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Quint und der Kampf der Himmelsgaleonen von Paul Stewart und Chris Riddell

Reihe: Klippenland-Chroniken Band 9

 

Rezension von Christine Schlicht

 

Die inzwischen 9 Bände umfassenden Klippenland-Chroniken begannen 1998 mit dem ersten Band Twig im Dunkelwald, welcher 2002 dann auch in deutscher Übersetzung vorlag. Erzählt wird die Geschichte verschiedener Vertreter einer Familie menschenähnlicher Wesen, der Verginix. Wobei mit einem späten Erben begonnen wird, denn Twig ist der Nachkomme von Quint, der erst in den letzten beiden Bänden die Hauptrolle spielt.

 

Verwirrend? Nein, kein bisschen. Alle Bände stehen für sich und können auch ohne Kenntnis der Übrigen gelesen werden. Man kommt sehr schnell in diese Welt hinein und es fehlt nicht an Informationen, um alle Hintergründe zu verstehen. Das ist nicht zuletzt auch Chris Ridell zu verdanken, der die Welt Klippenland und ihre vielen seltsamen Bewohner wirkungsvoll in Szene setzt.

So war es überhaupt kein Problem, den 9. Band zu lesen, ohne die Vorgänger zu kennen. Auch die Zielgruppe dürfte damit keine Schwierigkeiten haben, die so zwischen 12 und 15 Jahren zu suchen ist. Darunter besser nicht, denn es sind recht heftige Szenen dabei. Besonders zum Ende hin, als die Schlacht beginnt und doch eine Menge Blut fließt. Als Quints Vater Windschakal, sowie nach und nach ein großer Teil der Mannschaft des „Himmelsreiters“ ihr Leben lassen muss. Das Buch ist sehr spannend und flüssig geschrieben, so dass auch Erwachsene durchaus ihr Lesevergnügen damit haben dürften. Auf jeden Fall hat man nach der Lektüre Lust auf mehr und will auch die anderen Bücher lesen.

 

Aber von vorn.

 

Warum bringt Himmelspiratenkapitän Windschakal sich, sein Schiff und seine Mannschaft in große Gefahr, indem er an den Klippensteinbrüchen ankert, wo er jemanden zu finden hofft, auf den er einen unversöhnlichen Hass hegt? In einer Höhle wähnt er jemanden zu finden, den er töten will, doch es ist eine Falle, der er und sein Sohn Quint um ein Haar zum Opfer fallen, könnten sie sich nicht in jeder Hinsicht auf ihre Mannschaft verlassen.

 

Erst nach und nach erfährt Quint, was vorgefallen ist, nachdem nur mit knapper Not die Mannschaft vom Meutern abgehalten werden konnte. Ein jeder hat nämlich sein Leben dem Kapitän zu verdanken, daher sind alle peinlich berührt, als Windschakal sie mit diesem Argument zu beruhigen und für seine Ziele einzuspannen versucht. Quints Vater sucht Turbot Schmierz, den ehemaligen Quartiermeister des »Himmelsreiters«, der in seinem Rachewahn Windschakals ganze Familie auslöschte, indem er ein Feuer legte, dem einzig der kleine Quint entkam. Angeblich sei Schmierz dabei selbst ums Leben gekommen, doch gibt es plötzlich eindeutige Hinweise darauf, dass er noch am Leben ist.

 

Eine Botschaft lockt den Kapitän in die Kanalisation der Unterstadt, wo er und Quint um ein Haar erst einem gedungenen Mörder, dann der gefluteten Kanalisation zum Opfer fallen. Nur der Ungehorsam und der Mut von Quints Freundin Maris Pallitax rettet sie vor dem freien Fall ins Dunkel.

 

Welche Rolle bei alle dem eigentlich der undurchsichtige Thor Dornhieb spielt, wird erst ganz zum Schluss klar. Der junge Kapitän, der so gern ein eigenes Himmelspiratenschiff hätte, aber nur eine Barke hat, mit der er Wracks ausschlachtet. Der perfekte Manieren hat und alle für sich ein zu nehmen versteht … außer dem Eichenelf Spillins, dem die Aura Dornhiebs gar nicht gefällt.

 

Während sich der Himmelsreiter nach einem Werftaufenthalt auf Frachtfahrten vorbereitet, wird in den Flugsteinfeldern ein besonders großes Exemplar heimlich geerntet. Es soll einem neuen Schlachtschiff dienen, mit dem die Himmelspiraten endlich ausgeschaltet werden sollen. Denn obwohl sie sich in manchen Bereichen fast unentbehrlich gemacht haben, sind sie den obersten Vertretern der Ligen ein Dorn im Auge.

 

Der »Himmelsreiter« gerät auf seinem Flug zu den Harpyien in einen gewaltigen Sturm. Der Versuch, ihn an den Bäumen des Dunkelwalds festzumachen schlägt fehl und dabei geraten Quint und Maris über Bord. Während die Mannschaft verzweifelt versucht, das Schiff in den Griff zu bekommen, müssen sich die beiden jungen Leute durch einen Wald voller Gefahren schlagen, um eine Eisenholzkiefer zu finden, die sie als Signalfeuer verwenden können. Tatsächlich gelingt es ihnen, das Feuer zu machen und sie werden vom »Himmelsreiter«, der in der Zwischenzeit von Kobolden überfallen worden war und zwei Besatzungsmitglieder verlor, wieder aufgelesen.

 

Bei den Harpyien treffen sie wieder auf den intriganten Thor Dornhieb, der nicht einmal davor zurückschreckte, seinen treuen Freund, einen Banderbär, heimlich als Sklaven zu verkaufen. Da er kein Schiff mehr hat, heuert er mit dem wieder freigekauften Hubble bei Windschakal an.

 

Die Suche nach einer Bluteiche kostet einem weiteren Besatzungsmitglied das Leben und Thor Dornhieb spinnt die Geschichte um das Gespenst Turbot Schmierz weiter. Angeblich sei dieser auch für den Verlust seiner Barke verantwortlich und verstecke sich auf einem Wrack. Dies wird für den hasserfüllten Windschakal zur tödlichen Falle. Doch sein Ziel, nach dessen Tod der Kapitän des »Himmelsreiters« zu werden, erfüllt sich für Thor Dornhieb nicht. Die Besatzung wählt Quint, trotz aller Manipulationen.

 

Doch dann gerät alles außer Kontrolle, als plötzlich das Schlachtschiff mit dem riesigen Flugstein auftaucht und alle Himmelspiratenschiffe unter Beschuss nimmt. Der »Himmelsreiter« kentert und Quint muss eine letzte Schlacht gegen Turbot Schmierz ausfechten … oder ist es nicht Turbot?

 

Wer braucht Harry Potter, es gibt doch die Klippenland-Chroniken!?

 

Paul Stewart hat mit Klippenland eine faszinierende, vollständige und komplexe Welt geschaffen, die sicher noch eine Menge Geschichten zu erzählen hat. Vor allem die vielen Völker und Geschöpfe geben ein weites Feld für die Fantasie. Elfen (die nichts mit den überirdisch schönen Wesen der gängigen Fantasy zu tun haben, sondern eher an Mogways ohne Fell erinnern), Kobolde und Trolle aller Art, Harpyien, Banderbären und noch vieles Mehr bevölkern Klippenland, die einzelnen Teile dieser Welt sind bizarr und außergewöhnlich wie ihre Bewohner. Alles ist stimmig und wird so beschrieben, dass man wunderbar in diese Welt mit eintauchen kann und Chris Ridells wundervoll detaillierte Bilder helfen auch noch dem fantasielosesten Leser auf diese Stufe.

 

Magie gibt es im Klippenland nicht, jedenfalls keine Magie im klassischen Sinne. Die Flugsteine sind fantastisch, aber man könnte sie fast technisch erklären. Lediglich die Schwärmer sind mit ihrer Fähigkeit, Gedanken zu lesen und die Eichenelfen mit ihrer Fähigkeit, die Auren aller Lebewesen zu sehen und zu interpretieren so was wie magisch begabt, aber es hält sich in Grenzen. Trotzdem lässt die Geschichte nichts an fantastischen Elementen zu wünschen übrig.

 

Fazit:

Ein fantastischer Lesespaß für alle, die wunderbare Welten und spannende Geschichten schätzen.

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Eure Meinung:

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Buch:

Quint und der Kampf der Himmelsgaleonen

Original: The Edge Chronicles. Clash of the Sky Galleons

Autoren: Paul Stewart und Chris Riddell

Serie: Klippenland-Chroniken Band 9

Gebundene Ausgabe, 455 Seiten

Sauerländer, Januar 2007

 

ISBN-10: 3794160924

ISBN-13: 978-3794160921

 

Erhältlich bei: amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.03.2007, zuletzt aktualisiert: 16.10.2019 13:35