Red Faction Guerilla (PS3)
 
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Red Faction Guerilla (PS3)

Rezension von David Grashoff

 

Acht Jahre nach dem man auf der Playstation 2 als Marsarbeiter gegen die böse Ultor Corporation (scheinbar THQs Lieblingsbösewichte, denn auch in der Saints Row Reihe hat man es mit ihnen zu tun), ist es wieder an der Zeit den Mars zu befreien. Diesmal auf einer neuen Konsolengeneration und natürlich mit kräftig aufpolierter Grafik und vielen neuen Möglichkeiten.

 

In der Welt von Red Faction sind 50 Jahre vergangen und die Befreier von einst, sind die Unterdrücker von heute. Diese Erfahrung muss der Bergarbeiter Alec machen, der eigentlich zum Mars gereist ist, um dort seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Doch der Mars wird inzwischen von der EDF (Earth Defense Force) mit eiserner Hand regiert – Folter und Zwangsarbeit sind an der Tagesordnung. Alec trifft seinen Bruder, der wenig später von einem Trupp der EDF ermordet, weil er ein Mitglied der revolutionären Red Guerilla ist. Wie es sich für einen guten Videospielhelden gehört, schließt sich nun auch Alex der Guerillatruppe an, um den Tod seines Bruders zu rächen und das totalitäre Regime der EDF ein für allemal zu beenden. Die Story ist eher mau und kann die Spieler leider nicht ganz in ihren Bann ziehen, was vor allem daran liegt, dass die Nebencharaktere sehr blass sind.

 

Waren die beiden Vorgänger auf der Playstation noch geradlinige Ego-Shooter, kommt RFG auf der PS3 als sogenanntes Sandbox-Spiel daher. Dieser Name hat allerdings nichts mit der Beschaffenheit der Marsoberfläche oder dem kindlichen Burgenbau im Sandkasten zu tun, sondern mit den Freiheiten, die ein Spieler in dem Game genießt. Ähnlich wie bei der GTA oder der Saints Row Reihe, steht der Spieler auch bei RFG eine ganze Welt offen – oder zumindest erst mal Teile davon – in der er ganz nach seinem Geschmack handeln kann. Es gibt verschiedene Missionstypen, wie das zerstören von wichtigen EDF Gebäuden, Guerillaaktionen gegen die feindlichen Truppen oder das Beschützen von Konvois. Jede erfolgreiche Mission lässt die Machtpunkte der Guerilla steigen und die der EDF sinken. Sobald die EDF keine Macht mehr über einen Sektor hat, eröffnet sich ein neues Gebiet. Einige Missionen sind Pflicht, aber die meisten kann man je nach Lust und Laune ausführen.

 

Da die Sektoren ziemlich groß sind und es ja kein Jogging-Spiel ist, gibt es jede Menge Fahrzeuge, die Alec sich „borgen“ kann. Um sein Ziel besser erreichen zu können, hat man die Möglichkeit es auf der Karte zu markieren, wodurch im Spiel eine Markierungslinie erscheint. Das ist übrigens sehr hilfreich, denn anders als in Großstädten gibt es auf dem Mars weder besonders auffällige Merkmale oder ein strukturiertes Straßennetz an das man sich halten kann.

 

Natürlich wird in RFG auch ordentlich geballert. In Deutschland ohne Blut und Leichen, was dem Spielspaß aber keinen Abbruch tut. Hat man anfangs nur einen Vorschlaghammer und ein Schnellfeuergewehr, kann man nach und nach neue Waffen kaufen, damit Alec vom Bergbauspezialisten zur Kampfmaschine wird. Man muss nur vorsichtig sein, damit man nicht seine eigenen Leute erschießt, denn dadurch geht die Moral der Truppe in den Keller. Die Moral ist insofern wichtig, als das man ja oftmals nicht alleine in die Schlacht zieht, sondern seine Kollegen der Red Faction bei sich hat. Je höher die Moral, desto mehr Mitstreiter hat man an seiner Seite. Diese sind zwar nicht besonders intelligent und durchschlagskräftig, halten aber die EDF Truppen immerhin davon ab, alle auf unseren Alec zu schießen.

 

Neue Waffen und Ausrüstung erhält man gegen Barschrott. Das wiederum bekommt man durch die Zerstörung von Gebäuden und anderen Teilen der Umwelt. Hier liegt auch der besondere Reiz von RFG, denn alles, ja wirklich alles, kann zerstört werden. Ob mit dem Vorschlaghammer oder Sprengladungen, jede nur erdenkliche Struktur kann in seine Einzelteile zerlegt werden und hinterlässt dadurch wertvollen Barschrott.

 

Technisch gibt es an RFG nicht viel auszusetzen. Die Steuerung ist intuitiv und sowohl im Feuergefecht, wie bei den Fahrten merkt man, dass RFG eindeutig auf unkomplizierten Spielspaß aus ist. Grafisch hat das Spiel zwei Gesichter. Ein sehr hübsches, das sich mit der gelungenen Physik-Engine namens GeoMod-Engine offenbart und ein hässliches, weil der Mars nun mal nicht wirklich viel Abwechslung bietet. So macht es wirklich einen Hüllenspaß Gebäude und ähnliches zu zerstören und einfach nur dabei zuzusehen, wie ein Bauwerk nach und nach zusammenbricht. Auf der anderen Seite hat der Mars nicht wirklich viel Schönes zu bieten. Viel rot, grau und braun, das zwar recht ansehnlich, auf Dauer aber eintönig ist. Hier hätte ich mir vielleicht mal eine größere Marsstadt gewünscht, die ein bisschen was hermacht.

 

Bei einem PS3 Titel darf natürlich ein Multiplayer Modus nicht fehlen und RFG bedient die Zocker hier mit verschiedenen Spielmodi und Karten, wobei letztere noch durch Download-Content erweitert wird. Das besondere an den RFG-Multiplayer-Schlachten sind die sogenannten Rucksäcke, die ihren Träger für kurze Zeit besondere Fähigkeiten verleihen (Fliegen, Unsichtbarkeit, Panzerung usw… ).

 

Trotz kleinerer Mängel, wie den langweiligen Hintergrundgrafiken oder der nicht ganz so fesselnden Geschichte, ist Red Faction Guerilla ein Sandbox-Ego-Shooter der viel Freude macht. Die herausragende Physik-Engine, die bei den Zerstörungen zu Tage tritt, und die Missionsvielfalt halten die Spieler bei der Stange und motivieren sie der EDF solange in den Hintern zu treten, bis der Mars befreit ist. Und hat man sich erst einmal mit dem Vorschlaghammer als Waffe angefreundet, möchte man es nicht mehr missen.

 

Bitte beachten:

Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.

Typisches Erwachsenenspiel in Idee, Konzept und atmosphärischer Umsetzung, zumeist mit einem hohen Grad an virtueller Gewalt gegen menschlich gestaltete Spielfiguren

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240422143312b9fed80f
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MEDIUM:

Red Faction Guerilla

von THQ Entertainment GmbH

Plattform: PLAYSTATION 3

USK-Einstufung: USK ab 18

Erscheinungsdatum: 5. Juni 2009

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 11.09.2009, zuletzt aktualisiert: 14.04.2024 08:35, 9174