Raubtiere der Welt – Ein Feldführer (Autor: Luke Hunter)
 
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Raubtiere der Welt – Ein Feldführer von Luke Hunter)

Rezension von Christel Scheja

 

Raubtiere sind in den meisten Zoos und Zirkussen die Hauptattraktionen. Viele Menschen genießen den Nervenkitzel, den Wesen nahe zu sein, für die sie Beute sind, und sich dabei doch sicher zu wissen. Die wenigsten können jedoch mehr als die gängigsten Arten wie Wölfe, Bären und Löwen aufzählen.

 

„Raubtiere der Welt“ ist ein Feldführer, durch den Abhilfe geschaffen werden soll. Luke Hunter stellt zusammen mit der wissenschaftlichen Zeichnerin Priscilla Barrett alle heute bekannten und auf dem Land lebenden Arten in einer Art Lexikon vor.

Dem vorangestellt ist eine kurze Beschreibung der Familien der Ordnung Carnivora (also Fleischfresser), damit auch der Laie verstehen kann, wie diese von der Wissenschaft definiert werden, welche Unterschiede es zwischen ihnen gibt und wie nah sie vielleicht miteinander verwandt sind. Sogar die heutigen als Haustiere domestizierten und gezüchteten Katzen und Hunde werden zumindest in dieser Übersicht erwähnt, wenn auch nicht im Feldführer selbst beschrieben.

Auch dem Artenschutz werden einige Seiten gewidmet – wer kümmert sich heute um die vom Aussterben bedrohten Arten? Warum sind diese inzwischen so gefährdet und was ist das Besondere an der Organisation Panthera.

Den nach Familien geordneten Artenbeschreibung ist eine Doppelseite vorangestellt, die genau aufschlüsselt, wie die Beschreibungen aufgebaut sind, und was die Abkürzungen zu bedeuten haben.

Erst dann beginnen die Einträge, die auf bis zu einer Drittelseite in kleiner Schrift aufschlüsseln, in welchen Regionen und Landschaften das entsprechende Tier lebt, wie es sich ernährt und fortpflanzt, wie lange es in der Freiheit oder Gefangenschaft lebt und wie hoch etwa die Sterblichkeitsrate ist. Natürlich wird auch erwähnt, wie bedroht die Art ist. Auf der gegenüberliegenden Seite finden sich detaillierte Zeichnungen der entsprechenden Tiere, damit man sich auch eine Vorstellung machen kann.

Zum Ende hin gibt es auch eine Liste mit Darstellungen der Schädel und Fußabdrücke, um vielleicht Überreste und Spuren zu identifizieren, wenn man in der Wildnis unterwegs ist.

 

Auch wenn man sich nicht wissenschaftlich für Raubtiere interessiert, sondern nur ein Laie ist, so bietet das Buch doch eine Fülle an Informationen, die man so nicht in geballter Form bekommt. Zum Beispiel geht Luke Hunter der Frage nach, warum manche Carnivoren Einzelgänger sind, andere jedoch wieder nur im Rudel jagen.

Kurz aber prägnant werden wichtige Daten genannt, die aufwendigen Zeichnungen geben ihren Teil dazu, die Tiere vorstellbar zu machen, so detailreich wie sie sind. Zudem bekommt man teilweise auch Unterarten und Abweichungen zu sehen.

Natürlich benutzt Luke Hunter auch viele Fachbegriffe, aber diese erklären sich zum Teil von selbst und aus dem Zusammenhang, andere wieder werden an gegebener Stelle aufgeschlüsselt. Zum normalen Lesen bietet sich das Werk nicht an, wohl aber, um sich mit einigen Familien und Arten näher zu beschäftigen. Denn immerhin finden sich in dem Verzeichnis auch Tiere, die man hier in Europa nicht kennt und die auch in den großen Dokumentationen kaum auftauchen, weil ihr Auftreten eher unspektakulär zu sein scheint.

Nur die großen fleischfressenden Meeressäuger werden außer Acht gelassen, werden sie doch an anderer Stelle ausführlicher behandelt. Durch die Auflistung der Schädelformen und Fußabdrücken kann man sogar selbst tätig werden, so ist der Fund aus staubigen Dachbodentruhen oder sind die Spuren im Wald dadurch doch besser zu identifizieren als früher.

 

Alles in allem ist „Raubtiere der Welt – ein Feldführer“ ein interessantes Nachschlagewerk – nicht nur für den tierinteressierten Laien sondern auch für den Autoren, der einmal Lust darauf hat, seine Welt mit etwas anderen als den gängigen Raubtieren zu bevölkern und dazu viele Anregungen in dem Buch findet.

 

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Buch:

Raubtiere der Welt – Ein Feldführer

Autor: Luke Hunter

Haupt, erschienen September 2012

gebunden, 240 Seiten

Übersetzung von Monika Niehaus und Jorunn Wissmann

Titelbild und Zeichnungen von Priscilla Barrett

ISBN-10: 3258077274

ISBN-13: 978-3258077277

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 12.12.2012, zuletzt aktualisiert: 21.04.2024 14:35, 12882