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Quantum Break

Rezension von Cronn

 

Als ich die Ruinen der Lagerhallen neben der Schiffswert betrete, beschleicht mich ein unangenehmes Gefühl der Bedrohung.

»Sie sind bereits hierher unterwegs!«, so denke ich mir. Und ich sollte Recht behalten. Oh mein Gott, wie ich es hasse Recht zu haben!

Vier, nein fünf schwarz gewandete Security-Kräfte von Monarch Industries stürmen von der anderen Seite her in die Lagerhalle, in welche durch das halb zerstörte Dach hin und wieder Sonnenstrahlen einfallen und den allgegenwärtigen Dreck ausleuchten.

Ohne Vorwarnung beginnen die Männer auf mich zu schießen. Ich hechte hinter einen Tisch in Deckung. Über mich zischen die Kugeln hinweg und schlagen krachend in die Wände ein, wobei Putz aufgewirbelt wird. Als einer der Männer nachlädt, ziele ich über den Tisch hinweg und feuere mit meiner Maschinenpistole eine Salve ab, die ihn niederstreckt.

Sofort gehe ich wieder in Deckung, denn die anderen Gegner sind nicht untätig und jagen mir sofort mehrere Geschossgarben entgegen.

Plötzlich landet eine Granate neben mir. Ich bin gezwungen meine Deckung zu wechseln, also sprinte ich geduckt hinüber zum nächsten Tisch. Ein Typ rennt mir entgegen, ich überlege nicht lange und schieße ihn über den Haufen. Dann bin ich wieder in Deckung.

Ich sehe drei von ihnen zusammenstehen. Das ist meine Chance! Ich sammle meine Quantum-Kräfte und lasse sie in einer Zeitblase einfrieren. Einige Geschosse noch hinzugefügt – und als die Zeitblase kollabiert, landen meine Kugeln in den Zielen.

Geschafft!

Jetzt muss ich nur noch die Schiffswerft infiltrieren, um meinen ehemaligen Freund Paul davon abzuhalten, die Welt in den Untergang zu reißen …

 

Quantum Break ist das neueste Spiel der Entwickler von Remedy Entertainment. Die Finnen wurden einst mit ihrem Erstlingswerk Max Payne berühmt, das die sogenannte Bullet-Time einführte, welche zusammen mit demselben Effekt aus The Matrix stilbildend wurde.

Nach ihrem Ausflug ins Gruselgenre mit dem grandiosen Alan Wake, kommen sie nun mit einer Zeitreise-Story zurück. Nach dem Microsoft-Store-Release im April 2016 ist nun die Steam- und Retail-Version erschienen, herausgegeben von THQ Nordic als Publisher.

Doch wie gelungen ist »Quantum Break«?

 

Hintergrund:

Jack Joyce (der Nachname funktioniert als Wortspiel zum englischen »Choice«) kehrt zurück auf den Universitätscampus von Riverport, wo er seinem Freund Paul Serene bei einem Experiment helfen soll, das die Monarch Industries fördern. Auf dem Campus stellt er fest, dass Monarch Industries die Stadt nach und nach aufkauft und auch seinen Freund beeinflusst.

Bei dem Experiment geht einiges schief und fortan besitzt sowohl Paul als auch Jack die Fähigkeit, Zeit zu manipulieren. Kann Jack die Welt vor dem Untergang retten?

Die Story ist aufwändig geschrieben und inszeniert. Es macht Spaß den Fortschritt der Geschichte zu folgen und diese ist daher ein wichtiger Kaufgrund für »Quantum Break«.

 

Gameplay:

»Quantum Break« spielt sich als Third-Person-Shooter ähnlich zu »Max Payne« oder »Alan Wake«. Der Fokus liegt aber klar auf den Deckungs-Gefechten. Dabei gibt es eine Reihe von bleihaltigen Argumentationsverstärkern zu finden. Die Palette reicht von der einfachen Pistole über Maschinenpistole bis zu Sturmgewehr und Abwandlungen derselben.

Doch das Alleinstellungsmerkmal von »Quantum Break« sind nicht die Deckungs-Gefechte, die allesamt recht ähnlich ablaufen. Was das Game von der Gameplay-Seite her ungewöhnlich macht, sind die Zeiteffekte.

 

Jack Joyce kann die Zeit in einem bestimmten Radios anhalten, kann ein Zeit-Schild um sich herum entstehen lassen, kann sich teleportieren und anderes mehr. Diese Zeit-Effekte im Kampf geschickt einzusetzen, ist die Kunst bei »Quantum Break«. Hierbei kann man kreativ sein und somit spielen sich die Kämpfe doch unterschiedlich. Selbstverständlich stehen auch explosive Fässer und Gasflaschen herum, so dass man auch diese beim Kampf gegen die Monarch-Schergen einsetzen sollte.

Die Zeiteffekte lassen sich auch upgraden, so dass Jack nach und nach lernt die Zeit besser einzusetzen.

 

Im Spiel muss Jack auch an einigen Passagen die Zeit manipulieren, um kleinere Rätsel zu lösen. Diese überanstrengen aber nicht die grauen Zellen der Spieler und sollten problemlos zu knacken sein.

Interessant ist noch, dass man an bestimmten Stellen Dinge finden kann, welche sich auf die Zwischensequenzen auswirken, die mit realen Schauspielern gefilmt wurden.

Zwischen den Akten gibt es nämlich 20-minütige Filme zu sehen, bei denen die Handlung weitergetrieben wird. An einigen Stellen ist es möglich, dass der Spieler durch das Auffinden bestimmter Gegenstände und Auslösen bestimmter Ereignisse die Handlung ein wenig beeinflusst. Man sollte sich aber nicht zu viel davon erwarten. Die Handlung ist streng chronologisch und wird durch den Spieler nur in Details ergänzt. Andere Handlungsstränge sind nicht zu erwarten.

 

Grafik und Sound:

Die grafische Umsetzung von »Quantum Break« ist als sehr gelungen zu bezeichnen. Die Modelle der Schauspieler agieren in der Computer-Umgebung sehr agil, sind hoch aufgelöst und somit wirken die Übergänge zu den Realfilmen nicht zu abrupt und künstlich.

Auch die Spielwelt ist hochdetailliert eingefangen und mit einer sehr gelungenen Lichtstimmung versehen. Gerade die Zeiteffekte mit ihren Verzerrungen sind technisch höchst superb gelöst und wirken in sich stimmig. Da ist Remedy etwas ganz Großes gelungen.

Auch der Sound ist passend eingefangen. Die Effekte bei den Kämpfen sind klasse und die Zeiteffekte wirken sich auch auf die Soundgeräusche aus. Toll gemacht!

 

Fazit:

»Quantum Break« ist ein sehr gelungenes Spielerlebnis, das den Fokus auf die Handlung, das Storytelling legt. Mit professionellen Schauspielern in den Zwischenfilmen und einer schönen Zeitreise-Geschichte ist »Quantum Break« in dieser Hinsicht für Singleplayer sehr empfehlenswert.

Auch die Grafik und der Sound überzeugen auf ganzer Linie.

Einziger Wermutstropfen sind die doch recht gleichartig inszenierten Deckungs-Gefechte, die aber durch die Zeitmanipulation aufgewertet werden.

Somit ist »Quantum Break« eine klare Kaufempfehlung wert.

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Eure Meinung:

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PC-Game:

Quantum Break

Remedy Entertainment / Microsoft Studios / THQ Nordic, 29. September 2016

Plattform: Windows 7 / 8

Sprache, Bildschirmtexte und Anleitung: Deutsch

USK: 16

 

ASIN: B01K60K8VO

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 07.10.2016, zuletzt aktualisiert: 16.08.2019 14:42