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Rattenfänger von Jane Yolen & Adam Stemple

Ein Rock'n'Roll Märchen

Rezension von Christian Endres

 

Zwischen Google-Recherche im Internet und Brüder-Zwist im Feenreich, zwischen den Rolling Stones und dem Rattenfänger von Hameln, zwischen einer ausstehenden Gage und einem uralten Zehnt: Jane Yolen und ihr Sohn Adam Stemple brechen mit einigen Konventionen und Mustern und liefern hier ein literarisch äußerst innovatives (Musik-)Stück ab, das es in sich hat. Zwar braucht die Geschichte um Callies Ermittlungen im Fall der fetzigen Rockband Messingratte und deren mystischem Geheimnis um eine alte Blutschuld aus der Anderswelt gut und gerne vierzig Seiten, bis sie in Gang kommt, und kränkelt auch danach immer ein bisschen daran, dass die 14-jährige Protagonistin arg distanziert und die Geschichte selbst nicht immer hundertprozentig zielsicher wirkt - trotzdem ist »Rattenfänger« im großen und ganzen ein außergewöhnlicher, ja ein erfrischend andersartiger phantastischer Roman, der definitiv aus der Masse heraussticht und nicht zuletzt aufgrund seiner beiden geschickt miteinander verknüpften Handlungsebenen überzeugt.

 

Mystery, Fantasy, Horror, Musik und natürlich die klassischen Elemente der Sage des Rattenfängers von Hameln vermischen sich in diesem Roman zu einem außergewöhnlichen Pop- bzw. Rock-Märchen im rauchigen Wendekreis von moderner Phantastik und klassischem Rock'n'Roll, der als vorläufiger Höhepunkt einer Geschichte/Legende erscheint, die im Feenland und ferner in Hameln und mit den Kinderkreuzzügen begonnen hat und nun in einem kleinen Örtchen in Amerika, am Abend von Halloween, ihr vorläufiges Ende finden soll...

 

Auch mit dem achten Fantasy-Paperback setzt sich die Tradition der Edition Phantasia fort, in erster Linie außergewöhnliche Vertreter des phantastischen Genres zu veröffentlichen. »Rattenfänger« ist dabei vor allem eine ordentliche Portion Rock'n'Roll sowie eine intelligente Verknüpfung von Folklore und New Wave – und damit eine unterm Strich äußerst moderne Interpretation und Fortführung der klassischen Geschichte des Rattenfängers von Hameln, der damit endgültig den Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft hat, die Moral hierbei zudem etwas außen vor lässt und ein bisschen mehr auf die Tragik setzt.

 

Pay the Piper, so der griffige Originaltitel des Romans, lässt also eigentlich nur ein Fazit zu: Read the book! Denn trotz kleinerer Mängel ist »Rattenfänger« ein lesenswertes Buch, das sich durch die rockige Herangehensweise an eine alte (und hierzulande darüber hinaus bestens bekannte) Volkssage deutlich von anderen Fantasy-Erzählungen abhebt.

 

Gebt Acht da draußen! Und bezahlt den Flötenspieler...

 

 

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In der Hölle

Ein Rock'n'Roll Märchen

Reihe: Phantasia Paperback Fantasy 3008

Autoren: Jane Yolen & Adam Stemple

Klappenbroschur, 178 Seiten

Edition Phantasia, Juli 2007

ISBN: 3937897232

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 22.07.2007, zuletzt aktualisiert: 11.11.2019 13:33