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Rendezvous um Mitternacht von Victoria Laurie

Reihe: M.J. Holliday; Geisterjägerin, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Das Terrain der Phantastik ist groß, um eine paranormale Romanze unterzubringen, die sich nicht um x-ten Male um einen Vampir oder Werwolf und seine große Liebe dreht. Lange dabei vernachlässigt wurden nämlich die Geisterjäger. Dabei ist es noch nicht einmal nötig, die Angehörigen zweiter Welten zusammen zu führen, oft reicht es auch schon, die Heldin oder den Helden mit Betroffenen zusammen zu bringen.

Victoria Laurie hat selbst als professionelles Medium gearbeitet. Aus diesem Grund bewegt sich auch ihre Heldin M. J. Holliday nun im Grenzbereich zwischen Diesseits und Jenseits, wie sich schon im ersten Band „Rendezvous um Mitternacht“ zeigt

 

Zusammen mit ihrem Kumpel Gilley Gillespie betreibt diese eine kleine Geisterjäger-Agentur. Durch ihre Fähigkeiten als Medium will sie dafür sorgen, dass Geister zur ewigen Ruhe kommen und die noch lebenden Klienten nicht mehr belästigen oder gar in Gefahr bringen.

Dritter im Bund ist der hochintelligente Papagei Doc Holliday, der immer die richtigen Worte findet – ob im richtigen oder falschen Moment ist wohl Geschmacks- und Auffassungssache. Zumindest findet er, dass der neue Klient Dr. Sable eine „Sahneschnitte“ ist.

Dieser bittet die junge Frau heraus zu finden, ob sein Großvater sich wirklich selbst umgebracht hat oder vielleicht doch ermordet wurde, denn er hat das Gefühl, dass dieser immer noch in dem Haus verweilt, das er ihm vererbt habe und keine Ruhe gibt. Deshalb möchte er es genau wissen.

Zudem würde er gerne an der Ermittlungsarbeit teilhaben. M.J. lehnt zunächst ab, gibt dann aber doch nach, da sie in seiner Nähe nicht mehr klar denken kann. Das passiert ihr auch mehrfach, als sie sich das Haus genauer ansieht, in dem es tatsächlich heftig Spuk.

Schon bald findet sie heraus, das mehr als nur ein Geist an diesem Ort aktiv ist und auch ein lebender Mensch seine Finger mit im Spiel hat, der gerne dazu bereit ist, weitere Morde zu begehen. Ehe sie sich versieht, stehen sie und ihr Klient vor einem Abgrund und drohen hinein gerissen zu werden ...

 

Man mag es drehen und wenden wie man will, die phantastischen Elemente in „Rendezvous um Mitternacht“ sind eher gering und wirken in erster Linie wie Staffage, denn die Gefahr geht eigentlich nur von den Lebenden aus, die Geister tragen letztendlich nur wenige Informationen bei und wären deswegen auch verzichtbar.

Im Grunde ist der Roman nicht mehr und nicht weniger als ein Romantik Thriller, in dem sich die Konflikte nachher alle realistisch erklären lassen, viele Informationen auch hätten recherchiert werden können und die Phantastik keine Bedeutung spielt.

Viel mehr steht das wachsende Interesse der Protagonisten aneinander im Mittelpunkt, die in recht hinterhältigen Intrigen gefangen sind und die Aufdeckung von Geheimnissen, die letztendlich auch nur mit amourösen Beziehungen zu tun haben. Das ganze ist zwar flott und unterhaltsam geschrieben und mit einer Prise Humor gewürzt, bleibt aber nicht wirklich in Erinnerung.

 

Alles in allem dürfte „Rendezvous um Mitternacht“ in erster Linie Leserinnen Spaß machen, die heitere Romantik-Thriller mögen und für die der phantastische Anteil eher unwichtig ist. Genre –Fans können getrost ihre Finger davon lassen.

 

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Rendezvous um Mitternacht

Reihe: M.J. Holliday; Geisterjägerin, Bd. 1

Autorin: Victoria Laurie

broschiert, 319 Seiten

Egmont Lyx, erschienen März 2010

Aus dem Englischen von Christine Blum

Titelbildgestaltung von Hildendesign

ISBN-10: 3802582802

ISBN-13: 978-3802582806

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.06.2010, zuletzt aktualisiert: 03.04.2021 17:24