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Quentin Tolle und das Zauberschwert von Inka-Gabriela Schmidt

Reihe: Quentin Tolle Bd. 1

Rezension von Eileen Weinreich

 

Rezension:

 

Inhalt

Quentin Tolle ist alles andere als begeistert, als ihm seine Eltern Rosalia und Julius eröffnen, dass sie von München ins ländliche Allgäu ins Haus der verstorbenen Oma ziehen werden. Immerhin muss er seine Freunde zurücklassen und auch eine andere Schule besuchen.

Aber es soll sich einiges ändern, als Quentin eines Tages einen Streifzug durch das Haus seiner Oma unternimmt. Dabei entdeckt er ein Tischchen, das den Eingang in ein magisches Reich markiert: Wizardland. Neugierig wie er ist, geht der Junge hindurch und lernt sogleich einige gleichaltrige Kinder kennen. Sie erzählen ihm von der Zaubererschule in Haghusen, von Drachen und Feen. Kurz darauf erfährt Quentin auch, dass er selbst ein Zauberer ist und man seine Ankunft bereits erwartet hätte. Nach einem kurzen Gespräch mit den Eltern ist es beschlossene Sache und Quentin geht auf das Zauberergymnasium in Wizardland.

 

Der Schulalltag gestaltet sich genau wie in normalen Schulen: Prüfungen, Hausaufgaben und langweilige Professoren. Spannend wird es, als Quentin ein magisches Schwert findet, das er geerbt hat. Doch bevor er es besitzen darf, muss er ein Turnier gewinnen. Doch das ist noch nicht alles. Eines Tages wird die Professorin Lupa Lunaris entführt und Quentin ist wild entschlossen, sie zu retten.

 

Kritik

Man muss kein eingefleischter Fantasyleser sein, um auf den ersten Blick zu erkennen, dass die Geschichte in diesem Roman sehr an die vom Zauberlehrling einer Joanne K. Rowling erinnert. Die Rahmenbedingungen sind schon fast identisch, was eigentlich nicht weiter schlimm wäre. Ein gutes Beispiel für eine ähnliche Ausgangsgeschichte mit dennoch aber neuen und frischen Ideen wäre wohl Jenny Nimmos „Charlie Bone“. Leider hat „Quentin Tolle und das Zauberschwert“ aber weit mehr mit Harry Potter gemeinsam als nur die Rahmengeschichte. Wie bereits in Hogwarts gibt es auch auf dem Zauberergymnasium in Wizardland einen weisen Rektor, der sich ausnehmend gut mit Quentin versteht und bereits vor Quentins Ankunft von ihm weiß. Oder aber ein böser schwarzer Magier, der einige Zwerge unter sich scharrt und die absolute Herrschaft über Wizardland will. So könnte man die Beispiele nahezu unendlich weiterführen. Es sind einfach die kleinen Details, die beim Lesen oft auffallen und man sich unweigerlich fragt, ob man das nicht so oder so ähnlich schon mal gelesen hat. Dieser Aspekt ist sehr schade, denn im Prinzip hat die Geschichte rund um Quentin und seine neuen Freunde sehr viel Potenzial. Man könnte sie sicher noch viel breiter fächern als nur im Rahmen der bisher geplanten Trilogie. Aber man hat leider wirklich viel zu oft den Eindruck einer schlechten Kopie des zweifellos glorreichen Vorbildes.

 

Sieht man aber mal davon ab, dass „Quentin Tolle und das Zauberschwert“ mehr als nur an Harry Potter erinnert, gibt es auch viel Positives zu berichten. So z.B. der Schreibstil. Dieser ist durchaus gelungen und in seiner Art und Weise sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder geeignet. Für Kinder ist der Stil aufgrund seiner Einfachheit nicht zu schwer, für Erwachsene wiederum aber auch nicht zu seicht oder trivial. Die Autorin hat also ein wirklich gutes Maß gefunden, beide Zielgruppen anzusprechen. Außerdem ist der Stil lebendig, sodass man sich aufgrund der Ausschmückungen das Drumherum in Form von Wizardland sehr gut vorstellen kann. Dabei schweift die Autorin aber auch nicht zu sehr ab oder verrennt sich in langweiligen Details. Inka Gabriela Schmidt – Räbiger hatte keinen Lektor, der den Roman gelesen und korrigiert hat – aber das merkt man eigentlich so gut wie gar nicht, wenn man es nicht weiß. Zwar tauchen der ein oder andere grammatikalische Schnitzer oder eine ungeschickte Formulierungsweise immer mal wieder auf, all das tut dem Lesespaß aber keinerlei Abbruch. Die gute Leistung in punkto Ausdruck muss während des Lesens also auf jeden Fall gewürdigt werden.

 

Bei näherer Betrachtung der Figuren wird deutlich, dass die Autorin Wert auf eine kindgerechte Ausarbeitung gelegt hat. So ist Quentin Tolle der typische Junge, dem die vielen Prüfungen und Hausaufgaben zwar gelegentlich auf die Nerven gehen, der aber dennoch fleißig dafür arbeitet, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Dadurch, dass er allerdings keine charakteristischen Merkmale aufweist, kann man ihn sich als Erwachsener nur schwerlich vorstellen. So bleiben er und leider auch seine neuen Freunde etwas farblos. Das ist dahingehend schade, als dass man aus mindestens einer seiner neuen Freunde wohl eine sehr plastische Figur hätte machen können – immerhin handelt es sich dabei um eine Elfe. Kinder werden diesen Aspekt wohl nicht weiter hinderlich finden, da er die für diese Zielgruppe durchaus vorhandene Spannung ganz sicher nicht beeinträchtigt.

 

Alles in allem lässt sich also sagen, dass es sich bei „Quentin Tolle und das Zauberschwert“ sicher nicht um eine innovative Geschichte handelt. Zuviel erinnert an Harry Potter und eben das lässt schnell den Eindruck des Abkupferns entstehen. Dennoch ist der Roman für Kinder und Jugendliche sicherlich hervorragend geeignet, da nicht nur der Schreibstil sehr leicht und eingängig ist, sondern sich auch immer wieder eine unterschwellige Moral erkennen lässt, die grundlegende Werte vermitteln soll. Sicherlich hätte man dies auch etwas subtiler vermitteln können – aber es handelt sich eben um ein Kinderbuch, was man nicht vergessen sollte. Daher eine sehr eingeschränkte Empfehlung an erfahrene [erwachsene] Fantasyfans und eine völlig bedenkenlose an Kinder und Jugendliche.

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Titel: Quentin Tolle und das Zauberschwert

Reihe: Quentin Tolle Bd. 1

Original: -

Autor: Inka Gabriela Schmidt–Räbiger

Übersetzer: -

Verlag: Eigendruck (August 2006)

Seiten: 252-Broschiert

Titelbild: Winfried Schmidt

ISBN-13: 978-3000192531

Erhältlich bei: www.inwisch.de

Weitere Infos:


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Erstellt: 21.08.2008, zuletzt aktualisiert: 03.01.2020 12:37