler bezogen, wenn das Material der Serie an sich nicht ausreicht.

Oft sind übrigens nicht nur Bilder und ihre Erklärungen sondern auch kurze Mangas und Charakterbeschreibungen enthalten - vor allem bei den Bänden, die zu Computer-Spielen wie „Final Fantasy“ heraus gegeben werden.

 

„Princess Princess Premium“ ist das Artbook zu den Mangas der Reihe „Princess, Princess“ von Mikiyo Tsuda. Die Künstlerin, eigentlich bekannt durch ihre Boys Love Mangas, in denen sie die Liebesbeziehung zwischen Jungen oder Männern schildert, beschäftigt sich in diesen Geschichten, die mittlerweile auch in einen Anime umgesetzt wurden, mit dem Thema Crossdressing.

Um in einem Jungeninternat eine weibliche Note einzubringen, wählen die Schüler zu Anfang eines jeden Jahres aus den hübschesten und am mädchenhaftesten wirkenden Neuankömmlingen ihre „Prinzessinnen“. Diese zwei oder drei Jungen müssen in Frauenkleidern zu besonderen Veranstaltungen der Schule wie - Sportfesten, Wettkämpfen oder Abschlussfeiern auftreten - und diesen einen besonderen Glanz verleihen. Nicht immer sind die Auserwählten anfangs davon besonders begeistert - aber mit der Zeit gewöhnen sie sich an alles und haben sogar großen Spaß daran in die unterschiedlichsten Mädchenkostüme zu schlüpfen seien es nun in Kimonos oder niedliche an die viktorianische Ära angelehnte (Gothic-)Lolita-Kleidchen.

 

Das Artbook beinhaltet auf über fünfzig Seiten vor allem die Bilder, die als Titel für die Sammelbände oder in den Magazinen als Kapiteleinführungen dienten. Auch die Abbildungen, die Merchandise, wie CD’s, das PS2-Computerspiel, Telefonkarten und die Boxen des Animes zierten, fanden dort ihren Platz.

Szenen aus der Geschichte darf man allerdings nicht erwarten. Die Figuren posieren zumeist einzeln oder in Gruppen, mal in Schuluniform oder in Verkleidung vor einem einfach gehaltenen, allenfalls von Jugendstil-Ornamenten verzierten Hintergrund.

Die Künstlerin konzentriert sich vor allem auf kleine Tetails der Kleidung. Falten, Rüschen und Schleifen sind sehr fein ausgearbeitet, Durch die dicken Außenlinien fühlt man sich immer wieder an colorierte Fensterbilder erinnert.

Es dominieren pastellige Farben wie hellgrün, hellgelb, hellblau und rosa, selten bilden kräftigere Bereiche durch ein knalliges Rot oder Pink einen interessanten Akzent zum Rest des Bildes. Das Titelbild ist also nicht unbedingt maßgeblich für den weiteren Inhalt des Artbooks, auch wenn Rosa in all seinen Abstufungen durchaus ein gängiges Thema ist.

Die Figuren sind durchweg sehr jugendlich und androgyn gestaltet, so dass man den Helden die Verkleidung durchaus abnehmen kann. Gerade bei den weiblichen Kostümen aber wirft die Künstlerin die männlichen Proportionen gänzlich über Bord und gibt den Figuren Busen oder eine Wespentaillie.

Ergänzt werden die vollfarbigen Zeichnungen übrigens durch einen kurzen Manga, der die wichtigsten Figuren vorstellt und separate Bildbeschreibungen. Die Autorin schildert, für was die Bilder eigentlich entstanden sind und erwähnt hin und wieder eine Besonderheit bei der Entstehung des Bildes.

 

„Princess Princess Premium“ ist sicherlich für die Leser und Comic-Sammler am interessantesten, die bereits den Anime oder den Manga kennen und Spaß daran hatten.

Aber auch wenn man bisher nicht dazu gekommen ist, sich Episoden anzusehen oder in den Bänden zu lesen, so kann man sich doch von den liebenswerten und detailreichen Bildern verzaubern lassen, wenn man Kostüme mag und als Cosplayer selbst Anregungen sucht oder sich einfach nur von schönen und zarten Modebildern verzaubern lassen möchte, die ihre Inspiration vor allem aus dem Jugendstil und der viktorianischen Ära nehmen.

 

Eure Meinung:


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Princess, Princess Premium Artbook

Autorin und Zeichnerin: Mikiyo Tsuda

Aus dem Japanischen von Christine Steinle

Egmont Manga und Anime, München, Dezember 2007

Artbook zum Manga, 76 Seiten Überformat A5

ISBN 978-3-7704-6856-0

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 18.12.2007, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40