Princess Ruby (Artbook)

Rezension von Christel Scheja

 

Nachdem kurz vor Weihnachten mit „Prince Sapphire“ bereits ein Artbook mit den Bildern und Illustrationen von ;Makoto Tateno erschienen ist, legt Egmont Manga und Anime nun noch eines in der gleichen günstigen Preisklasse nach.

 

„Princess Ruby“ widmet sich diesmal nicht nur den hübschen Jungen, sondern auch den romantischen Pärchen, obwohl die Künstlerin in Deutschland eher durch ihre Shonen-Ai-Titel wie „Yellow“ bekannt geworden ist. So präsentiert bereits das Titelbild zwei selbstbewusste junge Damen, die von vier stattlichen jungen Männern umgeben sind, und der Trend setzt sich im Buch fort.

Die farbigen Illustrationen, sind grob chronologisch nach Werken geordnet, so dass man die Entwicklung der Autorin gut nachvollziehen kann, die in den Anfangsjahren bei ihrer Magical Girl-Serie „Hana to Yume“ noch mit der Hand kolorierte, später aber auf digitale Einfärbungen umgestiegen ist. So kann man nicht nur Portraits der Helden und Heldinnen bewundern, sondern auch dynamische Bilder mit Figuren in Bewegung, egal ob sie dem Betrachter nun entgegen springen oder aber auf einem Drachen reiten.

Und selbst wenn sie sonst in einer Pose verharren, täuschen wehende Haare oder lockere Kleidung doch Bewegung vor.

Selten ist nur eine Figur zu sehen, meistens findet man zwei oder drei, was auf den früheren Verwendungszweck der Bilder hinweist – zum überwiegenden Teil sind sie die farbigen Titelblätter hin und wieder auch die Cover die von der Veröffentlichung aus den Magazinen stammen und bei den Tankobon keinen Einlass fanden, dann auch Poster oder Postkarten, und nicht zuletzt auch Aufdrucke auf T-Shirts, Tassen und anderem Merchandise. Der entsprechende Bildnachweis findet sich bei den Bildern selbst, nicht in einem gesonderten Register, zusammen mit einer kleinen Anmerkung der Künstlerin.

Auch in „Princess Ruby“ sind die Personendarstellungen vorherrschend. Wenn Hintergründe überhaupt vorhanden sind, wurden sie nur in wenigen Bildern wirklich ausgearbeitet, die meisten sind jedoch eher diffus, flächig und wenig ausgearbeitet. Wie viele ihrer Kolleginnen setzt die Künstlerin auch hier mehr auf die Wirkung von Komplementärfarben und Symbolen wie den klassischen Kirschblüten als die dargestellten Figuren bewusst in eine Szene aus ihren Geschichten einzubetten. Romantische Darstellungen sind überraschend selten. Zwar umarmen oder küssen sich hin und wieder Paare, die meisten stehen nur beieinander.

Gut hundert Seiten umfassen die Farbillustrationen. Zu den auch in Deutschland bekannten Serien, die Einlass in den Band gefunden haben, gehören „Cute x Guy“ und das gerade frisch gestartete „Happy Boys“. Auch wenn man den Rest der Serien nicht kennt (und vermutlich auch nicht kennen lernen wird), hat die Künstlerin eine gute Auswahl getroffen, da die teils pastellfarbenen, dann doch wieder sehr kräftig kolorierten Tuschezeichnungen ihre Helden nicht nur in klassischen Posen oder romantischen Situationen, sondern auch in Aktion zeigen.

Dem Bildteil nachgestellt ist diesmal ein Interview mit Makoto Tateno, in dem sie nicht nur ihren Werdegang als Künstlerin beschreibt und ein wenig über ihre frühen Serien erzählt, damit auch die Leser, die diese nicht kennen, wissen, worum es geht, sondern auch zeigt, wie sie heutzutage ihre Illustrationen einfärbt.

Ergänzt wird der Bildband noch durch den vierteiligen Comic „Butterfly Moon“, in dem ihre Heldin (vermutlich aus „Hana to Yume“) in die seltsame wie geheimnisvolle Welt der Träume eintaucht und dort eine überraschende Erkenntnis macht.

 

Mehr als in „Prince Sapphire“ achtet Makoto Tateno in „Princess Ruby darauf, ihren Figuren Charakter zu geben, da es weniger um romantische Gefühle als um die Figuren selbst geht. Das kann durch eine bestimmte Farbgebung geschehen, aber auch durch Posen und den entsprechenden Gesichtsausdruck, wobei man bei „Hana to Yume“ noch am deutlichsten merkt, dass sie dort noch am Anfang steht, da manches noch nicht so ganz zusammen zu passen scheint. Sehr schön ist die Entwicklung in kleinen Details weiter zu verfolgen, sei es nun, dass die Figuren mit den Jahren immer dynamischer und lebendiger wirken, die Farbgebung der frühen Jahre viel kräftiger und weitaus weniger nuanciert ist als in die der Bilder aus den letzten Jahren.

Wieder kommt Makoto Tatenos Stil gerade bei den moderneren Serien dem westlichen Geschmack entgegen, da sie die Figuren nicht all zu sehr überzeichnet. Durch ihre weichen Linien und die angenehmen, nach nicht zu süßlich wirkenden Gesichter – einzige Ausnahme sind die extrem großäugigen Mädchen und Frauen in „Hana to Yume“ und späteren Werken - kommt sie dem Inbegriff von westlicher Schönheit nahe.

 

„Princess Ruby“ mag zwar in erster Linie für die Makoto Tateno Fans interessant sein, richtet sich aber auch an alle anderen Fans schöner Zeichnungen, da nicht unbedingt die Kenntnis einer besonderen Serie vorausgesetzt wird. Man muss eben nur die zarten und sanften Zeichnungen des Shojo-Stils und die damit verbundene Farbgebung mögen. Auch der moderate Preis macht es einfach, eine Kaufentscheidung zu treffen.

Denn auch wenn diesmal Frauen mit von der Partie sind, so überwiegen doch noch immer die ätherisch schönen und androgynen jungen Männer, für welche die Künstlerin hier bekannt ist.

Eure Meinung:


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Comic:

Princess Ruby

Original: Tateno Makoto Irasutosyu Princess Ruby, 2008

Autorin und Zeichnerin: Makoto Tateno

Übersetzerin: Monika Hammond

Manga-Artbook, 112 Seiten

Egmont Manga & Anime, 05/2009

 

ISBN-10: 3770470273

ISBN-13: 978-3770470273

 

Erhältlich bei Amazon


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zuletzt aktualisiert: 30.10.2019 14:43 | Users Online
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