Romeo und Julia ist eine der beliebtesten Geschichten der Welt und existiert schon seit es Kunst und Literatur gibt, weil das Drama einfach sehr viel her gibt, auch wenn dabei nur an Shakepeare denken mögen. Dass bestimmte Elemente universell sind, zeigt Red City von Marie Lu.
Die Geheimnisse der Alchemie zählen mehr als Geld und Gold, deshalb sind es die Verbrechersyndikate, die sich diese zu eigen gemacht haben und entsprechende Handlanger heranziehen. In ihre Klauen, wenn auch auf unterschiedlichen Seiten geraten Sam und Ary, die sich als Ausnahmetalente erwiesen haben.
Obwohl sie aus unterschiedlichen Welten stammen, haben sie sich als Kinder kennengelernt und angefreundet, wurden aber grausam auseinander gerissen. Und nun im Erwachsenenalter stehen sie sich mehr oder weniger als Feinde gegenüber. Kann so die Verbundenheit weiter bestand haben, die sie einzig miteinander teilten?
Die Romanze ist aber nicht das einzige Thema der Geschichte, tatsächlich bleibt sie lange zeit erst einmal im Hintergrund, denn die Autorin erzählt die Geschichte ihrer Helden von der Pike auf. Immerhin hat gerade Sam es nicht leicht, da ihre Mutter als Einwanderin eher am unteren Ende der Gesellschaft steht.
Weil sie aber besondere Talente hat, fällt sie irgendwann gewissen Leuten ins Auge und wird unter deren Fittiche genommen und in die Welt der Syndikate eingeführt, zu denen auch Mord und grausame Folter gehören. Letztendlich erinnert vieles an die Mafia-Romanzen, auch Arys Geschichte, denn er steigt auf einem viel höheren Niveau ein.
Andererseits wird auch die magische Seite der Geschichte nicht vergessen, denn die Autorin nimmt sich Zeit, ihrer an die irdische Moderne angelehnte Paralellwelt aufzubauen und auch die Alchemie auf eine feste Grundlage zu stehen. Zudem entwickeln sich die Figuren auf sehr angenehme Art und Weise, sind trotz ihrer Fähigkeiten auch Menschen mit Stärken und Schwächen.
So ist der Roman weitaus mehr als die übliche Dark Romantasy. Denn die Liebesgeschichte bleibt eher im Hintergrund, es geht viel mehr darum, wie die Helden damit zurecht kommen, in was für einer Welt sie leben müssen, weil der Luxus den sie genießen auch einen hohen Preis von ihnen fordert.